Nextcloud soll die bessere ownCloud werden – ein Neustart ist notwendig

2 Juni 2016 13 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Nun ist die Katze aus dem Sack, warum so viele ownCloud-Mitglieder der ownCloud den Rücken gekehrt haben. Es war in den vergangenen Wochen fast wie ein Massensterben bei der ownCloud-Prominenz. Der Grund ist Nextcloud. Dazu gibt es gleich mehrere Ankündigungen.

Nextcloud ersetzt ownCloud

Mitgründer von ownCloud Frank Karlitschek hat ownCloud vor zirka fünf Wochen verlassen und danach folgten einige der Top-Techniker. Die genauen Gründe will niemand so wirklich sagen. Zwischen den Zeilen lässt sich irgendwie lesen, dass sich die Geldgeber zu viel einmischen wollten. Er selbst wollte das Projekt alles andere als aufgeben und somit sei ein Neustart notwendig gewesen. Die Nextcloud ist ein Fork der ownCloud.

Mithilfe der Nextcloud GmbH wollen die Mitglieder außerdem diverse Kunden der ownCloud auf ihre Seite bringen.

Für Entwickler erleichtern sich die Dinge außerdem. Wer mithelfen möchte, braucht nicht mehr zwingend ein Contributor License Agreement. Dual-Lizenzen gibt es auch keine mehr. Das neue Markenzeichen wird einer unabhängigen Stiftung übergeben. Außerdem wird es keine Entwicklung mehr hinter geschlossener Tür geben. Alles wird offen sein.

Bessere Zeiten für Anwender

Der Anwender soll wieder mehr in den Fokus rücken und die Entwickler wollen auf die Rufe hören. Nextcloud wird volle Unterstützung für so beliebte Funktionen wie Kalender oder Kontakte liefern. Ich gehöre ebenfalls zu den Anwendern, die in der jüngeren Vergangenheit Support für diese Funktionen vermisst haben. Kalender und Kontakte sind für mich ein Grund, diese Private Cloud zu nutzen. Wenn ich nur File Sync will, kann ich auch SyncThing oder Seafile nutzen.

In Nextcloud wird es außerdem Kommunikations-Funktionen geben, indem Spreed.ME integriert wird. Das ist eine freie (Open Source) WebRTC Software.

Außerdem wird es diverse Funktionen für den normalen Anwender geben, die bisher nur in der Enterprise-Version von ownCloud verfügbar waren. Es wird weiterhin einige solche Einschränkungen geben, die sich dann aber wirklich nur an Unternehmen richten.

Baldiger Ersatz für ownCloud

In den kommenden Wochen soll es einen Ersatz für ownCloud geben. Bestehende Anwender sollen dann relativ einfach auf Nextcloud umsteigen können.

Auch Jos Poortvliet hat sich der Nextcloud angeschlossen. Weiterhin haben sich neun der zehn Top-Mitstreiter der ownCloud angeschlossen und wollen mit Nextcloud Dinge besser machen.

Das ist fast als würde eine komplette Fußballmannschaft zu einem neuen Verein wechseln. Negativ sehe ich das nicht, wenn die Entwickler ihren Plan so einhalten wollen – ich glaube es ihnen. Dass so etwas sehr gut klappen kann und ein solcher Paukenschlag möglicherweise ganz heilsam ist, sehen wir an LibreOffice. Wie schnell es dann mit dem Vorgänger des Forks bergab gehen kann, wenn Seele und / oder Gehirn nicht mehr dabei sind, haben wir an OpenOffice.org gesehen.

Ich selbst tat mich schwer mit der teilweisen Geheimniskrämerei bei ownCloud. Neue Funktionen wurden nur angedeutet, ich musste viel selbst ausprobieren – bekam für die ownCloud 9 eigentlich gar keine Informationen, sondern musste anhand eines RC ausprobieren, was sich geändert hat und so weiter. Wieder mehr Offenheit und die Community in den Vordergrund stellen, scheint ein sehr guter Ansatz zu sein. Ich freue mich auf jeden Fall darauf – heut rein, Nextcloud!

Nextcloud statt ownCloud: Zurück zur Community

Nextcloud statt ownCloud: Zurück zur Community

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13 Kommentare zu “Nextcloud soll die bessere ownCloud werden – ein Neustart ist notwendig”

  1. tux. sagt:

    *** Direkte Beleidigung - gelöscht *** jdo

  2. Didi sagt:

    "Außerdem wird es diverse Funktionen für den normalen Anwender geben, die bisher nur in der Enterprise-Version von ownCloud verfügbar waren."
    Der Kalender ist Sache der Community. Er wird selbst mit der Enterpreise-Version nicht angeboten. Dann dürfte es auch beim Fork nichts mit einem besseren Kalender werden. Und auf den Community-Kalender kann ich gerne verzichten.

    • jdo sagt:

      Das ist falsch verstanden. In der jüngeren Vergangenheit wurden Kalender und Kontakte eher stiefmütterlich behandelt. Genau diese Funktionen sind aber gefragt und die Entwickler wollen sie wieder besser oder voll unterstützen.

  3. tux. sagt:

    Inhalt gleich mitgelöscht. So klug.

    • jdo sagt:

      Du kannst Dich gerne noch mal ausdrücken und zwar zivilisiert. Dann lösche ich es auch nicht. Mich für Deine Entgleisung durch die Blume anzuprangern scheint klug zu sein, ist mir aber ziemlich egal.

  4. tux. sagt:

    Diese Attitüde ist im Linuxumfeld ja so üblich. Ist mir schon aufgefallen. Indizien für die Unsicherheit von Open Soße bleiben nie lange stehen, da ist jeder Grund recht. Weiter so!

  5. tux. sagt:

    (Und da wunderst du dich über den Umgangston im OSBN...)

  6. tux. sagt:

    Letzter Versuch (extra als separater Beitrag):

    WebRTC von Haus aus zu unterstützen ist nicht gerade das Klügste, was man so tun kann. WebRTC war für ein paar sehr grobe Sicherheitsprobleme im Firefox verantwortlich und sollte das Erste sein, was man in einer neuen Installation deaktiviert.

    So, gute Nacht.

  7. Didi sagt:

    @jdo: Frank von intux.de und ich hatten uns auf der CeBIT 2016 mit den Entwicklern Ownclouds über die Kalenderproblematik und die miserablen Upgraderoutinen (weißes Fenster nach dem Upgrade) unterhalten. Ich habe lediglich das wiedergegeben, was uns mitgeteilt wurde: Die Entwickler Ownclouds haben auf die Plugins der Community keinen Einfluss. Außerdem lehne die Geschäftsleitung einen Kalender aus Konkurrenzgründen grundsätzlich ab. Man konzentriere sich auf die Synchronisation.
    Wenn der Fork das anders handhaben wird, wäre es mir nur recht.

    • jdo sagt:

      Glaube ich Dir sogar. Aber so wie die Ankündigung klingt, konnte man wohl nicht so, wie man wollte ... lassen wir uns überraschen ...

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