Alle sechs Wochen neuer Firefox: Mozilla verteidigt schnelle Ausgabe-Zyklen

26 August 2011 4 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Mozilla FoundationDie Vorsitzende der Mozilla Foundation, Mitchell Baker, hat die hohe Schlagzahl neuer großer Firefox Versionen in einem Blog-Eintrag verteidigt. Mit dem kürzlich vorgestellten Rapid Release Process habe man einige Sachen umstellen müssen, die auch neue Probleme mit sich brachten. Firmen finden diese Strategie nicht gut, weil der Wartungs-Aufwand nicht tragbar ist. Es gebe ein nicht genug zeit, die neuen Versionen ausgiebig zu testen und es besteht immer die Gefahr, dass gewisse Erweiterungen plötzlich nicht mehr funktionieren.

Baker gibt zu, dass diese Probleme komplex und schwierig sind. Man müsse daran arbeiten, die schnelle Entwickler von Firefox “sanfter” und besser für die Anwender zu machen. Dennoch glaubt sie, dass die hohe Schlagzahl Vorteile hat, die die Nachteile überwiegen.

Firefox 6

Firefox: Alle sechs Wochen soll es eine neue Version geben

Vor der schnellen Ausgabe neuer Versionen konnten neue Technologien erst nach knapp einem Jahr implementiert werden. Web-Entwickler mussten somit unter Umständen eine lange Zeit warten, neue Technologien in ihren Applikationen einzusetzen.

Der Browser sei das wichtigste Fahrzeug, wenn man im Internet unterwegs ist. Das globale Netz entwickle sich aber sehr sehr schnell. Wolle man den Browser als Schnittstelle zum Internet haben, müsse man diesen angleichen. Dies bedeute, dass man neue Funktionen ausliefert, wenn diese auch bereit stehen. Ansonsten würde der Browser zum limitierenden Faktor und Anwender könnten nicht nutzen, zu was das Internet eigentlich fähig ist.

Manchmal könne man solche Probleme ohne eine neue Version realisieren. Wenn Anwender auf den Menü-Eintrag Add-Ons gehen, würden sie den Inhalt einer Webseite sehen. Dieser Teil des Browsers bringe alle Vorteile des Webs mit sich.

Die schnelle Ausgabe neuer Versionen sei aber eine weitere Technik, um Browser-Funktionen schnell auszuliefern. Allerdings müsse man auch denen Gehör schenken, die sich mit den Schwierigkeiten der neuen Ausgabepläne herumärgern. Das betreffe im Speziellen Firmen und Add-Ons.

Mitchell Baker schreibt, dass dies keine perfekte Antwort sei und man könne es einfach nicht allen Recht machen. Allerdings glaubt sie, dass der schnelle Ausgabe-Prozess der richtige Schritt ist.

Eine Antwort auf Bakers Beitrag kommt von einem, der Linux-Pakete erstellt. Er gibt zu bedenken, dass sich die Linux-Pakete nicht von selbst erstellen und Firefox nur Update-Ausgaben für Mac OS X und Windows wartet.

Auch wenn man neue Technologien für Firefox-Anwender schneller einsetzen könnte, entwickelt man Webseiten jedoch in der Regel so kompatibel wie möglich, ist ein anderer Hinweis. Baker antwortet darauf, dass irgendwer den Anfang machen müsse um den anderen einen “Tritt in den Hintern” zu verpassen.

Auch die Diskussion einer Version mit Langzeit-Unterstützung ist noch nicht vom Tisch. Einige wünschen sich eine LTS-Ausgabe, die mit Sicherheit eine Zeit lang unterstützt wird und keine Inkompatibilitäten mit sich bringt. Das würde Firmen und Entwicklern von Erweiterungen die nötige Zeit geben, notwendige Tests laufen zu lassen.

Persönlich glaube ich, dass Firefox Marktanteile einbüßen wird und Googles Chrome davon profitiert.



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4 Kommentare zu “Alle sechs Wochen neuer Firefox: Mozilla verteidigt schnelle Ausgabe-Zyklen”

  1. tux. sagt:

    Unsinn, viele Chromenutzer wechseln wieder zurück, weil Firefox der bessere Browser ist. Übrigens hat Chrome mit der Versionitis angefangen, das ist also wohl kaum ein Zusammenhang. ;)

    • jdo sagt:

      Ganz einfach: Googles Marketing-Maschine und Android gegen Leute, die einfach verwirrt durch Mozillas Versionierung sind ... versteh mich nicht falsch, ich mag und benutz Firefox ... aber so eine LTS-Ausgabe würde ich persönlich sehr begrüßen ...

  2. Karl Schwabe sagt:

    für mich scheint es:
    Chrome hat FF in der Versionsnummer überholt ... abgehängt -
    nun wollen die FF-Leute das unbedingt wieder aufholen... aber warum?
    Warum macht Mozilla bei der Userverarsche mit?
    Allein (z.B.) das verschleudern von Ressources für dieses "wie mache ich den FF möglichst kunterbunt (und unbenutzbar)....

    Chrome ist in meinen Augen zu nichts anderem gedacht als der IE:
    Möglichst viel über den Nutzer erfahren um diese Daten vermarkten zu können.

    Und FF:
    per Default werden sämtliche Müll-und SpamCookies auf ewig behalten,
    monatelanges aufbewahren von besuchten Seiten, Passwortspeicherung etc.

    Wer eine halbwegs vernünftige Suche als voreinstellung haben will, sucht sich in den AddOn's nen Ast - sofern der gesuchte AddOn-Name nicht 100% dem tatsächlichen entspricht ... ist doch ein schlechter Witz...

    Aber:
    NOCH ist FF das geringste Übel mit dem grössten Nutzen

    • jdo sagt:

      Der Hauptgrund ist ja, neue Technologien möglichst schnell an den Anwender weiter zu geben - das ist wirklich positiv und den Grund seh ich auch ein. Dennoch muss Mozilla auch an die Add-On-Entwickler denken und denen Zeit geben, sich an neue Versionen anzupassen. Ich hoffe wirklich, dass es eine LTS-Version gibt. Die Mehrheit der Anwender wollen einfach Stabilität und funktionierende Erweiterungen und nicht bei jedem Update ein Russisches Roulette, ob die installierten Add-Ons noch funktionieren ...

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