Warpinator: Dateien zwischen Android, Windows & Linux tauschen

Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Mit dem kostenlosen Open-Source-Tool Warpinator tauschst Du Dateien zwischen Android, Windows und Linux direkt über Dein lokales Netzwerk aus – ohne Cloud, ohne Server und ohne Internetverbindung. Fast jeder hat mehrere Geräte mit unterschiedlichen Betriebssystemen und der Datenaustausch zwischen ihnen ist noch immer nicht trivial. Warpinator ist mit Sicherheit eine der bequemsten Lösungen. Deine Geräte müssen sich einfach nur im gleichen Netzwerk befinden und sich sehen dürfen. In dieser Anleitung zeige ich Dir, wie Du das Tool auf jeder Plattform einrichtest und was bei Verbindungsproblemen hilft.

Warpinator – was ist das?

Es handelt sich hier um ein Tool, das vom Linux-Mint-Team entwickelt wird. Warpinator war ursprünglich nur ein Entwicklungsname, hat sich dann aber durchgesetzt. Das Projekt ist weiterhin quicklebendig: Auf GitHub wird es aktiv gepflegt, die letzte Aktualisierung stammt vom Mai 2026 (Stand: Juli 2026).

Die Oberfläche ist dabei ziemlich einfach gestaltet. Du öffnest das Tool und die Software sucht nach anderen Geräten im Netzwerk. Sowohl mein Linux-Rechner als auch mein Handy mit Android befinden sich im gleichen WLAN. Ich habe Warpinator auf beiden Geräten gestartet und sie sehen sich sofort.

Warpinator gestartet – sehe Android-Gerät sofort
Warpinator gestartet – sehe Android-Gerät sofort

Klicke ich nun auf mein Android-Gerät, kann ich Dateien dorthin senden.

Mit Warpinator Dateien senden
Mit Warpinator Dateien senden

Du kannst einzelne Dateien senden oder auch komplette Ordner. Sobald Du Dateien an das andere Gerät schickst, bekommst Du dort eine Benachrichtigung. Möchte ich also Dateien mit meinem Android Smartphone austauschen, meldet sich die Software dort.

Benachrichtigung, dass eine Datei gesendet wurde
Benachrichtigung, dass eine Datei gesendet wurde

Nun kann ich die Übertragung der Datei entweder genehmigen oder ablehnen. Das muss natürlich so sein, sonst könnte Dir jeder alle möglichen Dateien schicken und Du könntest Dich nicht dagegen wehren, solange das Programm läuft.

Bei Warpinator Dateien genehmigen oder ablehnen
Bei Warpinator Dateien genehmigen oder ablehnen

Im Beispiel oben siehst Du also, dass ich eine Datei genehmigt und mehrere andere abgelehnt habe. Mit der Schaltfläche unten rechts kannst Du natürlich auch von Android Dateien an Windows oder Linux schicken.

Warpinator installieren und einrichten: Linux, Android und Windows

Linux: bei Mint vorinstalliert, sonst Flatpak

Bei Linux Mint ist Warpinator bereits vorinstalliert. Auf allen anderen Distributionen installierst Du das Tool am einfachsten als Flatpak über Flathub. Den Quellcode gibt es bei GitHub.

Android: App von F-Droid oder Google Play

Für Android gibt es Warpinator als inoffizielle, aber gut gepflegte App des Entwicklers slowscript. Du findest sie bei F-Droid und bei Google Play. Die App wird weiterhin aktualisiert – Version 1.9 erschien Ende Dezember 2025 – und läuft ab Android 5.0.

Windows: das Programm heißt hier Winpinator

Das Programm gibt es auch für Windows, dort heißt es allerdings Winpinator. Es ist ein inoffizieller, kostenloser Port, der beide Warpinator-Protokollversionen unterstützt. Aber Achtung: Die letzte Version 0.1.2 stammt aus dem Februar 2022 und die offizielle Projekt-Website war zuletzt nicht erreichbar (Stand: Juli 2026). Lade Dir das Programm deshalb am besten direkt von den GitHub-Releases herunter. Die Software gibt es nur auf Englisch und Polnisch.

