Samsung zeigt „Linux on Galaxy“ – Ubuntu auf dem Smartphone via DeX

12 November 2017 3 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Samsung hat ein Konzept Demo zur Verfügung gestellt, wie die Geschichte mit dem Linux on Galaxy laufen soll. Über eine Docking-Station, die sich DeX nennt, soll man neuere Smartphones der Galaxy-Reihe mit einem externen Bildschirm, einer Maus und einer Tastatur verbinden können. Danach kannst Du eine Linux-Distribution starten und das Smartphone als Desktop nutzen. Android läuft weiterhin als Basis. Kommt Dir irgendwie bekannt vor? Kann gut sein, denn das Rad wird damit nicht neu erfunden. Allerdings mutmaße ich mal, dass Samsung schon funktionierende Test-Hardware hat, sonst würde man die Buschtrommeln nicht so bemühen.

Linux on Galaxy wird so funktionieren

Ob das nachfolgende Video schon den Real Deal zeigt, glaube ich nicht. Denn es steht dick und fett [Concept Demo] vorne dran. aber wir bekommen eine Idee, wie das laufen soll.

Du steckst also Dein Samsung Galaxy in die Docking-Station DeX und damit zeigt sich Deine Android-Oberfläche auf dem großen Bildschirm. Nun kannst Du eine Linux-Distribution starten. Samsung nimmt zu Demonstrationszwecken Ubuntu 16.04 LTS.

Linux on Galaxy - Ubuntu 16.04 LTS wird damit wohl auf jeden Fall laufen

Linux on Galaxy – Ubuntu 16.04 LTS wird damit wohl auf jeden Fall laufen

Das Unternehmen nimmt als Anwendungsfall einen Entwickler, der sozusagen seine Entwicklungsstation immer dabei hat. Im Demo wird Eclipse gezeigt. Die gute Nachricht ist: Wird Eclipse ohne mit der Wimper zu zucken laufen, dann lassen sich damit auch viele andere Programm betreiben. Eclipse ist nicht gerade ein Leichtgewicht.

Potenzial hat das Konzept aber für viel mehr. Es gibt durchaus Szenarien, bei denen ich kein Notebook mehr von A nach B schleppen müsste. An beiden Stellen eine DeX Docking Station und ein Galaxy mit dem Linux-Konzept bestückt würde reichen. Ob die Hardware für aufwendige Bildbearbeitung taugt, müsste man testen – ich glaube es fast nicht. Bilder zuschneiden oder RAW-Bilder kurz verbessern und so weiter, dürfte aber schon funktionieren. Viele alltägliche Büroarbeiten lassen sich auf jeden Fall mit dieser Mehtode durchführen. Wobei hierfür vielleicht Android alleine auch schon reicht. Auf alle Fälle hätte ich Zugriff auf die Software aus den jeweiligen Linux Repositories. Damit sind zum Beispiel LibreOffice, GIMP, Darktable, RawTherapee und so weiter gemeint.

Wer sich für Linux on Galaxy interessiert, kann sich hier bei Samsung registrieren. Sobald das Projekt veröffentlicht wird, wirst Du davon in Kenntnis gesetzt.

Konzept ist nicht neu

Wie schon erwähnt, wird das Rad an dieser Stelle nur teilweise neu erfunden. Das spannende an der Geschichte ist sicherlich die Docking Station DeX und das Samung die Installation einer Linux-Distribution auf Galaxy-Geräten offiziell unterstützt. Damit hast Du alles aus einer Hand und das sollte dann auch reibungslos funktionieren.

LinuxOnAndroid scheint tot zu sein und Maru lebt wohl noch, ist aber nur für Nexus 5 und Nexus 7 2013 verfügbar. Ansonsten fällt mir spontan keine einfache Methode ein, Linux auf einem Android Smartphone zu betreiben. Vielleicht kommt GNURoot Debian noch am ehesten hin, ich habe es aber nicht ausprobiert. Oder kennt jemand eine simple Methode, Linux gemeinsam mit Android auf einem Gerät zu betreiben?

Es bleibt abzuwarten, wie ernst es Samsung mit dem Konzept ist. Für einen reinen Marketing Gag halte ich es nicht, es ist aber auch nicht bekannt, welche Galaxy-Version Du dafür brauchen wirst. Sollte Samsung das allerdings hinbekommen, hätten sie ein derzeit einzigartiges Feature. Alle anderen haben es bisher nicht auf die Reihe gebracht oder komplett verbockt. Damit ist nicht nur Canonical, sondern auch Microsoft gemeint. Deswegen ist eine gewisse Skepsis solchen Projekten gegenüber auch legitim.

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3 Kommentare zu “Samsung zeigt „Linux on Galaxy“ – Ubuntu auf dem Smartphone via DeX”

  1. ga12 sagt:

    Das Problem, dass Samsung es ähnlich wie Microsoft und Canonical vergeigt sehe ich weniger, denn sie versuchen erst gar nicht Smartphone und Desktop mit einem einzigen Betriebssystem zu erschlagen, sondern nutzen Android als Smartphone OS und Linux als Desktop OS. Beide Betriebssysteme haben bereits bewiesen, dass sie für ihren Einsatzzweck geeignet sind.

  2. Donnervogel sagt:

    Ich finde auch folgendes Projekt sehr spannend, weiß aber nicht inwiefern Konvergenz eingeplant ist. https://plasma-mobile.org/

    Da aber das System auf Desktop-Technologien passiert, ist Konvergenz schon fast OOTB zu haben.

  3. Donnervogel sagt:

    Dafür ist übrigens dein Nexus 5X prädestiniert :).
    https://plasma-mobile.org/nexus-5/

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