NVIDIA Optimus und Kubuntu 14.04 LTS „Trusty Tahr“: nvidia-prime funktioniert gut, bumblebee (optirun / primusrun) nicht mehr notwendig

5 April 2014 7 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Nun habe ich die Beta-Version von Kubuntu 14.04 LTS „Trusty Tahr“ auf meinem Acer Notebook mit NVIDIA Optimus (GT 640M) installiert.

Es gibt da noch einige rauhe Ecken und Kanten. Ruft man zum Beispiel LibreOffice auf, bekomme ich lediglich ein nicht reagierendes Fenster. Das passiert auch, wenn ich LibreOffice Writer öffnen möchte und so weiter. Klicke ich allerdings ein Dokument an, öffnet sich die Büro-Software ohne Probleme. Es gibt bereits einen Bug-Report dafür und man arbeitet an dem Fehler – beziehungsweise daran, den Bug aus der Welt zu schaffen.

Da ich mit diesem Rechner auch spiele und Steam am Laufen habe, möchte ich natürlich die NVIDIA-Grafikkarte betreiben. Bisher habe ich das unter Linux Mint 14 (meine Spiele-Distribution) mit Bumblebee und NVIDIA 304.xx realisiert. Kubuntu 14.04 LTS „Trusty Tahr“ bietet mir allerdings NVIDIA-Treiber 331.38 an und empfiehlt mir diesen sogar.

Kubuntu 14.04: Treiber-Manager

Kubuntu 14.04: Treiber-Manager

Na wenn es das System so will, dann installieren wir diesen einfach mal und gucken, was passiert – wunderbare Sachen. Seit NVIDIA 319.xx funktioniert der Grafikkarten-Treiber auch mit nvidia-prime. Damit lässt sich die NVIDIA-Optimus-Karte grundsätzlich als primäre Grafikkarte benutzen.

Hinweis: Die NVIDIA-Karte grundsätzlich als primäre Karte zu verwenden, resultiert in höherem Stromverbrauch und eventuell auch mehr Hitze. Mein Acer trage ich normalerweise nicht herum. Für mich ist das ein Desktop-Ersatz. Deswegen ist mir egal, wie lange der Akku hält. Ich wollte es nur gesagt haben.

Weiterhin kannst Du das System auch so konfigurieren, dass die Intel-Karte die primäre Grafikkarte ist. Wie das genau mit den Profilen funktioniert, muss ich mich noch einlesen. Im Moment muss zunächst einmal das System an sich funktionieren.

NVIDIA-Einstellungen im Menü hinterlegt

NVIDIA-Einstellungen im Menü hinterlegt

NVIDIA-Einstellungen

NVIDIA-Einstellungen

NVIDIA-Einstellungen: Prime

NVIDIA-Einstellungen: Prime

NVIDIA-Einstellungen: Profile

NVIDIA-Einstellungen: Profile

NVIDIA-Einstellungen

NVIDIA-Einstellungen

Apropos funktionieren: Steam läuft! Ich musste es aber (zumindest am Anfang) mit diesem Befehl überreden:

sudo ln -s /usr/lib/i386-linux-gnu/mesa/libGL.so.1 /usr/lib

Lösche ich den logischen Link allerdings wieder, funktioniert Steam nun auch so … verstehe ich nicht – ist mir aber egal – es läuft.

Kubuntu 14.04 LTS "Trusty Tahr": Steam funktioniert

Kubuntu 14.04 LTS „Trusty Tahr“: Steam funktioniert

Wo ich ein bisschen nachbessern musste, war die Schriftgröße. Ich verwende zwei Bildschirme: Einen EIZO (1680×1050) und den Notebook-Monitor (1366×768) Der NVIDIA-Treiber hat mir einen virtuelle Größe von 3046×1050 angelegt. Plötzlich war meine Schrift sehr klein und schwer lesbar. Deswegen habe ich alle Schriftgrößen unter KDE um 3 erhöht. Nun ist alles wieder gut lesbar.

