Auf der Fedora-Mailing-Liste wird über eine “Rolling Distribution” diskutiert

25 Januar 2012 9 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Fedora Linux LogoAuf der Fedora-Mailing-Liste wurde in den Raum geworfen, warum Fedora auch eine so genannte “Rolling Distribution” haben sollte. Bei dieser Art Distribution muss der Anwender theoretisch nie wieder neu installieren und wird immer auf dem aktuellen Stand gehalten.

Der Starter der Diskussion nennt dabei Debian CUT, openSUSE Tumbleweed, Arch Linux und Gentoo als Beispiele von rollenden Distributionen.

Fedora würde sich ins Abseits stellen, wenn man der Anwenderbasis nicht die Möglichkeit einer Rolling Distribution gibt, ist sein Argument. Auch für Server würde das einen großen Vorteil bringen.

Somit werden die Fragen gestellt:

  • Gibt es Unterstützung in der Entwickler-Community für ein rollendes Fedora (oder sogar Red Hat)?
  • Könnte das Nicht-Haben einer Rolling Distribution Fedora am Ende sogar schaden und Anwender zu anderen Distributionen bringen

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dies eine ernsthafte Frage ist und hoffentlich zu einer vernünftigen Diskussion und nicht zu einem Flamewar führt.

Einige Menschen betrachten Fedora Rawhide als Rolling Distribution. Aber selbst die Entwickler warnen im Wiki davor, die auf produktiven Systemen einzusetzen, weil Pakete nicht oder nur mangelhaft getestet sind. Eine echte rollende Distribution sollte natürlich stabil sein. In einigen der Antworten findet man, dass sich Rawhide schon auch als Rolling Distribution eignen würde. Allerdings gibt es derzeit keine Filter und Pakete können das System einfach unstartbar machen. Rawhide sei derzeit nur etwas für erfahrene Anwender und nichts für die Allgemeinheit.

Persönlich glaube ich schon, dass mit einer echten und funktionierenden Rolling Distribution Fedora für viele Anwender interessanter wird.

  • Sabayon Linux 6 LXDE-Edition
Fedora 16

GNOME-Version der Linux-Distribution



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9 Kommentare zu “Auf der Fedora-Mailing-Liste wird über eine “Rolling Distribution” diskutiert”

  1. Henrikx sagt:

    Thematisch mal wieder (oder besser, wie immer) voll am Puls der Zeit, sachlich, ohne Redundanz und sehr gut zu lesen. ~sudo dauerlob

  2. Malte sagt:

    Als normaler Endanwender ohne technische Kenntnisse frage ich mich vor allem, wie hoch die technischen Hürden sind. Wie werden Aktualisierungen eingespielt, die über Office oder Browser hinausgehen. Was ist z.B. mit Kernel-Updates oder neuen Dateisystemen?

    Wenn für tiefgehende Neuerungen eine Neuinstallation fällig ist, dann kann man es doch beim einer Kombination belassen von LTS-Version sowie Teilung in Boot und Home Partition.

    • jdo sagt:

      Was mich in erster Linie bei Fedora auf meinem Hauptrechner abschreckt ist der Lebenszyklus von ungefähr nur 13 Monaten (http://fedoraproject.org/wiki/Fedora_Release_Life_Cycle). Die *buntus und Abkömmlinge haben außerhalb der LTS-Varianten wenigstens 18 Monate.

      Die von Dir vorgeschlagene Unterteilung in Home und Boot geht mir persönlich nicht weit genug. Eigentlich müsste man Home noch Mal in Konfiguration und Daten unterteilen. Sonst schleppst Du ja ewig irgendwelche Konfigurations-Leichen mit herum, die vielleicht gar nicht mehr gebraucht werden. Das dürfte aber auch nicht trivial ganz sein ... vielleicht möchte ich ja gewisse Konfigurationen übernehmen. Gut, die Datenmenge sollte sich im Rahmen halten, aber wenn schon Neuinstallation, möchte ich ein sauberes System haben.

  3. tinti sagt:

    Fedora hat das "preupgrade", welches Usern sehr einfach zu einem Upgrade verhillft. Beim preupgrade Utility werden alle nötigen Pakete runtergeladen welche installiert sind in der neueren Version.
    Nachdem alle Pakete runtergeladen sind startet das System neu und ohne Nachfrage wird ein Upgrade durchgeführt.
    Theoretisch sollte man mit preupgrade ein Update von Fedora 12 auf 16 fahren können.

    Ich selbst nutze seit Fedora 12 das preupgrade, und seit Fedora 14 (hoch zu 15) habe ich auch keine Fehler mehr gehabt. Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dieser Lösung und würde sie auch unbedingt weiterempfehlen. Zum Testen kann man sich eine ältere Fedora Version installieren und anschliessend das preupgrade und den Test selbst durchführen.

    • jdo sagt:

      Jetzt muss ich mal dumm fragen: Warum dann überhaupt die Diskussion über eine "Rolling Distribution"? Der Mensch, der das in die Runde geworfen hat ist sicher kein Anfänger ...

  4. walther sagt:

    also ich muss nach jahrelangem linuxkonsum feststellen, dass mir das rolling von arch deutlich lieber ist als die zyklen eines ubuntu's. unter ubuntu hab ich früher oder später immer das problem, dass ich mich entscheiden muss zwischen upgrade oder dem verzicht auf irgendwelche apps, weil diese nicht in repo's oder PPAs angeboten werden. im rolling kann das system an sich einfach deutlich aktueller sein. die updates kommen dann im grunde auch in gewisser regelmäßigkeit und man verlernt nicht, sein system zu pflegen. unter ubuntu geht es mir schnell mal so, dass ich mir ein system wundervoll konfiguriere und 6 monate später nahezu von vorn anfang. einige einstellung werden quasi zurückgesetzt, manche tools sind plötzlich nicht mehr kompatibel usw usf. mit ubuntu-LTS kann ich mich mehr und mehr (besonders im serverbereich) anfreunden um stabile systeme mit geringem wartungsaufwand herzustellen (muss dann natürlich auch ggf mangelnde aktualität in kauf nehmen), aber für meinen desktop will ich nich immer monate warten oder alternativ aus sourcen selber bauen müssen.
    von daher: rolling release +1

  5. Didi sagt:

    Mir flößen Upgrades keine Furcht ein, obwohl auf Fedoras Homepage selbst vor Preupgrade gewarnt wird. Ich ziehe daher die Aktualisierung per DVD vor. Ich habe immer eine Sicherung mit Clonezilla bereitliegen, die mir den Rücken freihält und bisher immer funktioniert hat. Ein Rolling Release wäre zwar schon bequem, aber kein "Muss".

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