Ein 10″-Tablet mit openSUSE Leap: MJ Technology Warrior

22 November 2016 5 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Bei SUSE lassen sie es heute aber krachen, mein lieber Schwan. Erst hauen sie SUSE Linux Enterprise Server für Raspberry Pi raus, dann stellen sie das MJ Technology Warrior vor. Das ist ein 10,1″-Tablet, das mit openSUSE Leap läuft. Es ist sogar ein Dual-Boot mit Windows 10 möglich.

Was? Wie? Wo? Ist das fertig? Wo ist die Sofort-Kaufen-Schaltfläche? ABER …

Crowdfunding … und der lange Schatten des UbuTabs

Jaaaaa, da liegt der Hase im Pfeffer. Angeblich ist das MJ Technology Warrior mit openSUSE Leap fertig, es fehlt aber noch das notwendige Kleingeld für die Produktion. Deswegen gibt es eine Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo. 100.000 US-Dollar wollen die Entwickler sammeln.

Vorinstalliert auf dem Tablet ist openSUSE Leap und GNOME. Auch wenn mir das im Video irgendwie nicht nach GNOME aussieht. Das ist doch KDE, oder?

MJ Technology Warrior soll angeblich GNOME vorinstalliert haben. Ist das GNOME?

MJ Technology Warrior soll angeblich GNOME vorinstalliert haben. Ist das GNOME?

Anwender können aber auch Tumbleweed installieren, den Desktop ändern und so weiter. Einen Goldenen Käfig soll es auch nicht geben und Du kannst eigentlich machen, was Du willst.

Ich will nicht gemein sein, aber der Promoter hat den pfiffigen Charme eines Allesschneide-Messer-Verkäufers auf einem Home-Shopping-Channel. Linux ist halt sexy, gell? 😉 … naja, immer noch besser als ein Dancing Monkey … Ganz Klasse auch, dass für das Vorschaubild Windows 10 als Hintergrund gewählt wurde – ist zumindest im Moment so. Vielleicht wir es geändert, deswegen halte ich es mal in einem Screenshot fest.

Falsch ist der ja nicht, weil das Tablet Dual-Boot-fähig ist. Du kannst Windows 10 parallel zu openSUSE Leap installieren. Die Lizenz kostet allerdings 50 US-Dollar extra.

Gelungener Hintergrund ...

Gelungener Hintergrund …

Warum ich ein bisschen gemein zum Warrior bin?

Eigentlich ist es nicht gemein, sondern sarkastisch. Das ist nun der wie vielte Versuch, ein Linux-Tablet oder mobiles Linux-Gerät zu vermarkten? Aber man muss openSUSE eine Chance geben, die hatten noch nicht. Vielleicht ist es diesmal umgekehrt und das Marketing ist eher so lala, dafür taugt das Gerät etwas. Oder es gibt zumindest ein funktionierendes Gerät … allerdings -> nächster Absatz, letzte Zeile.

Die Entwickler sind sich dessen auch bewusst und sprechen gezielt die gescheiterten Versuche von Jolla und Ubuntu an. Man verstehe, dass die Leute misstrauisch sind. Der große Unterschied sei, dass das MJ Technology Warrior bereits zu 95 Prozent fertig sei. Die anderen brauchten erst Geld und konnten dann mit der Entwicklung beginnen. Außerdem habe man mit dem MJ7HDTV Android HDTV Tuner bereits ein Tablet designend und wisse, wovon man spreche. Es ist allerdings deren einziges Produkt und ein weiteres Problem an der Sache ist, dass sie gleichen Leute schon das UbuTab aus dem Boden stampfen wollten. Das ging bekanntlich gründlich in die Hose. Die Entwickler schieben es auf den Fakt, dass man damals nur hübsche Bilder präsentieren konnte. Euer Wort in Tuxens Gehör … 

Hier ist nun das eigentliche Video.