KDE: Schriftgrößen anpassen

KDE: Schriftgrößen anpassen

Das Umschalten auf die Strom-sparendere Option mit der Intel-Grafikkarte funktioniert. Allerdings musst Du Dich dafür abmelden und wieder anmelden – genau genommen musste ich das System neu starten, da es nach dem Anmelden einfror – kann an der Beta-Version liegen. Hier wäre die Schriftgröße wieder normal und wirkt nun natürlich etwas größer als die Standard-Einstellung. Eine Erhöhung um 3 ist aber noch tragbar und ich werde zum Großteil sowieso die NVIDIA-Karte benutzen.

Benutzt man die beiden Einstellungen eine Weile, stellt man allerdings schon fest, dass die Intel-Variante das Notebook weniger warm werden lässt. Man spürt es mit bloßer Hand, wenn man seitlich an den Computer fasst – wo eben der Lüfter die warme Luft raus bläst.

Grafikkarte: Intel

Grafikkarte: Intel

Hinweis: Von Intel wieder auf NVIDIA umgeschalten -> dann einen Neustart -> hat bei mir dazu geführt, dass ich mich nicht mehr an die KDE-Session anmelden konnte. Fehler: Could not start ksmserver. Please check your installation. Ein sudo apt-get purge nvidia-331 und danach sudo apt-get install nvidia-331 auf einer Konsole (Strg+Alt+F1) hat das gelöst -> das ist genau genommen eine Neuinstallation des NVIDIA-Treibers. Ob das jedes mal passiert oder ebenfalls an der Beta-Version liegt, weiß ich nicht – ich lasse nun erst mal die NVIDIA-Karte aktiviert.

nvidia-prime ist ein guter Anfang, auch wenn es hier noch Luft nach oben bezüglich einfacherer Umschaltung gibt. Wer die NVIDIA-Grafikkarte „On the fly“ zuschalten möchte, muss wohl Bumblebee mit optirun oder primusrun verwenden. Ich habe das ebenfalls ausprobiert und es funktioniert allerdings nicht wirklich gut.

Rufe ich ein Programm mit optirun oder primusrun auf, bekomme ich lediglich einen schwarzen Bildschirm / schwarzes Fenster – Sound funktioniert aber. auch hier gibt es diverse Bug-Berichte. Mit ist nvidia-prime eigentlich lieber, da diese Lösung auch bessere Performance bieten sollte.

Ansonsten gefällt mir das Linux-Betriebssystem Kubuntu 14.04 LTS „Trusty Tahr“ recht gut. Man darf noch nicht zu hart ins Gericht gehen, da es sich um eine Beta-Version handelt. Es funktioniert eigentlich alles recht gut. Den Bug mit LibreOffice finde ich aber schon nicht ohne – das ist, zumindest für mich und wahrscheinlich viele andere auch, eines der wichtigsten Programme. Ich habe irgendwo gelesen, dass es funktioniert, wenn Du das Paket libreoffice-kde entfernst. Das hilft tatsächlich und LibreOffice verhält sich so, wie man das gewohnt ist. Das Synchronisieren des eigenen Wörterbuchs über die ownCloud funktioniert natürlich wie gewohnt.

Allerdings musst Du dann in Punkte Augenschmaus einige Abstriche machen, da sich LibreOffice nicht mehr so „nahtlos“ in KDE einfügt – wobei so schlimm ist es auch nicht.

LibreOffice: Mit KDE-Paket

LibreOffice: Mit KDE-Paket

LibreOffice: Ohne KDE-Paket

LibreOffice: Ohne KDE-Paket

P.S: Verschönert wird der KDE-Desktop mit Bildern aus meiner Wallpaper-Galerie (schamlose Eigenwerbung) …

Walhai

Walhai

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7 Kommentare zu “NVIDIA Optimus und Kubuntu 14.04 LTS „Trusty Tahr“: nvidia-prime funktioniert gut, bumblebee (optirun / primusrun) nicht mehr notwendig”

  1. axt sagt:

    Bleimse ma ruich! 😉

    LibO v4.2.3.3 ist gestern Mittag als ungeplante Version erschienen (die Woche wäre nach Plan v4.2.3.2 zur Final erklärt worden) und dürfte bald in den Ubuntu-Repos aufschlagen.

