Braid-Entwickler: Linux geht zu Lasten der Produktivität

5 Februar 2013 6 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Braid Teaser 150x150Uh, Zuckerbrot, Peitsche und eine Spitze verteilt der Entwickler des Spiels Braid auf gameindustry.biz. Bei Ycombinator spricht er davon, dass er eigentlich gerne auf ein Open-Source-Betriebssystem umstellen würde. Den von Microsoft eingeschlagenen Weg findet er gar nicht gut, im Speziellen spricht er Windows 8 an. Allerdings seien ihm die Kosten, auf Linux umszusteigen, zu hoch. Er habe in seinem restlichen Leben noch viel vor und wolle keine 20 Prozent davon für Linux opfern.

Der Hauptgrund dafür sei, dass Debuggen unter Linux furchtbar sei. Produktivität ist ein kritischer Punkt und das Fehlen eines vernünftigen Debugging-Systems kostet ihn 5 Prozent seiner Produktivität – das sei einfach zu viel, weil Spiele an sich schon jede Menge Zeit verschlingen. Am Ende eines Projekts hätte er einfach diese 5 Prozent nicht mehr übrig. Die Linux-Situation fresse aber wesentlich mehr seiner Zeit. Er könne es nicht genau einschätzen, aber über den Daumen gepeilt denkt er 20 Prozent.

Weiterhin habe er jedesmal, wenn er eine Linux-Distribution installiert Probleme, WiFi oder Audio zum Laufen zu bringen. Auch dann, wenn er eine populäre Linux-Distribution wie Ubuntu verwende. Audio unter Linux sei furchtbar. Jetzt frage ich mich gerade, welche Hardware der gute Mann verwendet. Ich hatte in den letzten 5 Jahren weder Probleme mit WiFi noch mit Audio unter Linux – und das auf verschiedenen Rechnern von verschiedenen Herstellern – muss wohl Glück gehabt haben. Gewisse Hardware-Probleme muss man zugestehen, dass hat sich aber in den vergangenen Jahre sehr sehr verbessert.

In der Diskussion gibt es aber auch andere Ansichten. Einer schreibt, dass er genau wegen der Debugging-Situation nicht gerne unter Windows entwickelt, sondern Linux bevorzugt. Ein Entwickler schreibt, dass bei gdb die Lernkurve anfangs höher ist als bei Visual Studio. Wenn man es aber mal drauf hat, ist man damit genauso produktiv.

Die Firma Blow ist am besten für Braid bekannt, das auch in einem Humble Bundle für Linux angeboten wurde. Derzeit arbeitet man an einem neue Spiel, das sich The Witness nennt. Es soll noch dieses Jahr für Windows und iOS erscheinen.

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6 Kommentare zu “Braid-Entwickler: Linux geht zu Lasten der Produktivität”

  1. tux. sagt:

    Der Mann hat Recht.

  2. Partygast sagt:

    Didi hat Recht. 😉

  3. Marcus sagt:

    Mit Broadcom WLan karten bestehen leider auch heute immer noch grosse Probleme. Die Freien Treiber werden zwar besser, unterstützen aber leider immer noch nicht alle Modelle.

    Ubuntu macht da, je nach Modul (nicht nur Broadcom) ziemlich Probleme.

    Das liegt daran, dass die Installationsmedien ein vorcompiliertes DKMS mitliefern, der Installer aber nicht auf die Idee kommt, darauf hinzuweisen, dass man doch die kernel-headers-generic installieren sollte. Ansonsten kann nach einem Kernel Upgrade das DKMS nämlich nicht neu gebaut werden.

    Bei einem Gerät das nur noch WLan und kein Lan mehr hat, wird das ganze noch kniffliger.

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