Da die Software allerdings nicht sonderlich kompliziert ist, solltest Du auch mit der englischen Version zurechtkommen. Wie bereits erwähnt, kannst Du auch bei der Windows-Variante die Netzwerkschnittstellen wählen.

Winpinator Einstellungen
Winpinator Einstellungen

Im Screenshot oben sehe ich sowohl mein Linux-Laptop, als auch mein Android-Gerät. Ähnlich zur Linux-Variante kannst Du auch bei Windows an der Konfiguration schrauben.

Warpinator konfigurieren

Unter Android hast Du nicht so viele Möglichkeiten, das Programm zu konfigurieren. Du kannst den Standard-Port ändern und darfst bestimmen, ob der Service stoppen soll, wenn Du die App verlässt. Ebenfalls kannst Du Datentransfers automatisch akzeptieren. Die Netzwerkschnittstelle kannst Du im Gegensatz zu den Desktop-Versionen aber nicht konfigurieren.

Unter Linux kannst Du Dir aussuchen, welches Netzwerk-Interface Du benutzen willst. Vielleicht hast Du mehrere Netzwerkschnittstellen in verschiedenen Netzwerken und dann ist es notwendig, der Software die gewünschte Schnittstelle mitzuteilen.

Warpinator – Netzwerkschnittstelle
Warpinator – Netzwerkschnittstelle

Das Programm lässt Dich ziemlich flexibel einstellen, wie Du es benutzen möchtest. Allerdings solltest Du nur mit der Konfiguration spielen, wenn die Standard-Einstellungen nicht funktionieren.

Ein Stolperstein ist außerdem der Gruppen-Code: Alle Geräte müssen denselben Code verwenden, sonst sehen sie sich nicht. Ab Werk ist überall derselbe Standard-Code gesetzt. Hast Du ihn auf einem Gerät geändert, passe ihn in den Einstellungen der anderen Geräte an und starte die Apps danach neu.

Bei VPNs kommt es auf die richtige Konfiguration an

Mit einem VPN kann die Geschichte ziemlich kompliziert werden. Da Du bei der Windows- und der Linux-Version allerdings die Netzwerkschnittstellen einstellen kannst, ist der Einsatz eines VPNs weniger dramatisch. Du sagst Warpinator oder Winpinator einfach, dass nicht die VPN-Schnittstelle, sondern die WLAN-Karte oder die Ethernet-Schnittstelle benutzt werden sollen. Klappt die Verbindung trotzdem nicht, deaktiviere das VPN für die Übertragung einfach kurzzeitig.

Mit NordVPNs vLAN (Meshnet) lässt sich Warpinator / Winpinator prinzipiell sogar über das Internet nutzen, weil Deine Geräte damit in einem virtuellen LAN landen. Kleine Randnotiz: NordVPN wollte Meshnet eigentlich zum 1. Dezember 2025 abschalten, hat diese Entscheidung nach Protesten aus der Community aber zurückgenommen.

Mit Warpinator Dateien zwischen Windows, Android und Linux austauschen

Hier noch einmal in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Du sehr einfach Dateien zwischen Android, Windows und Linux austauschen kannst.

Time needed: 10 minutes

Befinden sich Android, Linux und Windows im gleichen Netzwerk, kannst Du mit Warpinator Dateien sehr einfach austauschen.

  1. Installiere Warpinator / Winpinator

    Als ersten Schritt benötigst Du natürlich die Software. Für Android gibt es das Programm bei F-Droid oder Google Play und für Windows bei GitHub (Winpinator). Für Linux wirst Du bei GitHub fündig. Es gibt auch ein Flatpak, wodurch die Installation einfacher wird.Warpinator installieren

  2. Geräte im gleichen Netzwerk

    Stelle sicher, dass sich Deine Geräte im gleichen Netzwerk oder WLAN befinden. Ist das nicht der Fall, sehen sich Windows, Android und Linux sonst nicht. Damit Du Daten via Warpinator senden und empfangen kannst, ist keine Internetverbindung notwendig. Außerdem brauchst Du keinen Server als Mittelsmann. Die Software funktioniert als P2P.gleiches Netzwerk

