Shuttleworth orakelt: Apple wird iPhone und Macs konvergieren

12 Oktober 2013 7 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Ubuntu Logo 150x150Huch, da war es aber ne ganze Zeit lang ziemlich ruhig aus dem Shuttleworth-Lager. Nun hat er aber mit der PC-Pro gesprochen und ein paar interessante Theorien vom Stapel gelassen.

Zunächst einmal drückt er seine Enttäuschung aus, dass das mit dem Ubuntu Edge nicht geklappt hat – verständlich. Hätte man aber so daran geglaubt, hätte man das Geld auch selbst in die Hand nehmen können. Aber egal. Sagen wir so: Auch wenn es mir persönlich zu teuer gewesen wäre, hätte ich das Gerät dennoch gerne in Aktion gesehen.

Nun ist er der Meinung, dass Apple ganz klare Signale ausgesendet hat, das iPhone und das MacBook Air konvergieren zu lassen. Beziehungsweise wird man aus dem iPhone und einer Docking-Station eine Art MacBook Air haben sollen.

Laut Shuttleworth ginge gerade ein Ruck durch die Industrie und das Interesse an Konvergenz nehme zu. Die mobilen Prozessoren werden schneller und schneller. Außerdem habe Apple mit der Ankündigung des iPhone 5s gesagt, dass es einen Prozessor der Desktop-Klasse beinhalte. Für Shuttleworth sei das kein Zufall gewesen. Man müsse nicht grundlos über die Desktop-Performance einer CPU sprechen.

Shuttleworth sagte, dass man bei Ubuntu wahrscheinlich mit Version 14.10 oder 15.04 ein voll konvergierendes Betriebssystem habe. Zur Erinnerung: Canonical will die komplette Code-Basis für Desktop und Mobile vereinen. Weiterhin glaubt er, dass man diesen Schritt vor Microsoft und Windows auf mobile und PC schaffe.

Das ist schön. Wieder ein paar Luftschlösser für das nächste Jahr in Aussicht gestellt. Alleine der Anschreiber des Beitrags (wobei der Shuttleworth für diesen nichts kann): “Canonical founder Mark Shuttleworth claims Apple will follow Ubuntu’s lead and converge the iPhone and MacBook product lines.” – soso, Apple lässt sich also von Ubuntu inspirieren … ob das nicht die Tatsachen ein klein wenig verdreht?

Und bevor mir das nun wieder als Hasspredigt gegen Ubuntu ausgelegt wird: Ich verwende selbst xBuntu – ob in Form von Linux Mint oder Kubuntu. Allerdings kann ich Mark Shuttleworth, von dem ich einst sehr begeistert war, immer weniger ernst nehmen. Ich hielt ihn für einen Visionär – das rutscht aber immer mehr in die Richtung Tagträumer. Es kommt eine große Ankündigung nach der anderen und bisher fehlen die Ergebnisse. Alles wird immer auf das nächste Jahr geschoben und Versprechungen gemacht. Dann und wann redet man mit der Presse oder nimmt irgendwelche Videos auf.

Mozilla hat sein mobiles Firefox OS auf dem Markt – inklusive Hardware-Partner. Ok, das ist für den Low-End-Sektor und so ein ZTE gibt es in den UK für 60 GBP. Aber man hat etwas auf dem Markt, worauf man aufbauen kann. Bei Canonical ist man weiterhin am Reden und Reden und Reden. Mir fällt es immer schwerer, jegliche Aussagen von Caonical ernst zu nehmen. Gut ist zumindest, dass die Ubuntu-Community in der Zwischenzeit so stark ist, dass sie wohl auch ohne Canonical überleben können.



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7 Kommentare zu “Shuttleworth orakelt: Apple wird iPhone und Macs konvergieren”

  1. freiheit sagt:

    Ob nun Apple oder Canonical zuerst auf die Idee kam Smartphone und PC zu vereinigen entzieht sich meiner Kenntnis. Möglicherweise geschah dies auch einfach unabhängig von einander, es war einfach die Zeit für diese Idee da die Technik soweit ist.

    Jedefalls bewusst ist mir die Idee in der Tat erst durch das Edge geworden und nicht durch Apple.

    Nur Luftschlösser sind auch es nicht. Ubuntu ist schon sehr real. An Mir wird wohl fleißig gearbeitet. Für die Verbreitung beim normalen Dau hat Shuttleworth mehr getan als jeder Andere. Ich kann verstehen wenn man ihn nicht mag, aber bei jeder Kleinigkeit auf ihn rumzuhacken kann ich auch nicht verstehen. Aber mach trotzdem weiter, diese Verbissenheit entlockt mir stehts ein Lächeln. ;-)

  2. Flo sagt:

    Warten wir erstmal auf Ubuntu TV ab, dann sehen wir weiter.

  3. habbeda sagt:

    Vielleicht gab es diese Idee sogar schon bevor Apple oder Canonical auf den Gedanken kamen. Ich erinnere mich noch dunkel an ein Konzept von Mozilla, um das Handy als Desktop-PC zu "missbrauchen". Das dürfte noch vor "Ubuntu for Android" gewesen sein.

    Für mich bleibt jedoch die Frage: ist der Weg wirklich sinnvoll? Mit der PC-Hardware kann ich machen, was ich will. Mit dem Notebook wird es schon schwieriger - mit dem Handy ist es jedoch nahezu unmöglich. Selbst wenn Canonical etwas Vernünftiges auf den Markt bringen würde: ein offenes OS wird mir auf einem geschlossenen Gerät nicht sympathischer.

    • jdo sagt:

      Motorola hatte auch mal so ein Konzept, wenn ich mich nicht irre ...

      • habbeda sagt:

        Stimmt... das müsste das Atrix 4G gewesen sein - also sogar mehr als nur ein Konzept. Das konnte sowohl im kleinen Dock als PC-Ersatz, als auch in einem größeren Dock als Netbook verwendet werden.

  4. gemue2013 sagt:

    Ein Rohrkrepierer mit Ansage. Danke für den schönen und sehr treffenden Kommentar.

  5. Marco sagt:

    Na ja,

    er hat auch nicht unbedingt gesagt, dass Apple kopiert hat, sondern dass sie auch in diese Richtung gehen werden und man diese Idee bei Ubuntu schon früher kommuniziert hat.

    Das halte ich jetzt nicht für so problematisch, außerdem gehört das Klappern auch zum Handwerk.

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