Einladung zu „*ReCommerce Blog Award! 2014*“ – nein Danke, so blöd bin ich nicht

9 Januar 2014 7 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Bei mir ist gerade ein E-Mail in den Posteingang geflattert, das mich ehrlich gesagt ein bisschen sauer gemacht hat. Die Überschrift klingt super: WIRKAUFENS.de ReCommerce Blog Award 2014

Sieht man sich die Sache allerdings genauer an, ist es ein absoluter – sagen wir Witz. Doch zunächst der Köder:

Guten Tag Hr. Donauer,

Wirkaufens – der Elektronikankauf im Internet – lädt Sie gerne ein um mit Ihrem Blog *bitblokes.de <http://bitblokes.de>* an unserem Wettbewerb „*ReCommerce Blog Award! 2014*“ teilzunehmen.

*Was können Sie Gewinnen?*

– Bis 260€ Amazon Gutschein pro Blog

– Beitrag in unserem Blog <http://blog.wirkaufens.de/> + Link

– Post auf unserer Facebook <https://www.facebook.com/wirkaufens>-Seite

*Was sollen Sie tun?*

Sie sollen einen interessanten Beitrag zu Wirkaufens und das Thema ReCommerce schreiben.

Für mehr Information über den Ablauf des Wettbewerbs besuchen Sie einfach die folgende Seite <http://wirkaufens.org/wirkaufens-de-recommerce-blog-award/> oder schreiben Sie uns eine Email <blogaward@wirkaufens.de>.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Mit freundlichen Grüße,

*Ihr Wirkaufens-Team*

(das fehlende „n“ bei Grüße steht so drin – egal, ich verschreibe mich auch dauernd).

Die Konditionen

Das klingt ja toll, also sehen wir uns die Konditionen mal an.

  • Positiver Erfahrungsbericht über Wirkaufens und rund um das Thema ReCommerce
  • Ein Beitrag mit mindestens 250 Wörtern
  • Grafiklink oder Textlink je nach Land auf wirkaufens.de bzw. wirkaufens.at  (Follow-Link, mindestens 12 Monate online)

Aha, da liegt der Hase also im Pfeffer. 250 Wörter sind wirklich nicht viel – das wäre kein Problem. Ich darf aber nur teilnehmen, wenn ich mich positiv zu WIRKAUFENS äußere. Also Kritik ist schon mal gar nicht erlaubt.

Durch den Follow-Link kauft sich die Plattform unter dem Deckmantel eines Awards also nur billige Backlinks – Guerilla-SEO sozusagen. Schön ist, dass jeder Blog jeden Monat mitmachen darf, aber nur einmal im Jahr gewinnen kann. Also mehr SEO-Backlink-Gaunerei, indem man den Leuten mit Amazon-Gutscheinen vor der Nase wedelt.

Wer gewinnt?

  • Text (Qualität und Originalität): 60%
  • Anzahl Kommentare: 25%
  • Anzahl Facebook-Likes: 15%

Die Leute gehen also davon aus, dass Leute zu diesem Werbe-Text kommentieren und diesen „liken“. Ich habe ja prinzipiell nichts gegen gesponserte Artikel. Aber die sind dann auch so gekennzeichnet und bekommen „NoFollow“-Links.

Weiterhin wird die Qualität und die Orginalität des Textes mit Sicherheit wesentlich besser, wenn ich die Leute zum Kommentieren und Liken auffordere. 40 Prozent Entscheidungs-Kriterium sind Kommentare und Facebook-Likes?!

Die Gewinne

Jeder Teilnehmer erhält am Tag der Bekanntgabe einen Amazon-Gutschein von zehn Euro – Anzahl der Blogs ist auf fünf beschränkt. Der Monatsgewinner bekommt einen Gutschein über 50 Euro und im Jahresfinale gibt es die Chance auf 100 Euro (Gutschein).

Man gibt also maximal 100 Euro pro Monat aus und erschleicht sich damit X-Backlinks. Eigentlich ganz schön clever – so blöd bin ich aber zum Glück nicht. Die bis zu 260 Euro pro Jahr per Blog sind in der Spam-Mail natürlich sehr optimistisch ausgelegt. Ich kann nur einmal im Jahr gewinnen -> 50 Euro. Sollte ich am Jahresende gewinnen -> 150 Euro. In den elf anderen Monaten „dabei“ -> 260 Euro.

