KDE-Entwickler Harald Sitter geigt Shuttleworth die Meinung – der verteidigt sich und geht auf Kuschelkurs

7 März 2013 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Kubuntu Logo 150x150Harald Sitter findet es unmöglich, dass Mark Shuttleworth Kubuntus Jonathan Riddel als Spalter bezeichnet. Somit hält er ihm den Spiegel vor, was seiner Meinung nach wirklich passiert ist.

Kubuntu sei immer stolz darauf gewesen, ein Bindeglied zwischen den Ubuntu- und KDE-Communities zu sein. Riddel sei immer ein großer Fürsprecher für Kubuntu gewesen, auch wenn KDE davon nicht begeistert war. Gerade nun sei wieder so ein Zeitpunkt.

Vor kurzer Zeit hätten Mitglieder der Ubuntu-Community ihre Bedenken mitgeteilt, welchen Weg Ubuntu eingeschlagen hat. Das habe nichts mit Melodrama zu tun, sondern sie waren einfach nicht damit einverstanden, dass plötzlich eine Software als Hauptkomponente vorgestellt wurde, die im stillen Kämmerlein für 8 Monate entwickelt und dann nach dem Prinzip „friss oder stirb“ präsentiert wurde. Sitter bezeichnet das Stück Software (Mir) als Spalter. Riddel habe daraufhin vorgeschlagen, sich einem anderem Projekt in der Ubuntu-Welt zu widmen und nicht davon geredet, gleich die Community zu verlassen.

Shuttleworth denke, dass KDE und andere Desktop-Umgebungen darin gescheitert sind, etwas zu kreieren, die proprietären Betriebssysteme zu stürzen. Das mache es aber noch nicht zur Wahrheit. Sitters Kollegen würden verschiedene Geschmacksrichtungen aus der Ubuntu-Basis machen und alle hätten das Ziel, Anwendern freie Software zur Verfügung zu stellen. Anzudeuten, dass nur die offiziell unterstützten Ubuntu-Produkte zur Ubuntu-Community gehören, sei eine Beleidigung für alle Community-Mitglieder, die Begeisterung in einen Ubuntu-Abkömmling stecken. Vielleicht denke Shuttleworth, dass es nicht zähle, was diese Menschen schaffen. Sitter sagt, es zählt sehr wohl. (und ich sagte noch, dass Shuttleworth mit seinem langen Blog-Eintrag gleich mehreren Communities ans Bein gepinkelt hatte …)

Shuttleworth antwortet postwendend (schon sein 3. Blog-Eintrag heute!). Natürlich würden Kubuntu, Xubuntu und Ubuntu GNOME Remix genauso zählen.Würde das nicht der Fall sein, würde man auch nicht Zeit und Energie investieren, um die Archive effektiv bereitzustellen. Shuttleworth denkt, dass es bei Ubuntu Platz für alle gibt. So lange sich Menschen dahinter klemmen, gibt es immer Platz für ein neues Gesicht. Er sei dankbar dafür, dass all’diese Menschen Ubuntu interessanter machen.

Im Gegenzug profitiere man von einem enormen Einsatz, den Kern bereitzustellen, der wiederum dem großen Einsatz der Debian zu verdanken ist. Mir sei ein fantastisches Stück Entwicklung (wobei die Wayland-Entwickler anderer Meinung sind) eines sehr sehr begabten Teams. Shuttleworth versteht nicht, warum nun alle durchdrehen. Er sei ziemlich sicher, dass auch KWin damit und dass Mir auf mehr Geräten als Wayland laufen wird. Davon sollte wiederum KDE, Kubuntu und Plasma Active profitieren (warum verstehe ich gerade nicht ganz …). Weiterhin hat der KWin-Entwickler Martin Gräßlin geschrieben, dass KDE Mir nicht unterstützen wird.

Sitter solle tief Luft holen, eine Tasse Tee trinken und dann über das Geben und Nehmen ihrer Beziehung nachdenken.

Also im Grunde hat Shuttleworth gesagt, dass man Mir durchzieht, ist nicht auf die Bedenken der Community-Frage eingegangen und der letzte Satz klingt so als müsste Kubuntu dem Großmut von Shuttleworth dankbar sein.

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