Zurück aus Istanbul – eine fantastische Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten

17 April 2017 2 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Ich war während meiner Abwesenheit in Istanbul, weil sich meine Freundin dort die Augen hat lasern lassen. Deswegen habe ich die IT der letzten beiden Wochen mehr oder weniger verpasst. Auch die Veröffentlichung von Ubuntu 17.04 ist mehr oder weniger an mir vorbeigegangen. Das ist nicht so schlimm, denn es ist keine LTS-Variante. Ich werde es mir in den nächsten Tagen wahrscheinlich trotzdem ansehen. Viel mehr Zündstoff war, dass Canonical Mir, das Ubunt Phone / Ubuntu Touch, Konvergenz und Unity 8 einstampft. Damit werden die karten für Ubuntu 18.04 komplett neu gemischt, denn Ubuntu kehrt zu GNOME zurück.

Doch schön der Reihe nach. Der gesamte Trip nach Istanbul war einfach fantastisch. Zur politischen Lage will ich mich nicht äußern und wir sind schon ein paar Tage zurück, also vor dem Wahltag wieder abgereist. Wir sind nur über Nacht geflogen und ich brauchte ein paar Tage, um meinen Rhythmus wieder umzustellen. Außerdem ist Ostern. 🙂 … ich will nur so viel sagen, dass ich Istanbul als sehr bunte Stadt mit sehr vielen netten, hilfsbereiten und offenen Menschen erlebt habe. Ich hoffe sehr, dass sich nicht zu viel ändert für sie. Das wäre sehr schade und es ist meines Erachtens ein großer Fehler, alle in der Türkei über einen Kamm zu scheren.

Viele der hier gezeigten Bilder sind gesticht oder zusammengenäht. Ich habe die DSLR nicht dabei gehabt, sondern bin nur mit meiner Sony RX100 III gereist.

Augen lasern

Zum Glück sind meine Augen in Ordnung und ich kann Sehschwäche nur schwer nachvollziehen. Was ich schon verstehen kann, dass niemand sein Augenlicht riskieren möchte. Von daher will eine Operation an den Augen wohl überlegt sein und es muss Vertrauen im Spiel sein.

Ein Bekannter hatte meiner Freundin das Lasik Institute in Istanbul empfohlen und er meinte, es sei die beste Operation, die er je gemacht hat. Als Außenstehender kann ich sagen, dass der Service und die das gesamte Umfeld der Operation an Professionalität kaum zu überbieten ist.

Du wirst vom Flughafen abgeholt, ins Hotel gebracht, zur Klinik gefahren, zur Nachuntersuchung abgeholt und wieder zum Flughafen gebracht. Du fühlst Dich vom ersten Moment in einer fremden Stadt gut umsorgt und nicht alleine gelassen. Was dieser Service alleine schon Vertrauen aufbaut, ist Gold wert. Natürlich ist man nervös, wenn eine Operation an den Augen bevorsteht.

Es ist egal, was andere Voruntersuchungen ergeben haben. Die Ärztin untersucht selbst noch mal und behält sich ach vor, eine Operation abzulehnen. Man muss erwähnen, dass es nach der OP fünf Jahre Garantie gibt. Alle Nachuntersuchungen und Nachbesserungen während dieser Zeit sind kostenlos. Die Ärztin behält sich natürlich vor, Patienten abzulehnen. Die kleine Klinik erweckt wirklich Vertrauen. Das bestätigten auch eine junge Rechtsanwältin und Ihre Mutter, die ebenfalls zur Augenkorrektur in Istanbul waren. Die Tochter meinte, dass sie sich in München nur wie eine Nummer gefühlt hat und man habe sie nahezu gedrängt, sich schnell operieren zu lassen. Da hat sie kalte Füße bekommen und ihr wurde ebenfalls die Spezialklinik in Istanbul empfohlen.

Lasik und Lasek

Wie gesagt lief das Ganze nicht nur sehr professionell ab, sondern es ist auch wesentlich günstiger als in Deutschland. Die Ärztin macht sowohl Lasik als auch Lasek. Letzteres musste bei meiner Freundin angewendet werden. Die junge Rechtsanwältin wurde mit Lasik behandelt und konnte bereits am nächsten Tag voll und ohne Sehhilfe sehen. Bei Lasek dauert es etwas länger, aber auch meine Freundin sieht jetzt schon besser als vorher ohne Brille oder Kontaktlinsen.

Urlaub in Istanbul

Wer die Augen-Operation mit Urlaub verbinden möchte, sollte den Urlaub am Anfang machen. Nach der Operation bist Du wohl sehr lichtempfindlich und sollst sowohl der Sonne als auch dem Wind fern bleiben. Von daher ist das Sightseeing ein bisschen anstrengend. Wir hatten aber ein paar Tage zuvor.

Die Klinik würde Dich in einem Hotel in der Altstadt nahe der Hagia Sofia unterbringen, aber wir haben eine Alternative gefunden. Da aus bekannten Gründen der Tourismus in der Türkei etwas lahmt, bekamen wir das Dersaadet Hotel günstiger. Das ist ein zu einem Hotel umgebautes altes osmanisches Haus, bei dem Du sehr gediegen auf der Dachterrasse frühstückst. Du hast sowohl Blick auf den Bosporus als auch auf die Blaue Moschee, die auf der anderen Seite wäre.

