GRUB Customizer: Bootloader-Menü unter Ubuntu und Linux Mint per GUI ändern
Mit GRUB Customizer änderst Du die Reihenfolge im GRUB-Bootmenü, legst das Standard-Betriebssystem fest und stellst die Wartezeit ein. Die grafische Oberfläche erspart Dir dabei das Bearbeiten mehrerer Konfigurationsdateien. Voraussetzung ist ein bereits eingerichteter GRUB-2-Bootloader.
Das Projekt wird weiterhin gepflegt: GRUB Customizer liegt in Version 5.2.8 vom 7. Mai 2026 vor. Die jüngsten Korrekturen betreffen unter anderem Ubuntu 26.04. Unter aktuellen Ubuntu-Versionen brauchst Du dafür das Entwickler-PPA, unter Debian genügt die Paketverwaltung.
GRUB Customizer unter Ubuntu und Linux Mint installieren
Unter Ubuntu 22.04, 24.04 und 26.04 fehlt das Paket in den offiziellen Paketquellen. Das PPA von Entwickler Daniel Richter bietet dafür Version 5.2.8 für amd64-PCs an. Auch für Linux Mint 21.x mit Ubuntu-22.04-Basis und Mint 22.x mit Ubuntu-24.04-Basis ist dies der passende PPA-Zweig. Du bindest damit eine zusätzliche Paketquelle des Entwicklers ein:
sudo add-apt-repository ppa:danielrichter2007/grub-customizer
sudo apt update
sudo apt install grub-customizerMeldet das Terminal, dass add-apt-repository fehlt, installiere zunächst software-properties-common. Fehlt anschließend ein Installationskandidat, prüfe mit apt-cache policy grub-customizer die eingebundenen Paketquellen. Trage nicht einfach den Codenamen einer anderen Ubuntu-Version ein. Für ein Upgrade innerhalb der Mint-21-Reihe auf Linux Mint 21.3 gibt es eine separate Anleitung.
Debian 13: Hier ist GRUB Customizer 5.2.5 als Debian-Paket verfügbar, ein Ubuntu-PPA brauchst Du nicht:
sudo apt update
sudo apt install grub-customizerArch Linux: Das Paket findest Du im AUR; prüfe vor dem Bauen das PKGBUILD. Fedora: Das Fedora-Paket wurde eingestellt. Ältere Anleitungen mit dnf install grub-customizer sind deshalb keine passende Empfehlung für aktuelle Fedora-Versionen.
GRUB-Reihenfolge und Standardeintrag ändern
Eine falsche Bootloader-Konfiguration kann den Systemstart verhindern, deshalb sichere vorher Deine Daten und die GRUB-Konfiguration und halte einen startfähigen Linux-Live-Stick bereit.
Unter Ubuntu, Mint und Debian legt dieser Befehl eine Sicherung der GRUB-Dateien mit Zeitstempel in Deinem persönlichen Ordner ab:
sudo tar -czf "$HOME/grub-sicherung-$(date +%Y%m%d-%H%M%S).tar.gz" /etc/default/grub /etc/grub.d /boot/grub- Starte GRUB Customizer über das Anwendungsmenü oder mit
grub-customizerim Terminal Deiner Desktop-Sitzung. Das Programm fordert überpkexecdie nötigen Administratorrechte an. - Warte, bis die Boot-Einträge geladen sind. Wähle im ersten Reiter Bootmenü-Konfiguration den gewünschten Eintrag aus, etwa Linux Mint oder Windows.
- Verschiebe ihn mit den Pfeilen nach oben oder unten. Über das Kontextmenü kannst Du ihn umbenennen oder Einträge in Untermenüs ordnen. Lass einen funktionierenden Linux-Eintrag samt Wiederherstellungsoptionen erreichbar.
- Wechsle zu Allgemeine Einstellungen. Wähle unter Standardeintrag → vordefiniert das System aus, das automatisch starten soll. Die Position in der Liste und der Standardeintrag sind getrennte Einstellungen.
- Aktiviere bei Bedarf Menü anzeigen und wähle eine Wartezeit, beispielsweise fünf Sekunden. Klicke auf Speichern und warte, bis der Vorgang ohne Fehler abgeschlossen ist. Prüfe danach beim Neustart Menü und automatische Auswahl.