  3. Starte Warpinator

    Nun startest Du die Software einfach auf allen Geräten, mit denen Du Daten senden und empfangen möchtest. Das Programm ist ziemlich benutzerfreundlich. Sobald Du eine Datei oder einen Ordner an ein anderes Gerät sendest, musst Du den Empfang dort bestätigen.Warpinator Geräte

  4. Das war es schon!

    Mehr musst Du nicht machen. Du siehst also, dass es mit Warpinator ziemlich einfach ist, Dateien zwischen Windows, Android und Linux zu tauschen.Dateien tauschen

Alternativen zu Warpinator, um Daten zwischen Windows, Android und Linux auszutauschen

Willst Du Warpinator nicht einsetzen, um Dateien zwischen Windows, Linux und Android zu tauschen, hast Du mehrere Alternativen. Manche funktionieren aber nur in eine Richtung und für andere benötigst Du Vermittler, etwa einen Server. Hier eine Auswahl an Alternativen, um Daten zwischen Android, Windows und Linux zu tauschen.

Total Commander – mit Android Daten teilen

Möchtest Du Dateien mit Deinem Android-Handy teilen, kannst Du das über den integrierten Webserver von Total Commander machen. Das ist ziemlich einfach.

  1. Öffne Total Commander
  2. Suche die Datei, die Du mit Windows, Linux oder einem anderen Gerät teilen möchtest
  3. Tippe so lange darauf, bis ein Menü erscheint.
  4. Wähle Senden an
  5. Danach wählst Du Über WLAN senden (Total Commander)
  6. Jetzt bekommst Du eine URL, worüber die Datei erreichbar ist.
Über WLAN senden (Total Commander)
Über WLAN senden (Total Commander)

Sobald Du die Datei mit Total Commander via WLAN sendest, bekommst Du eine URL und einen QR-Code. Weiterhin darfst Du Uploads erlauben und kannst hier den Server auch wieder stoppen.

Mit Total Commander Dateien tauschen
Mit Total Commander Dateien tauschen

Die Dateien werden mit dieser Methode unverschlüsselt über einen HTTP-Server (Webserver) geschickt, der in Total Commander integriert ist. Du solltest die App deswegen nur in Deinem Zuhause oder im Netzwerk Deines Unternehmens benutzen – es sollte sich eben um ein vertrauenswürdiges Netzwerk handeln.

Eine verschlüsselte Übertragung würde hier nur funktionieren, wenn die Software temporär ein HTTPS-Zertifikat ausstellen würde und das funktioniert nicht ohne Namen.

Nextcloud – sehr komfortabel

Betreibst Du Deine eigene Nextcloud oder hast einen anderen Cloud-Service, ist die Sache natürlich komfortabel. Die Nextcloud hat den Vorteil, dass Du sie auch auf einem Raspberry Pi installieren und in Deinen eigenen vier Wänden betreiben kannst. Theoretisch benötigst Du keine Internetverbindung, um mit einer Nextcloud Dateien zwischen Windows, Android und Linux zu teilen.

Mit der Nextcloud Dateien zwischen Windows, Android und Linux austauschen
Mit der Nextcloud Dateien zwischen Windows, Android und Linux austauschen

Mit der Nextcloud kannst Du Dateien zwischen Linux, Android und Windows gleich auf mehrere Arten teilen. Entweder Du installierst die Nextcloud App auf den Geräten und synchronisierst die Dateien, oder Du benutzt die Teilen-Funktion der Software und kannst Daten via Link tauschen.

Für diese Methode benötigst Du aber einen Server als Vermittler. Du musst die Nextcloud installieren, konfigurieren und natürlich auch pflegen – also Updates einspielen. Gegenüber Warpinator ist der Aufwand ungleich höher. Du musst Dir einfach überlegen, welche Methode Deine Anforderungen besser erfüllt.

