NVIDIA Optimus: Kann ich nicht einfach die integrierte Intel-Grafikkarte deaktivieren?

19 Februar 2013 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

NVIDIA Optimus Linux Teaser 150x150Ich werde immer wieder gefragt, ob man bei Notebooks oder Rechnern mit NVIDIA Optimus nicht einfach die integrierte Intel-Grafikkarte deaktivieren kann und sich dann den Zinober unter Linux spart – oder anders gesagt: Nur die NVIDIA-Grafikkarte nutzen. Ein Argument ist immer: Die doofen BIOS-Hersteller, früher konnte man das einfach dort abstellen.

Um gleich die ganze Spannung wegzunehmen: Nein, das geht nicht – das gilt auch für Windows! Der Grund ist sehr simpel. Auch wenn man der NVIDIA-Grafikakrte die schwere Arbeit überträgt, wird die Anzeige dafür der integrierten Grafikkarte übergeben. Könnte ich die Intel HD abschalten, hätte ich kein Bild mehr – auch blöd. Hör am Besten gleich auf, das Internet nach einer Lösung zu durchkruschen. Ich habe mit vor einer ganzen Weile auch die Finger Wund gesuchmaschient.

Um es noch etwas einfacher zu machen. Die Hybrid-Technologie gibt mir im Prinzip zwei Modi.

1. Nur die integrierte Grafikkarte

In diesem Modus erledigt die Intel-Grafikkarte sämtliche Arbeiten – Berechnungen und Darstellung.

2. NVIDIA plus Intel (AMD hab ich keine Erfahrung)

Wie bereits oben erwähnt, führt die NVIDIA-Karte die Berechnungen durch und übergibt die Ergebnisse der Intel-Karte für eine Darstellung. Das ist ien bisschen so als machen die Grafiker die ganze harte Arbeit und die Marketing-Abteilung erhält Ruhm und Ehre.

Das sollte soweit verständlich sein.

Derzeit keine offizielle Unterstützung für Linux

Unter Windows wird die NVIDIA-Grafikkarte deaktiviert, um Strom zu sparen. Nun könnten manche Linux-Anwender sagen: Pfeiff auf die NVIDIA-Karte, ich brauch sie nicht. Das ist schön und gut – allerdings ist das Problem derzeit, dass sie trotzdem läuft. Und das wirkt sich negativ auf die Akkulaufzeit und den Stromverbrauch aus, obwohl man die Karte gar nicht aktiv hat. Außerdem wird Wärme erzeugt, der Lüfter läuft mehr als er muss und so weiter.

Anfangs sah es so aus, als würde NVIDIA Linux erst gar nicht unterstützen wollen. In der Zwischenzeit gab es dann und wann so Andeutungen, dass man doch daran arbeitet. Das Gute an der Sache ist, dass die findige Community einen Weg gefunden hat, die NVIDIA-Karte sowohl zu nutzen, als auch zu deaktivieren. Wer sie also gar nicht braucht, möchte die Software dennoch installieren, um einfach Strom zu sparen. Wie das unter Linux Mint 14 oder Ubuntu 12.10 realisierst, findest Du in diesem Beitrag.

Deutlich mehr Geschwindigkeit

Unigine Heaven Benchmark: Wesentlich schöner mit der NVIDIA-Karte

Unigine Heaven Benchmark: Wesentlich schöner mit der NVIDIA-Karte

Unter Windows kann man in der NVIDIA-Konfigurations-Software einfach angeben, welches Programm man mit welcher Grafikkarte starten lassen möchte. Unter Linux gibt es leider kein GUI dafür. Sehr kompliziert ist es allerdings auch nicht. Sobald Bumblebee installiert ist, kannst Du mittels optirun /<Pfad>/<zu>/<Programm-Name> die gewünschte Anwendung starten. Solltest Du Dich im Verzeichnis des Programms befinden, könnte eventuell ein optirun ./<Programm-Name> notwendig sein.

Bumblebee startet einen unsichtbare X-Server mittels VirtualGL und transportiert das Bild auf den sichtbaren zurück. Die Frames werden hierbei komprimiert. Man kann die Kompression auch selbst definieren, wenn man einfach damit etwas spielen möchte: optirun -c <Kompressions-Methode> <Programm-Name>, wobei man als Kompressions-Methoden jpeg, rgb und yuv einsetzen kann. Viel Unterschied macht das nicht und es gibt eine bessere Lösung.

Ein freundlicher Mensch hat mir verraten, dass es noch schneller geht – mit primusrun. Dazu ist allerdings eine Installation von Bumblebee Voraussetzung. Die Syntax ist danach gleich, aber anstelle von optirun schreibst Du eben primusrun.

Nachdem jetzt so viele schöne Spiele für Linux kommen werden, löst eine ordentliche Geschwindigkeit der Grafikkarte natürlich einen höheren Spaßfaktor aus.

Bis NVIDIA mit einer offiziellen Lösung auf der Bühne erscheint, ist Bumblebee meines Erachtens die beste Lösung. Wenn Du einen Rechner mit Optirun-Technologie hast und den Unterschied sehen möchtest, dann überzeuge Dich selbst vom Ergebnis. Dazu kannst Du zum Beispiel die Benchmarks von UNIGINE nehmen: Heaven oder das niegelnagelneue Valley.

So nun kann ich künftig den Link auf diesen Beitrag als Antwort angeben und muss mir den Mund nicht fusselig reden … der Beitrag ist  also purer Eigennutz … 🙂

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