Zu diesem Zeitpunkt hätte ich bereits zwölf Artikel mit Werbe-SEO-Backlinks für diese Butze geschrieben. Sollte ich das wahnsinnige Glück haben, immer zu den Gewinnern zu gehören, sind das 30 Euro pro Beitrag. Dabei riskiere ich aber einen „Klapps“ von Google (Follow-Links) und laufe Gefahr, meine Leserschaft dauern mit WIRKAUFENS zu nerven.

Ich kann aber auch komplett leer ausgehen und hätte dann zwölf Mal kostenlos und umsonst für den Schuppen Werbung gemacht.

Für mich grenzt das schon mehr an arglistige Täuschung.

Meine Antwort:

Hallo,

hätte ich vielleicht sogar gemacht. Aber als Entscheidungs-Kriterium
Kommentare und Facebook „Likes“, die immerhin 40 Prozent ausmachen, zu nehmen
ist einfach *sorry* total bescheuert.

Noch mal *sorry*: Kein Schwein kommentiert oder „likes“ einen Werbe-Artikel –
zumindest nicht auf meiner Seite.

Der Qualität und der Ehrlichkeit des Textes kommt es sicher nicht zu Gute,
wenn ich Anwender „bitte“ das Ding zu kommentieren oder zu liken.

Über das Kriterium „positiver Bericht“ und nicht „ehrlicher Bericht“ (was das
erstere sicher nicht ausschließt) äußere ich mich erst gar nicht genauer.

Bitte nehmen Sie mich aus dem Mail-Verteiler – zumindest so lange, bis die
Konditionen auf ein vernünftige Niveau angepasst sind.

Viele Grüße,
Jürgen Donauer

P.S: ich bin geneigt, genau das obere auf meinem Blog zu veröffentlichen, weil
mich das Spam-Mail mit diesen lächerlichen Konditionen eher wütend macht.

Durch diesen Beitrag erfülle ich wohl die Kriterien für eine Teilnahme nicht. Eigentlich schade, weil es mehr als 250 Wörter sind.

Unterstützt lieber Fairnopoly und verkauft Eure Sachen dort.

P.S: Immer zwei Mal nachdenken, bevor man auf solche Angebote eingeht! Ihr habt etwas (ein Blog), das die Leute wollen. Dann lasst Euch auch angemessen dafür vergüten und verhaltet Euch Euren Lesern gegenüber fair (Beitrag als Advertorial / Werbung / gesponsert markieren). Meine Meinung.

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7 Kommentare zu “Einladung zu „*ReCommerce Blog Award! 2014*“ – nein Danke, so blöd bin ich nicht”

  1. Georg sagt:

    Gut, jetzt weiß ich, wer meine alten Sachen auf jeden Fall NICHT bekommt. 😉 Danke für die Aufklärung. Ich wurde früher auch mal für einen "Test" angeschrieben, und habe für eine Software ganz bedingungslos einen Test geschrieben, jedoch wurde ich in keinster Weise zu einer rein positiven Darstellung aufgefordert. Und ich war 15, da ist man ja noch verdammt stolz drauf 😀 Hätten sie keine rein positive Darstellung erzwungen, wäre es ehrlich, aber das? Der WIRKAUFENS-Award für die scheinheiligste Arschkriecherei!

    Und ganz ehrlich: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Bücher verkauft man am besten auf booklooker.de, Elektronik ganz klassisch auf eBay, Kleinanzeigen etc., und ansonsten hat reBuy ähnlich gute bis bessere Konditionen, einen bequemen Ablauf und ermöglicht auch einen halbwegs günstigen Gebrauchtkauf. WIRKAUFENS ist einer der vielen 08/15-Anbieter wie Momox und der Amazon-Ankauf, die einfach das gleiche machen wie reBuy und 100 andere Anbieter. Wer der erste mit dieser an sich guten Idee war, keine Ahnung.

