Auch Mr. KWin, Martin Gräßlin, äußert sich zu Mir – obwohl er eigentlich gar nicht wollte

6 März 2013 Ein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

KDE 4 LogoIn seinem Blog schreibt Martin Gräßlin, dass er sich eigentlich gar nicht zu Canonicals Mir äußern wollte. Allerdings sei er so mit Fragen bombardiert worden, inwieweit das KWin betrifft, dass er diese in einem Beitrag beantworten möchte.

Erste Frage: Betrifft Euch Mir?

Ja klar, schreibt Gräßlin, sonst müsste er auch diese Zeilen nicht tippen. Die Wayland-Entwickler bekämen das FUD der Mir-Dokumentation ab (das mittlerweile verschwunden ist) und es würde Spannung schaffen und die Entwicklung beeinflussen. Nun muss man sich immer wieder die FRage anhören, ob Wayland nun besser ist oder nicht. Somit sei man davon betroffen und Gräßlin ist darüber gar nicht glücklich.

Zweite Frage: Beeinflusst Mir die Pläne von Wayland?

Gräßlin sagt, dass es sehr unprofessionell wäre, wenn man die eigenen Pläne über den Haufen werfen würde, nur weil Canonical eine Ankündigung gemacht hat. Man habe Plasma auch nicht eingestampft, als Unity das Tageslicht erblickte. Ob Mir Wayland technisch überlegen ist, kann man zu diesem Zeitpunkt nicht sagen – da müsse man einfach abwarten. Bisher habe er in der Dokumentation nichts gesehen, dass sich über Wayland heraushebt. So wie man Wayland von Seiten Canonical in den Schmutz gezogen hat, fragt sich Gräßlin ob es überhaupt einen Vorteil von Mir geben wird. Canonical würde außerdem die Pläne für ihre Distribution alle 5 Minuten ändern und so wie es im Moment aussieht, ist Mir vielleicht noch nicht einmal im Jahre 2014 einsetzbar. Somit kann man sich über die eigenen Pläne erst dann Gedanken machen, wenn man erste Ergebnisse hat.

Dritte Frage: Wird KWin Mir unterstützen?

Hier antwortet Gräßlin mit einem klaren Nein. Mir sei derzeit eine „Nur eine Distribution“-Lösung und jede Anpassung wäre Distributions-spezifisch. Man akzeptiere keine Patches, um ein Downstream zu unterstützen. Sollte Mir auf mehr als einer Distribution eingesetzt werden, kann man zu Frage 2 zurückkehren. Mit einer guten Portion Sarkasmus schreibt Gräßlin, dass ihn der enorme Erfolg von Unity in anderen Distributionen positiv stimmt, dass man sich nicht weiter mit Frage 2 beschäftigen muss.

Es ist eigentlich schon bemerkenswert, wie Canonical seit anfang des Jahres mit unfertigen Produkten Staub aufwirbelt und Uneinigkeit streut. Vielleicht sollte man die Firma langsam in Discordia umbenennen. Der ganze Hickhack spielt wieder mal nur denen in die Hände, die als Argument benutzen, dass sich die Community selbst im Weg steht. Anstatt miteinander gegeneinander … großartig …

Was mich am meisten an diesen Canonical-Ankündigungen stört, dass man ohne Rücksicht auf Verlusten wie ein Elefant durch den Porzellanladen trampelt und einfach nicht links und nicht rechts blickt. Man hätte die Ankündigung auch machen können, ohne auf Wayland mit dem Finger zu zeigen (die sich dann als falsche Aussagen herausgestellt haben) und es so professionell halten, wie Gräßlin in seinem Blog-Eintrag: Zum jetzigen Zeitpunkt kann man einfach noch nichts sagen, weil sich die Projekte in der Entwicklung befinden. Canonical wird mir persönlich immer unsympatischer …

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Ein Kommentar zu “Auch Mr. KWin, Martin Gräßlin, äußert sich zu Mir – obwohl er eigentlich gar nicht wollte”

  1. Matthias Shalom sagt:

    Überlegen wir uns etwas um ein wahres Unity zu SEIN.

    Sind wir, was die nur sagen zu sein:

    Eine Einheit

    LOVE

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