Mondfinsternis 2015 im Zeitraffer mit Raspberry Pi aufgenommen

10 Oktober 2015 Ein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Den Blutmond heuer konnte ich leider nicht sehen. Das lag aber nicht daran, dass ich zu faul zum Aufstehen gewesen wäre, sondern da sich in Schottland kurz nach Beginn der Mondfinsternis 2015 dicke Wolken zwischen Mond und mir geschoben haben. Da standen wir nun also nachts um drei und konnten einen grauen Schleier begutachten.

Andere hatten bessere Sicht auch den Mond. Ich bin bekanntlich selbst ein Fan von Zeitrafferaufnahmen (Timelapse) und deswegen fasziniert mich ein Projekt wie das folgende um so mehr.

Der Betreiber der Website homofaciens.de hat eine Zeitrafferaufnahme der Mondfinsternis 2015 mithilfe eines Raspberry Pi, eines Kameramoduls und eines 100-300mm Objektivs aufgenommen.

Mondfinsternis 2015 im Zeitraffer

Im Video sieht man allerdings nicht nur, wie sich der Schatten der Erde vor den Mond schiebt und somit die Mondfinsternis 2015 auslöst, sondern es wird auch erklärt, wie das Ganze funktioniert.

Im Endeffekt muss man das Kameramodul des Raspberry Pi mit dem Teleobjektiv verbinden. Dafür wurde der Objektivdeckel abgeschliffen und eine Bohrung von 8mm in der Mitte des Deckels getätigt.

Danach muss man noch die Linse aus dem Kameramodul des Raspberry Pis entfernen. Das wird im Video erklärt, wie man das macht.

Weiterhin benötigt man noch einen Distanzring oder Zwischenring, damit der lichtempfindliche Chip des Kameramoduls in einer bestimmten Entfernung zum Objektiv ist. Einer mit 20mm hat sich in diesem Fall als brauchbar erwiesen.

Ein Problem ist allerdings, dass das Raspberry Pi natürlich die Blende des Objektivs nicht steuern kann. Das muss man an der DSLR festlegen und das Objektiv dann entsprechend entfernen. Wird auch im Video erklärt.

Die Nachführung, der Mond steht nicht still am Firmament, wurde ganz banal mit einem Stativ erledigt.

Interessant ist auch, dass der Chip des Kameramoduls des Raspberry Pis einen Crop-Faktor von neun hat. Man muss also die nominale Brennweite des Objektivs mit neun Multiplizieren, woraus sich eine maximal Brennweite von 2700mm ergibt. Für die Aufnahme hat der Bastler eine Brennweite am Objektiv von zirka 130mm verwendet, was mit dem Crop-Faktor umgerechnet etwa 1200mm ergibt.

Laut eigenen Angaben hatte der Bastler nur einen Tag Zeit, um das Projekt auf die Beine zu stellen. Für diesen Schnellschuss ist es meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Auch wenn die richtige Kombination an Blende und Belichtungszeit nicht gefunden wurde, um den roten Schimmer des Blutmondes zu zeigen. Aber bis zur nächsten Mondfinsternis ist ja noch etwas Zeit, um das MoonPiLapse zu verfeinern.

Tipp: Zeitrafferaufnahmen mit dem Raspberry Pi kann man zum Beispiel mit motion durchführen (auch wenn das für etwas anderes gedacht ist). Auch ein Skript mit einer Schleife oder via Cronjob (raspistill) wäre das möglich. Da führen mehrere Wege nach Rom.

Mondfinsternis 2011

Im Jahre 2011 hatte ich gute Sicht auf den Mond und konnte auch den roten Schimmer einfangen, inklusive der Achse des großen Wagens. Auch wenn das Teleobjektiv von damals nicht der Brüller wr, bin ich mit der Aufnahme dennoch ganz zufrieden. Schade, dass sich der Mond 2015 vor meiner verbesserten Ausrüstung versteckt hat.

Mondfinsternis 2011 habe ich erwischt, die Mondfinsternis 2015 leider nicht

Mondfinsternis 2011 habe ich erwischt, die Mondfinsternis 2015 leider nicht

Nette Pi-Konstellation

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Ein Kommentar zu “Mondfinsternis 2015 im Zeitraffer mit Raspberry Pi aufgenommen”

  1. intux sagt:

    Tolle Geschichte. Eine super Anleitung! Da juckt es in den Fingern das Ganze auch mal nachzubauen.

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