    Alternativ kann man sich aber auch gleich das TDF-Original installieren (was ich ohnehin empfehle).

  2. Georg sagt:

    Primus nutze ich schon seit 12.04 (erst ab 12.10 funktionierte es wirklich gut), die Performance ist aber auch damit deutlich schlechter als unter einem Windows 7 mit den Nvidia-Treibern.

    Wird mit dieser Variante die Nvidia-Grafikkarte nun wirklich als komplett unabhängige Karte vom Treiber direkt angesprochen? So wie ich Prime bisher verstanden habe, war es nur ein Aufsatz, der die Wiedergabe mehr schlecht als recht auf die Nvidia-Karte umgebogen hat. Win7 Eigentlich müsste ein Ubuntu eine höhere Performance als ein Win7 mit Aero ermöglichen, spätestens sobald man einen schlichten Fenstermanager ohne Effekte nutzt.

    Solange Wine + Prime + Windows-Spiele auf dem Grafik-Niveau von Fifa 13 nicht sinnvoll funktionieren, werde ich bei Win 7 bleiben. Es ist aber schön, dass aktiv auf eine Optimus-Unterstützung hingearbeitet wird. Vielleicht ermöglicht dies ja irgendwann ein preiswertes Linux-"Steambook" mit Top-Performance?

  3. Hannes sagt:

    Cool ich habe gleiche die gleiche Hardware wie du oder zumindest ähnlich.
    Acer Aspire V3, Core i5, Nvidia Geforce Gt 640M mit Optimus,

    Mein Ziel ist es allerdings die Akkulaufzeit zu erhöhen, das müsste doch dann auch funktionieren oder ?

    Zur Zeit nutze ich auch Bumblebee und Prime.

    Bin übrigens Mint Nutzer.

    • jdo sagt:

      Wenn Du die Akkulaufzeit erhöhen möchtest, dann schaltest Du entsprechend auf die Intel-Karte um. Nvidia-prime funktioniert aber erst ab NVIDIA-Treiber 319.xx.

      Ich würde mal so sagen: Never change a running system. Wenn Dein System funktioniert und es hat keine Beschwerden, dann verwende weiterhin Bumblebee. Sobald Du die Kiste mal neu installierst, kannst Du das nvidia-prime immer noch ausprobieren. Ich habe bis vor wenigen Tagen auf dieser Hardware Mint 14 und Kubuntu 13.10 mit Bumblebee betrieben und hatte damit auch nichts zu meckern. Das mit dem nvidia-prime mache ich auch nur, weil es in Xbuntu 14.04 mehr oder weniger per Standard ausgeliefert wird.

      Genau genommen ist Bumblebee derzeit noch angenehmer zu verwenden. Du benutzt einfach optirun oder primusrun, wenn Du die NVIDIA-Karte brauchst. Schaltest Du mit nvidia-prime um, musst Du Dich ab- und wieder anmelden (von NVIDIA -> Intel). Schalte ich dann von Intel auf NVIDIA zurück, muss ich sogar das ganze System neu starten. Da ist also schon noch Luft nach oben in Sachen Anwender-Freundlichkeit.

  4. Robbe sagt:

    Never change a running system stimmt natürlich immer, trotzdem möchte ich hier ausdrücklich den neuen NVIDIA Treiber 337.12 empfehlen.
    Die Leistungssteigerung ist wirklich beeindruckend.

  5. Thomas sagt:

    Hi, schön dass es bei dir geht!

    Bei meinem nvidia-optimus Laptop (auch ein Acer M5 mit GT640M) habe ich bei jedem Kernel der über 3.8 diese Bildfehler: https://www.youtube.com/watch?v=UWMtUdqJgt4
    Mit Ubuntu 13.04 klappt super 🙁
    Die Ursache ist wohl der intel-Treiber im Kernel...

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