Syncthing – ebenfalls P2P

Ich wollte noch auf eine weitere Methode hinweisen, die ebenfalls P2P ist, aber auch über das Internet funktioniert – Syncthing. Die Einrichtung ist etwas komplizierter als das bei Warpinator der Fall ist. Sobald das aber einmal läuft, ist die Software nicht schlecht.

Mit Syncthing kannst Du Deine Daten zwischen zwei oder mehr Computern in Echtzeit synchronisieren. Die Datenübertragung ist verschlüsselt. Das Programm ist Open-Source und Du benötigst keinen Server als Vermittler.

Die Syncthing Foundation ist eine eingetragene gemeinnützige Stiftung aus Schweden. Du bekommst sogar professionellen Support für Syncthing, wenn Du das möchtest.

Willst Du aber schnell Daten mit einem Kumpel austauschen, der sich im selben LAN befindet, dann ist Syncthing vielleicht etwas übertrieben. In diesem Fall ist Warpinator oder Total Commander wesentlich einfacher.

FAQ – Verbindungsprobleme mit Warpinator und andere Antworten

Es kann sein, dass sich zwei Geräte nicht mit Warpinator sehen, obwohl sie im gleichen Netzwerk sind. Netzwerk-Troubleshooting ist eine Wissenschaft für sich. Hier aber einige Tipps, was Du überprüfen kannst.

Wie kann ich Dateien zwischen Android, Windows und Linux tauschen

Eine der einfachsten Methoden ist Warpinator – sofern Du im gleichen LAN bist. Befinden sich Windows, Android und Linux im gleichen Netzwerk, kannst Du damit schnell, benutzerfreundlich und bequem Daten austauschen.

Meine Geräte sehen sich bei Warpinator nicht! Was kann ich tun?


– Zunächst einmal stellst Du sicher, dass die Software aktuell ist.
– Funktioniert es noch immer nicht und Du benutzt ein VPN, deaktiviere es temporär und versuche die Sache nochmals.
– Sieh auch in der App nach, ob Du die richtige Netzwerkschnittstelle benutzt.
– Manche Router isolieren Geräte im gleichen WLAN. Überprüfe, ob das bei Deinem Router so eingestellt ist. Bei den meisten Home-Routern ist das per Standard nicht der Fall.
– Es klingt banal, aber manchmal hilft es wirklich, die Software einfach nochmals zu starten. Einen Versuch ist es die Sache wert.

Kann meine Firewall eine Datenübertragung verhindern?

Sollten sich Deine Geräte nicht sehen, überprüfe die Firewall Deines Computers oder Handys. Außerdem darf Dein Router die entsprechenden Ports nicht blockieren. Das gilt sowohl für das Discovery-Protokoll (mDNS, UDP-Port 5353) als auch für das Protokoll zur Datenübertragung (UDP und TCP, der Port ist in den Einstellungen angegeben – per Standard 42000) zulassen. Als Test kannst Du die Firewall vorübergehend deaktivieren.

Müssen meine Geräte mit dem gleichen WLAN verbunden sein?

Nicht zwingend, aber sie müssen sich im gleichen Netzwerk befinden. Möglicherweise hat Dein Netzwerk mehrere Zugangspunkte. Sind Deine Android-, Linux- und Windows-Geräte zu Hause mit dem gleichen Router verbunden, solltest Du kein Problem haben.

Ist eines Deiner Geräte Android, dann benutze den mobilen Hotspot Deines Smartphones. Auf diese Weise stellst Du sicher, dass wirklich alle Warpinator-Clients mit dem gleichen Wi-Fi-Zugangspunkt verbunden sind. Zumindest taugt es als Test.

Was ist der Gruppen-Code bei Warpinator?

Der Gruppen-Code ist eine Art gemeinsames Kennwort: Nur Geräte mit identischem Code sehen sich und dürfen Dateien austauschen. Ab Werk ist überall derselbe Standard-Code gesetzt. Sehen sich Deine Geräte nicht, prüfe in den Einstellungen aller Geräte, ob der Code übereinstimmt – und starte die Apps nach einer Änderung neu.

Aktualisiert am 17.07.2026 von Henry. Fakten geprüft.




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