Google neue Kamera-App mit Photo-Sphere-Funktion und geringer Schärfentiefe

17 April 2014 4 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Wer ein Gerät mit Android 4.4 “Kitkat” sein eigen nennt, kann die neue Kamera-App von Google installieren – beziehungsweise habe ich diese gerade auf dem Nexus 7 automatisch verpasst bekommen. Zunächst einmal ist das Programm allerdings dauern abgestürzt und ich musste das Gerät neu starten. Danach funktionierte es.

Neue Kamera-App für Android

Neue Kamera-App für Android

Die Kamera-App ist anders als der Vorgänger. Die Bedienung ist anders und es gibt neue Funktionen. Dass einige nun behaupten, die neue Kamera-App beite DSLR-ähnliche Funktionen ist aber schon enorm über das Ziel geschossen. Nur weil man eine Unschärfe einbinden kann, um damit einen geringen Schärfentiefebereich (kleiner Blendenwert) zu simulieren … selbst Google behauptet auf der Play-Seite, dass man damit SLR-ähnliche Fotos machen kann – naja … Hauptsache viele Megapixel, sag ich immer – 50 Euro aber 346 MPixel beim Discounter – muss was taugen, Hauptsache viele Megapixel …

Ansonsten ist die neue Photo-Sphere-Funktion eigentlich recht witzig. Damit lässt sich ein Bild rund um Dich schießen. Mit einer vernünftigen Kamera würde man da zum Beispiel Hugin zu Rate ziehen. Die “eindrucksvollen 360-Aufnahmen” wie von Google beschrieben – war wohl mehr Marketing als Technik am Werk. So eindrucksvoll ist das gar nicht, weil es nur halbwegs funktioniert. Man fängt bei einem Punkt an, der auch angezeigt wird. Dort hält man das Tablet / Smartphone still und bewegt es dann in eine andere Richtung. Es erscheint ein weiterer Punkt, zu dem man navigiert.

Photo-Sphere ...

Photo-Sphere …

Und entweder habe ich nicht richtig geblickt, wie das funktionieren soll, aber mein Ergebnis ist da wenig beeindruckend … der Fehler sieht so ähnlich aus, wie man bei einer DSLR auch erzwingen kann, wenn man bei einem 360er- Panorama nicht das Objektiv sondern den Kamera-Body zentriert hat. Ich muss das noch mal draußen ausprobieren.

Photo-Sphere: hmmm, naja ...

Photo-Sphere: hmmm, naja …

Ansonsten hat der Sucher 100 Prozent Abdeckung für eine maximale Sensor-Auflösung. Panorama- und Video-Funktion sind natürlich auch enthalten.

Ganz nettes Spielzeug, die App. Aber lasst Euch nicht ins Bockshorn jagen – so ein Ding ersetzt keine “richtige” Kamera, da können es die Marketing-Leute noch so schönschreiben …



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4 Kommentare zu “Google neue Kamera-App mit Photo-Sphere-Funktion und geringer Schärfentiefe”

  1. ... aber interessant ist ja, was man im Anschluss mit den Aufnahmen machen kann: Post auf Google +, Veröffentlichen bei Google Maps Views oder Einbinden in den eigenen Blog.
    Hat schon ein bisschen "Suchpotential" ;-)

    • jdo sagt:

      Wenn man den sozialen Selbstbeweihräucherungs-Wahsinn nach dem Motto "Seht mal, ich nehme einen Schonkaffee und ein Hirnwurstbrot als Frühstück zu mir" mitmachen möchte, dann ja ... :) ... ansonsten schleppe ich lieber eine gute Kamera mit und stitche selbst ...

      • Martin Zabinski sagt:

        Hi,

        was für ne Kamera verwendest du denn? Und was würdest du für einen Anfänger empfehlen (der keinen bock mehr auf diese digitalen Kompaktkameras hat)?

        • jdo sagt:

          Hallo Martin,

          Ich selbst habe eine Canon EOS 7D. Es kommt aber nur bis zu einem gewissen Grad auf die Kamera selbst an, da das Objektiv die Musik macht. Nicht umsonst kosten hochwertige Objektive teilweise mehr als der Kamera-Körper. Auf keinen Fall sollte man sich von dem Marketing-Geschwafel mit den MegaPixeln in beeindrucken lassen.

