Ubuntus Unity-Entscheidung für Natty Narwhal trifft auf wenig Gegenliebe

27 Oktober 2010 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Ubuntu Logo 150x150Mark Shuttleworths Ankündigung, dass in Ubuntu 11.04 “Natty Narwhal” Unity statt die GNOME Shell zum Einsatz kommen wird stößt auf einige Proteste aus der Community. Wie aus dem Forum von Phoronix zu entnehmen ist, haben einige Menschen Unity bereits in der Netbook-Edition ausprobiert und können der Oberfläche derzeit nicht viel Gutes abgewinnen. Es seien einfach noch zu viele Bugs in Unity, die das System brauchbar machen. Andere schreiben, dass sie dann lieber auf alternative Distributionen wie Fedora oder Arch Linux umsteigen.

Auch eigene Erfahrungen auf einem Samsung NC 10, was nun wirklich kei Exot in Sachen Hardware ist,  zeigen, dass der Crash-Reporter doch zu häufig in der Netbook-Edition von Ubuntu 10.10 Maverick Meerkat auftritt und einem den Spaß an Unity doch ziemlich vermiest. Das System an sich ist hübsch, die Idee ist gut und es ließe sich in der Tat sehr einfach bedienen – wären da diese nervigen Fehler nicht, die Unity in meinen Augen derzeit völlig unbrauchbar machen. Um nur zwei Beispiele zu nennen:

  • Das Mauspad reagiert manchmal einfach nicht mehr
  • Diverse Dienste stürtzen regelmäßig ab

Sollte Ubuntu Unity der GNOME Shell wirklich vorziehen, müssen die Entwickler noch einiges an Fehlern ausbessern. Sonst könnte sich diese Entscheidung als herber Rückschlag entpuppen. Vielleicht unterschätzt Canonical auch einfach die massive Aufgabe, die da vor ihnen liegt.

Ich schau mir gerne neue Dinge an und bin auch offen für diese, aber dann müssen sie funktionieren. Unity tut dies im Moment nicht. Ansonsten handelt es sich um Beta-Software, die auch als solche gekennzeichnet sein sollte – dann kann ich mit Fehlern leben. Es wäre sicherlich eine gute Idee, die Anwender während der Installation entscheiden zu lassen, ob sie Unity oder die GNOME Shell bevorzugen.

Mitunter Canonical ist es zu verdanken, dass Linux in den letzten Jahren wesentlich benutzerfreudlicher geworden ist und langsam das Image eines Bastel-Systems verliert. Sollte Unity nicht stabil laufen, ist die Chance mehr als hoch, sich den mühsam aufgebauten Ruf schnell wieder zu ruinieren. Bitte noch einmal gründlich über die Entscheidung nachdenken, Herr Shuttleworth.



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