Bei Open-Source sind Browser-Engine-Wochen: Samsung und Mozilla mit Servo, Google und Opera mit Blink

4 April 2013 2 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Mozilla Foundation Logo 150x150Im Mozilla-Blog hat man einen enge Zusammenarbeit mit Samsung bekannt gegeben. Man arbeitet laut eigenen Angaben mit dem Elektronik-Riesen an der Programmiersprache Rust und einer experimentellen Browser-Engine für Android und ARM, die sich Servo nennt. Samsung habe bereits ein ARM-Backend für Rust zur Verfügung gestellt und eine notwendige Infrastrukur, die man für eine Cross-Kompilierung nach Android benötigt. Den Code gibt es bei Github, aber man befinde sich erst am Anfang.

Rust gibt es derzeit als Version 0.6 und befindet sich seit einigen Jahren in der Entwicklung. Die Entwickler sprechen davon, dass Rust eine präzise Kontrolle über Hardware-Ressourcen zulässt und per Standard sicher ist, indem es Speicher-Management-Fehler unterbindet und somit vor Abstürzen und Sicherheitslücken schützt.

Eine nicht weniger interessante Nachricht kommt aus dem Chromium-Lager. Chromium benutze eine andere Multi-Prozess-Architektur als andere WebKit-Browser und die Wartung sei über die Jahre sehr komplex geworden. Deswegen haben die Entwickler einen Fork von WebKit erschaffen, der sich Blink nennt. Die Browser-Engne basiert auf WebKit und ist Open-Source.

Für Web-Entwickler wird Blink wenig Änderungen mit sich bringen (Euer Wort in Gottes Ohr!!!), weil man sich hauptsächlich um Interna kümmert. Allerdings könne man eine wesentlich aufgeräumtere Code-Basis zur Verfügung stellen. Durch den Fork habe man 7 Build-Systeme einstampfen und mehr als 7000 Dateien, die mehr als 4,5 Millionen Zeilen Code enthalten, löschen können. Ene übersichtlichere Code-Basis würde zu weniger Bugs führen.

Opera hat bereits verlauten lassen, dass man künftig nicht auf WebKit, sondern auf Blink setzen wird.

In Blink werden die Hersteller-Präfixe (wie zum Bespiel –webkit-feature) wegfallen. Man will die experimentellen Funktionen hinter about:flags verstecken und diese erst dann per Standard aktivieren, wenn diese fertig sind. Mozilla verfolg hier eine ähnliche Strategie und auch bei W3C ist man der selben Meinung.



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2 Kommentare zu “Bei Open-Source sind Browser-Engine-Wochen: Samsung und Mozilla mit Servo, Google und Opera mit Blink”

  1. Georg sagt:

    Bis jetzt war Webkit doch total ausreichend...klar wird ein Webkit-Fork speziell für Chrome schlanker, es fliegt ja alles raus, was nicht von Chrome verwendet wird. So können Features von anderen Webkit-Browsern wie Safari vom Markt gedrängt werden, oder Entwickler nutzen Weichen wie anno IE6.

    Der Chrome ist bereits die Nr.1 (wenn man den mobilen Markt dazurechnet), ohne ihn ist Webkit erstaunlich unbedeutend. Blink-spezifische Spezifikationen werden so in Zukunft attraktiv für Entwickler und genutzt, während Webseiten auf anderen Engines außer Gecko und Blink nicht korrekt funktionieren werden. Gleiche Story wie zu Zeiten der IE-Herrschaft. Nur das der heute Marktführer auf uns cool und begehrenswert wirkt, der IE war früher ein Feindbild.

    Dazu passend: http://prng.net/blink-faq.html ;)

    • jdo sagt:

      Ja, diese FAQ hab ich gerade auch gelesen und muss sage, dass ich sie für ziemlichen Unsinn halte. Opera wird ebenfalls auf Blink setzen.

      Es mit den Zeiten der IE-Herrschaft zu vergleichen hinkt total, da mit Mozilla ein doch eher starker Gegenpol zur Verfügung steht. In Sachen Präfixe will man eine ähnliche Schiene fahren wie Mozilla.

      Ich gebe zu, dass Google in letzter Zeit viel Misstrauen gesäht hat, aber man kann nun nicht alles nur noch negativ sehen. Das Positive daran ist, dass man Microsoft nötigen kann, den verfluchten IE endlich zu reparieren.

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