          Dann ist es natürlich eine Frage des Budgets und was Du genau damit machen möchtest. Mit einer EOS 700D kannst DU zum Beispiel bis zu fünf Bilder pro Sekunde schießen, mit meiner 7D mache ich bis zu acht.

          Für Panoramas verwende ich zum Beispiel ein Tokina Fisheye 10-17mm, das ich auch für Unterwasser verwende. Das Objektiv ist aber nicht ganz billig. Für nur über Wasser ist wahrscheinlich die Anschaffung eines geradlinigen Weitwinkel-Objektivs die bessere Wahl - weil es flexibler einsetzbar ist (meine Meinung). Ich habe aber auch mit einem Tamron 17-50 mm schon Panoramas gemacht - dann musst Du einfach mehr Bilder schießen und Hugin wird etwas länger rechnen.

          Was sehr wichtig ist: Du solltest Dir gut überlegen, welche Marke Du kaufst. Canon-Objektive passen nicht auf Nikon und umgekehrt. Das gilt auch für Sony, Olympus und so weiter. Wenn Du irgendwann mal 1000 Euro für Objektive ausgegeben hast und willst dann die Marke wechseln ist das extrem doof. In Sachen Second-Hand-Markt ("günstige" Objektive, da einer unbedingt das neueste Modell will ... bisschen wie mit Grafikkarten ;) ) bist Du wahrscheinlich bei Canon und Nikon wesentlich besser aufgehoben als bei anderen DSLR-Marken. Ein gutes Objektiv verliert übrigens kaum an Wert.

          Meine Empfehlung ist deswegen: Spar lieber ein paar Kröten beim Kamera-Körper und kauf Dir ein (oder mehrere) hochwertige Objektive. Diese Kit-Objektive (die dabei sind) sind ganz nett, aber nicht mit der hochwertigeren Verwandtschaft zu vergleichen.

          Noch zu beachten: Nur die Top-Klasse der DSLRs haben keinen so genannten Crop-Sensor (auch meine 7D hat einen) sondern sind Full Frame. Bei Canon ist das 1,6 und bei Nikon 1,3. Crop muss nicht immer ein Nachteil sein. Bei Canon mit 1,6 bedeutet es, dass die Brennweite mit 1,6 zu multiplizieren ist. Also aus einem 100mm Makro würde dann ein 160mm. Das sollte man beim Objektiv-Kauf im Hinterkopf behalten. Der Vorteil von meiner 7D-Crop gegenüber einer 1:1 Full Frame ist zum Beispiel, dass ich unter Wasser bei der Makro-Fotografie etwas weiter vom Objekt entfernt bleiben kann und das Motiv damit nicht so leicht verschrecke (wodurch man wieder das Licht kompensieren muss, da weiter weg, aber das führt nun zu weit). Das menschliche Auge ist auf 50mm gepolt - also ein mit 50mm geschossenes Bild würde man so sehen, wie wir das in Echt tun. Will ich das mit meiner Canon und Crop-Sensor 1,6 erreichen, muss ich das Objektiv auf zirka 31mm stellen (31,25 * 1,6 = 50).

          Ich höre immer wieder, wie gut diese und jene Kompakt-Kamera ist und so weiter. Mag alles sein, aber diese haben nur ein Objektiv. Nun kommen langsam die Nicht-DSLRs mit wechselbaren Objektiven und hier ist meine Meinung dazu: Wenn ich genau so viel ausgeben muss, wie für eine DSLR, dann kauf ich lieber das "Original" und nicht das "Möchtegern". Ich möchte mal sehen, wie jemand auf so ein Winzding ein Canon USM 70-200 plus Extender draufschraubt und die Haptik dann noch gut ist. Klar sind DSLRs größer (und daher auch schwerer), aber dafür liegen sie auch besser in der Hand. Das ist wie mit den Mobiltelefonen - Nokia hat irgendwann eine Telefon auf den Markt gebracht, das wegen der Miniatur-Tasten keiner mehr bedienen konnte. Klar war das schick, aber die Haptik war absolut beschissen.

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