Community-Mandriva sucht einen neuen Namen

7 Juli 2012 Ein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Mandriva Logo 150x150Dass die logische Konsequenz ein neuer Name nach der Auskopplung der Anwender-Distribution Mandrivas war, ist klar. Dieser Name bleibt bei der Firma und die Gemeinschaft muss sich neu erfinden. Dieser Name wird nun auch gesucht und eine Stimmenabgabe ist bis zum 12. Juli 2012 13.00 Uhr (CET) möglich.

Nun stellen die Verantwortlich schon eine ganze Menge Namen zur Verfügung, aber die Community kann noch weitere Vorschläge einbringen. Derzeit stehen zu Auswahl: OpenMandriva, Commundriva, Dracanea Linux, Drake Linux, Mana Linux, Mandala Linux, Mira Linux, Moondrake, NorthStar Linux, OpenDrake, Pulsar Linux und Tulipa Linux.

So weit ist das auch alles ganz normal. Ein Kommentator schreibt zwar, dass er Mandala nicht nehmen würde, da Manda auf Russisch die weiblichen Geschlechtsteile benennen. Was sehr auffällig ist, dass sich viele Kommentatoren den Namen Conectiva wünschen. Das kommt nicht von ungefähr. Wer schon länger die Linux-Szene verfolgt weiß, dass diese auf Red Hat basierende brasilianische Linux-Distribution im Jahre 2005 von Mandrake gekauft und darauf hin der Name der beiden Distributionen zu Mandriva verbunden wurde.

Conectiva war auch kein unbekannter. Die Paketverwaltungs-Software Synaptic wurde von Conectiva entwickelt und die Crystal-Symbole für KDE stammen aus der Feder eines Conectiva-Mitarbeiters. Mehr zum Untergang der beliebten Distribution findest Du unter anderem bei Wikipedia. Ich bin mit Conectiva auch in Berührung bekommen und wenn die einen Mark Shuttleworth gehabt hätten …

Es scheint also, dass der Frust bei einigen sehr tief sitzt und Mandrake die Zerstörung Conectivas immer noch nicht verziehen ist. Dann fällt auch der Name Mageia, den es natürlich schon gibt. Gemeint ist damit, dass sich die übrigen Mandriva-Überbleibsel der Mageia-Community anschließen. Ein Mageia-Anwender schreibt sogar unverblümt, dass man Mandriva S.A. und seiner Wankelmütigkeit einfach nicht mehr trauen kann. Die Mandriva-Community wird also aktiv eingeladen, sich Mageia anzuschließen.

Genau das will mir persönlich irgendwie auch nicht eingehen. Da haben die Mandriva-Häuptlinge erfolgreich einen Großteil der Community  vertrieben. Diese hat mittlerweile eine zweiter Version einer rein Community-basierten Distribution auf den Weg gebracht, eine Infrastruktur aufgebaut und so weiter und so fort. Warum versucht man sich bei der Mandriva-Community neu zu erfinden. Ich könnte es ja noch verstehen, wenn man den Namen Mandriva weiterführen würde. Aber ein Rebranding und dann von vorne anfangen – ich verstehe es einfach nicht. Vielleicht kann es mir jemand erklären …

Auf der anderen Seite könnte man natürlich sage, dass es immer eine Minderheit gibt, die etwas zu motzen hat. Mandriva Community, oder wie es auch immer heißen möge, wird kostenlos verfügbar sein und die Distribution war immer sehr Anwender-freundlich und auf eine mehr oder weniger kommt es eigentlich nicht an, weil Konkurrenz belebt das Geschäft (Quelle: unbekannt), einem gschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul (Quelle: unbekannt) und der Ball ist rund und eine Distribution dauert länger als 90 Minuten (Quelle: Abwandlung des Spruchs des ehemaligen Bundestrainers Sepp Herberger).

Ach ja, der Vorschlag DrakenflyBSD gefällt mir sehr gut :) Wer also mitwählen, oder seinen Senf dazugeben möchte: Mandriva-Blog.

  • Chakra GNU/Linux 2012.02
Mageia 2 KDE

Der Mandriva-Abkömmling wird erwachsen ...



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Ein Kommentar zu “Community-Mandriva sucht einen neuen Namen”

  1. Rayman sagt:

    Ich verstehe das auch nicht, die sollten lieber ihre Kräfte bündeln und Mageia unterstützen. Ich Denke, dass Letzter Distrubution das verdient hat und diese Leute sehr gute Arbeit leisten. Ich hoffe, dass es zukünftig zu einer weiteren Alternative zu Ubuntu, Linux Mint, Fedora und OpenSuse wird.

    Ansonsten empfinde ich den derzeiten Wildwuchs an Distributionen und Forks langsam als anstrengend. Da hat sich gerade etwas etabliert und schon wird wieder ein neues Derivat abgespalten anstatt seine Kräfte mehr zu bündeln. Am Ende hat man hunderte okaye Distributionen mit einer wackeligen Basis anstatt etwas richtig Exzellentes.

    Nicht falsch verstehen: ich finde die Konkurrenz und die Auswahl fantastisch aber ich denke, dass die Linux-Community sich durch zu viel interne Konkurrenz sich eher das Leben schwer macht.

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