    • jdo sagt:

      Fairnopoly auf dem Radar halten!

      • Georg sagt:

        Ich war dort sogar "Held" oder wie das da heißt, aber im Endeffekt fast nichts gemacht... 😛 Ich hoffe, die werden erfolgreich!

        Hast du dort schonmal erfolgreich etwas ge- oder verkauft? Mir ist dort bisher sehr viel pseudo-ökologischer KRam für viel Geld aufgefallen, wie z.B. "Öko"-Kabel. Bisher fehlt mir da noch die Auswahl, aber das kommt mit der Zeit sicherlich noch.

        • jdo sagt:

          Ich würde es versuchen, wenn ich Deutschland oder zumindest Europa leben würde. Hier gibt es weder Amazon, noch eBay noch ... hier stehen die Obst- und Gemüse-Händler noch mit dem Karren auf der Straße und eine Tomate gleicht nicht der anderen. Dafür schmecken sie wie eine Tomate und nicht wie ein mit Wasser gefüllter Ballon. 🙂 (das sagen Besucher auch immer, gleiches gilt für Obst).

          • Georg sagt:

            So etwas kenne ich nur noch aus den besseren türkischen Geschäften oder von meiner Mutter, wenn sie mir von irgendwelchen Märkten in Georgien oder Taschkent erzählt 😀

            Die deutschen Tomaten sind wirklich nichts, was man im Ausland vermisst. Es muss toll sein, noch auf einem ordentlichen Markt einkaufen zu können 🙂

            Aber Amazon liefert nicht nach Ägypten und eBay wird nicht genutzt? Das wundert mich dann doch...am Netzanschluß scheint es ja nicht zu liegen, wenn du so regelmäßig bloggen kannst. Ist das Internet einfach noch nicht so verbreitet? In manchen Ländern sind ja tägliche Internet-Cafe-Besuche nichts besonderes, so sollte es eigentlich auch in strukturschwachen Regionen möglich sein, Amazon usw. zu nutzen.

          • jdo sagt:

            Die Post hier ist *zensiert*. Ob etwas ankommt oder nicht, ist oft dem Zufall überlassen. Einen Amazon-Zweig hier gibt es nicht. Das gilt auch für eBay. Ein Problem ist, dass es auf viele Produkte 100 Prozent Import-Gebühren gibt. Sollte ich etwas herschicken lassen, könnte es also am Zoll in Kairo hängen bleiben. Kairo ist aber 550 - 600 Kilomenter entfernt. Es ist einfach zu teuer, etwas hier herschicken zu lassen. Da aber regelmäßig Besuch, oder Besuch von Freunden kommt, ist es wesentlich stressfreier sich das so liefern zu lassen.

            Das Internet ist meist in Ordnung hier. Ich lebe mit einer 2 MBit-Leitung, die aber nur am Morgen 2 MBit hergibt. Nachmittags wird es langsamer und am Abend habe ich vielleicht noch 25 Prozent Geschwindigkeit. Zumindest ist es einigermaßen stabil. Text frisst nicht so viel Bandbreite. Nur wenn man eine Distribution oder andere Software herunterladen muss, nervt das ziemlich. Ich lasse Downloads dann oft nachts laufen und muss dann eben einen Tag warten - suboptimal, lässt sich aber nicht ändern.

            Die Verbindung zum Knoten nach Kairo ist allerdings weiterhin 2 MBit. Alles was dann durch das Untersee-Kabel geht, wird extrem zäh. Möglicherweise hängt es damit zusammen, dass am Abend mehr Freizeit-Surfer unterwegs sind, die sich negativ auf den Traffic auswirken. Ich weiß es nicht.

            Could be worse - could be raining ... 😉

          • jdo sagt:

            Ah und zu meinen alten Geräten: ich verschenke sie hier meist. Letzens ist einem Freund eine alte Festplatte verreckt (80 GByte) und ich hatte noch eine 120er rumliegen. Der freute sich über das Geschenk und hat mir dafür ein paar Bier spendiert. Ich habe noch mehr so Bier-trächtige Schätze in meinem Schrank. Irgendwann braucht sie schon jemand ... 🙂

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