darktable 3.2 neue Version des RAW-Editors mit vielen neuen Funktionen

Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Eigentlich war die Veröffentlichung von darktable 3.2 zu einem späteren Zeitpunkt geplant. Allerdings hat die Coronakrise dazu geführt, dass es viel mehr Beiträge in diesem Jahr gab. Deswegen haben sich die Entwickler entschlossen, darktable 3.2 früher als geplant auszugeben. Weiterhin ist Version 3.4 für Dezember 2020 geplant. Dann wäre 2020 ein spezielles Jahr mit zwei großen Versionen des RAW-Editors.

Bugfixes in letzter Minute haben dazu geführt, dass es gleich Version 3.2.1 gibt. Version 3.2 ist laut Angaben der Entwickler stabiler als 3.0. Ein Upgrade wird deswegen empfohlen.

Benutzeroberfläche in darktable 3.2 verfeinert

Bereits mit Version 3.0 wurde die Benutzeroberfläche der Software gründlich überarbeitet. In der neuesten Version wurde sie nun verfeinert und soll das Benutzererlebnis verbessern. Die Verbesserungen wirken sich zum Beispiel auf den Leuchttisch aus.

Leuchttisch in darktable 3.2

Die Entwickler geben an, dass vor allen Dingen der Leuchttisch stark weiterentwickelt wurde. Er ist schneller geworden und bereit für Bildschirmauflösungen von 8k.

Weiterhin gibt es neue Optionen zur Überlagerung von Miniaturbildinformationen.

darktable 3.2 mit neuen Miniaturbild-Überlagerungsmodi (Quelle: bilddateien.de)

darktable 3.2 mit neuen Miniaturbild-Überlagerungsmodi (Quelle: bilddateien.de)

Eine detaillierte Beschreibung aller Neuerungen und Änderungen findest Du sowohl in der offiziellen Ankündigung (Englisch) als auch in der Übersetzung auf Deutsch. Dort ist alles sehr gut und genau beschrieben. Wer sich für die Software und die neueste Version interessiert, sollte sich den Artikel unbedingt durchlesen. Der Beitrag ist ziemlich lange. Man braucht ein bisschen, all die Neuerungen und Änderungen zu verdauen.

Der Negadoctor

Es gibt ein neues Modul, dass sich Negadoctor nennt. Die Entwickler schreiben, dass das bisherige Filmnegativmodul Invertieren große Schwächen hatte. Ich zitiere:

es arbeitet notwendigerweise auf dem nicht entmosaikierten Sensorsignal, wenn das Negativ mit einer Digitalkamera aufgenommen wurde, und daher notwendigerweise vor dem Eingabefarbprofil, egal was immer passiert

Daraus resultieren zwei unlösbare Probleme :

  1. Wenn die digitale Datei von einem echten Scanner stammt und mit einer Übertragungsfunktion (dem “Gamma”) kodiert ist, wird diese vor der Invertierung nicht entfernt. Je nach Art des Scanners, an dem Sie arbeiten (“RAW”-16-Bit-Linearscan von einem spezialisierten Filmscanner oder 8-Bit-gamma-codierter JPEG-Scan von einem Konsumenten-Scanner), werden Sie überhaupt nicht dasselbe Verhalten haben. Beachten Sie, dass das Signal linear ist, wenn die Abtastung mit einer Digitalkamera erfolgt, so dass das Problem hier nicht auftritt.

  2. Man invertiert die Farbe, bevor man den Farbraum des Scanners oder Digitalgerätes korrigiert, so dass die Farbprofile dann fehlerhaft werden (sie müssten ebenfalls invertiert werden) und die (unvermeidliche) Farbabweichung des zum Scannen verwendeten Sensors nicht richtig subtrahiert werden kann.

Dies führt zu langwierigen Farbkorrektursitzungen, bei denen mit verschiedenen Modulen manuell nachgeholt wird, was das Eingabefarbprofil automatisch hätte tun müssen, wenn es zum richtigen Zeitpunkt, d.h. vor der Invertierung der Farben des Negativs, angewendet worden wäre.

Der “Negadoctor” löst dies und vieles mehr, basierend auf dem Kodak Cineon-Sensitometriesystem, das in den 1990er Jahren zur Digitalisierung von Filmrollen im Kino entwickelt wurde.

Wer also gerne mit Negativen arbeitet, wird sich sicherlich mit dem Negadoctor anfreunden können.

Download und Installation

Die Fotobearbeitungs-Software gibt es unter anderem für FreeBSD, Windows und macOS. Natürlich steht die Software auch für verschiedene Linux-Distributionen zur Verfügung. Du findest die Installationsdateien und Anleitungen im Download-Bereich der Projektseite.

Die Entwickler beschreiben unter anderem, wie Du die Software unter Debian, Ubuntu und Derivate wie Linux Mint, Fedora, openSUSE, Arch und Gentoo installieren kannst.

Der RAW-Editor ist in den Repositories von Ubuntu 20.04 enthalten, allerdings in der Version 3.0. Möchtest Du die neueste Version haben, musst Du den Anweisungen im Bereich der Drittanbieter folgen. Allerdings ist die aktuelle Version so frisch, dass auch hier noch 3.2 fehlt. Das sollte sich aber in den kommenden Tagen ändern.

Bist Du ganz ungeduldig, könntest Du natürlich auch aus den Quellen selbst kompilieren. Persönlich warte ich lieber, bis die Repos aktualisiert sind, muss ich ehrlich zugeben. Als Schnappschuss wäre 3.2 übrigens schon verfügbar, allerdings nur bis Ubuntu 19.10. Deswegen ist etwas Geduld gefragt.

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