Mit GRUB 2 werden die Menüeinträge aus mehreren Dateien erzeugt. Beim Speichern bearbeitet GRUB Customizer /etc/default/grub und bei Änderungen der Einträge auch Skripte unter /etc/grub.d/. Anschließend erzeugt grub-mkconfig das Bootmenü neu. Ein zusätzliches sudo update-grub ist nach erfolgreichem Speichern normalerweise nicht nötig. Bloßes Deinstallieren des Programms macht diese Änderungen nicht rückgängig.
Zuletzt gestartetes System, Wartezeit und Darstellung
Den zweiten Reiter dürften die meisten wohl am ehesten brauchen. Neben dem festen Standardeintrag gibt es die Option vorher gebooteter Eintrag. Damit merkt sich GRUB Deine Auswahl für den nächsten Start, sofern es seinen Speicher für diese Einstellung beschreiben kann. Das kann auch einen zuvor gewählten älteren Kernel betreffen. Für den üblichen Start mit aktuellem Kernel ist der allgemeine Eintrag Deiner Linux-Distribution die bessere feste Auswahl. Kernel-Parameter kannst Du hier ebenfalls ändern, für eine andere Startreihenfolge ist das nicht nötig.

Der dritte Reiter kümmert sich um die Optik. Unter Darstellung kannst Du eine Auflösung festlegen, Farben definieren und ein Hintergrundbild auswählen. Achte vor allem auf gut lesbare Schrift und genügend Kontrast zum Hintergrund.

Ohne GUI: Standard und Timeout manuell einstellen
Willst Du nur Standard und Wartezeit ändern, reicht unter Ubuntu, Mint und Debian die Datei /etc/default/grub. Öffne sie mit sudo nano /etc/default/grub und passe die vorhandenen Zeilen an:
GRUB_DEFAULT=0
GRUB_TIMEOUT_STYLE=menu
GRUB_TIMEOUT=50 bezeichnet den ersten Menüeintrag, 1 den zweiten. Das Beispiel zeigt das Menü fünf Sekunden lang. Speichere die Datei und führe danach sudo update-grub aus. Bearbeite /boot/grub/grub.cfg nicht direkt, sie wird neu erzeugt.
Für eine feste gespeicherte Auswahl setzt Du stattdessen GRUB_DEFAULT=saved sowie GRUB_SAVEDEFAULT=false und führst erneut sudo update-grub aus. Danach setzt etwa sudo grub-set-default 0 den ersten Eintrag dauerhaft. sudo grub-reboot 1 wählt den zweiten nur für den nächsten Start. Dafür muss GRUB seinen Einstellungsspeicher beschreiben können; bei bestimmten LVM- oder RAID-Konfigurationen kann die einmalige Auswahl bestehen bleiben. Einzelheiten erklärt die Ubuntu-Dokumentation zur GRUB-Konfiguration.
Wenn Linux nicht mehr startet
Ist das Menü noch erreichbar, versuche zuerst einen funktionierenden Kernel unter den erweiterten Optionen. Andernfalls starte den Live-Stick im gleichen UEFI- oder BIOS-Modus wie das installierte System. Mit Boot-Repair kannst Du zunächst eine Boot-Info-Diagnose erstellen. Eine manuelle Reparatur mit grub-install erfordert die passenden eingebundenen Partitionen und das richtige Installationsziel.
Bei UEFI mit Secure Boot müssen Bootloader und Kernel zur Signaturprüfung passen. Für eine Änderung der Menüreihenfolge musst Du Secure Boot nicht abschalten. Halte die Bootloader-Pakete aktuell: Unsere Berichte über BootHole von 2020 und den GRUB-Backspace-Fehler von 2015 zeigen, warum auch diese Updates zählen.
Aktualisiert am 09.09.2026 von Henry. Fakten geprüft.
























Gibt es dafür inzwischen auch ein Fedora-Repository?
Ich habe ein RPM für Fedora 17 gefunden, allerdings ist das die Version 2.5.7: http://pkgs.org/fedora-17/russian-fedora-free-i386/grub-customizer-2.5.6-1.fc17.R.i686.rpm.html#download
Immerhin!
Ich hatte unlängst auf einem Rechner das Problem, so etwas wie den GRUB Customizer dringend zu benötigen. Gab es aber nicht für Fedora. Werde es mal notieren, falls ich wieder vor dem Problem stehe (nutze zzt. kein Linux).
Lerne, wie man Fedora richtig installiert. Dann gibt es keine Probleme.
Richtig installieren und richtig konfigurieren (was während der Installation NICHT geht) sind zwei Dinge.
Bislang gab es den startup-manager in dem Software Center von Mint und Ubuntu Derivaten, der ist sehr einfach und hat einen fehlenden oder falschen Grub repariert (der Trick funktioniert vor allem mittels boot-strap eines Linux Systems auf externer Festplatte, mit dem das Image auf dem Target-system starten und dort den Grub mittels startup-manager wieder installieren...)
Zu einfach um wahr zu sein, Terminal und Command line nicht notwendig !