Dabei weiß jeder, dass man so verkauft!  Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur …

Die Hardware wäre liest sich gar nicht so schlecht

Die vier Tablets der Warrior-Serie sind entweder mit einem Prozessor des Typs Intel® Atom™ x7-Z8750 oder x5-Z8350 bestückt. Erstere Geräte haben vier GByte Arbeitsspeicher und zweitere zwei GByte RAM. Dann kann der Anwender entweder ein Gerät mit 64 GByte oder 128 GByte Storage bestellen. Eine Tastatur gibt es ebenfalls optional und auch die kostet 50 US-Dollar.

Ach so, der Preis des MJ Technology Warrior wäre ja auch noch interessant. Die Geräte nennen sich Tanto, Kodachi, Wakizashi und Katana und kosten in der Reihenfolge 200 (x5-Z8350, zwei GByte RAM, 64 GByte Storage), 250 (x5-Z8350, zwei GByte RAM, 128 GByte Storage), 350 (x7-Z8750, vier GByte RAM, 64 GByte Storage) und 400 (x7-Z8750, vier GByte RAM, 128 GByte Storage) US-Dollar.

Warrior Katana: Das Nüsschen-Modell (Quelle: indiegogo.com)

Warrior Katana: Das Nüsschen-Modell (Quelle: indiegogo.com)

Ich hoffe, dass steht alles unter einem guten Stern. Das Wakizashi wurde schließlich auch für den rituellen Selbstmord genommen.

Der Akku hält angeblich bis zu 9 Stunden und im Februar 2017 soll geliefert werden. Acht Entwickler mit insgesamt 50 Jahren Erfahrung stehen hinter dem Warrior. Wer sich dafür interessiert, kann sich weitere Informationen auf der Crowdfunding-Seite holen und dort auch bestellen. Ich würde mir das allerdings gründlich überlegen … sehr gründlich. Mein Geld landet nicht bei diesem Projekt. Vielleicht wenn es komplett fertig ist.

Ich werde es nicht kaufen, wünsche dem Projekt aber trotzdem viel Glück und vor allen Dingen gutes Gelingen. Ihr seid unsere letzte Hoffnung, Obi-Wan im schicken Gewand mit eigenwilliger Marketing-Strategie. Anstrengen Ihr Euch müsst, in die Hose es sonst geht!

P.S: Das ganze Warrior und die martialischen Namen … wäre das nicht eine Nummer kleiner gegangen? Mich wundert, dass Lo Wang nicht im Video vorgekommen ist … 😀

Interessiert Dich so ein Warrior? Traust Du der Firma zu, dass sie das Warrior mit openeSUSE umsetzen können?

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5 Kommentare zu “Ein 10″-Tablet mit openSUSE Leap: MJ Technology Warrior”

  1. Arne sagt:

    Ich war schon immer sehr vorsichtig bei Crowdfunding. Die erste, die ich U war dann ausgerechnet die vom Jolla-Tablet. Was daraus geworden ist, das wissen wir ja.

    Von daher werde ich mein Geld auch dort erstmal nicht investieren.

  2. Matthias sagt:

    Wenn ich das lese, steigt mir die Wut hoch bei so viel Ignoranz:

    "Die Entwickler sind sich dessen auch bewusst und sprechen gezielt die gescheiterten Versuche von Jolla und Ubuntu an. Man verstehe, dass die Leute misstrauisch sind. Der große Unterschied sei, dass das MJ Technology Warrior bereits zu 95 Prozent fertig sei."

    Das Improv war auch schon fertig entwickelt. openSUSE hätte damals Geld zuschießen können - als KDE und open source Entwickler.

    Damals hatte davor beim Tablet in letzter Sekunde einen quellfreien Baustein ausgetauscht - gegen einen unfreien.

    Wie verhält sich das eigentlich beim opeSUSE Tablet?

  3. Matthias sagt:

    .. davor hatte die Produktionsfirma in letzter Sekunde einen quellfreien Baustein ausgetauscht - gegen einen unfreien.

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