Frühstück am Bosporus

Frühstück am Bosporus

Das Dersaadet Hotel in Istanbul ist ein Familienbetrieb. Die Leute sind unglaublich nett und hilfsbereit. Gleich am ersten Tag wurde uns mit Karte erklärt, wie wir uns am besten bewegen. Ebenfalls wurde uns zu einer Istanbul Card geraten, womit Du die Tram, die Fähre auf den asiatischen Teil und eben die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kannst. Eine fahrt kostet irgendetwas zwischen 2,30 TL (Türkische Lira) und 3 für die Fähre oder so. Der Wechselkurs steht derzeit 4 TL = 1€. Die Karte lässt sich an jeder Haltestelle aufladen und an diesen Maschinen kannst Du auch prüfen, wie viel noch drauf ist. Meist sind wir einfach losgestapft und dann irgendwann zurückgefahren.

Wie gesagt liegt das Dersaadet Hotel in der Altstadt von Istanbul. Zu Fuß kannst Du ohne Probleme den Gewürz-Basar (Spice Bazar), Hagia Sofia, Blaue Moschee, Großen Basar (Grand Bazar), Gülhane Park, die Zisterne, den Topkapi Palast und diverse Museen erreichen. Uns wurde auch die Museums-Karte empfohlen. Die kostete 85 TL und wenn Du lediglich die Hagia Sofia, den Topkapi Palast und den dazugehörigen Harem besuchst, hat sich der Kauf bereits gelohnt. Es gibt aber auch noch andere Museen, die Du mit der Karte betreten kannst. Die Karte ist fünf Tage lang gültig und Du kannst in jede unterstützte Einrichtung ein mal. Ein weiterer Vorteil bei der Karte ist, dass Du nicht mehr an die Ticketschaltern anstehen musst.

Hagia Sofia

Hagia Sofia im Herzen von Istanbul etwas von Bäumen verdeckt

Hagia Sofia im Herzen von Istanbul etwas von Bäumen verdeckt

Die Geschichte der Hagia Sofia kannst Du überall nachlesen. Ist auch zum Großteil bekannt, dass dort Kaiser gekrönt wurden. Die Kirche wurde später zu einer Moschee und ist seit 1935 ein Museum. Das liest sich alles toll, aber wenn Du da erst mal drin stehst, dann haut es Dir den Schalter raus. Das Gebäude ist dermaßen beeindruckend und die berühmte Kuppel macht ihrem Namen alle Ehre. Einzig die Renovierungsarbeiten und die Gerüste in der Hagia Sofia ließen keine so tollen Bilder zu. Ich stelle trotzdem ein paar Bilder ein, nur um ein Gefühl für die Größe zu bekommen.

Hagia Sofia

Hagia Sofia

Hagia Sofia

Hagia Sofia

Hagia Sofia: Kuppel - Scheitel ist 55 Meter hoch und die Spannweite 32 Meter

Hagia Sofia: Kuppel – Scheitel ist 55 Meter hoch und die Spannweite 32 Meter

Sehr witzig ist, dass in der Hagia Sofia einige Katzen leben. Die sind dort wohl auch geduldet, denn das Wachpersonal hat sie einfach schlafen lassen. In der Tat waren die Katzen in der Hagia Sofia eine kleine Attraktion und auch dementsprechend oft fotografiert. Ich habe eine mit Heiligenschein erwischt. 🙂

Katze mit Heiligenschein in der Hagia Sofia

Katze mit Heiligenschein in der Hagia Sofia

Zur Hagia Sofia gehören auch Grabstätten von diversen Sultans. Ich habe ehrlich gesagt vergessen, welche ich da nun fotografiert habe.

Grab eines Sultans und seiner Familie

Grab eines Sultans und seiner Familie

Blaue Moschee / Sultan-Ahmed-Moschee

Die Blaue Moschee oder Sultan-Ahmed-Moschee ist ein sehr beeindruckendes Gebäude und befindet sich gegenüber der Hagia Sofia. Innen sind sehr viele blau-weiße Fliesen verbaut, deswegen auch Blaue Moschee. Das Bauwerk besitzt sechs Minarette und die Säulen, auf denen die Moschee ruht sind massiv. Auf der rechten Seite links neben der Säule, das ist ein Menschlein.

In der Blauen Moschee

In der Blauen Moschee

Auch von außen ist die Blaue Moschee ein sehr schönes Gebäude und durchaus fotogen. Das ist der Innenhof der Sultan-Ahmed-Moschee.

Innenhof der Blauen Moschee oder Sultan-Ahmed-Moschee bei Nacht

Innenhof der Blauen Moschee oder Sultan-Ahmed-Moschee bei Nacht

bei diesem Foto befand ich mich ziemliche genau zwischen der Hagia Sofia und der Blauen Moschee.

Blaue Moschee oder Sultan-Ahmed-Moschee

Blaue Moschee oder Sultan-Ahmed-Moschee

Cisterna Basilica, Versunkener Palast, Yerebatan-Zisterne oder Basilica Cistern

Die Zisterne mit ihrer Füllmenge von 80.000 m³ ist auch eine echte Sehenswürdigkeit. Leider war nicht viel Wasser drin, denn auch hier finden Renovierungsarbeiten statt. Interessant ist, dass die Säulen, mit der die Yerebatan-Zisterne gebaut ist, angeblich einfach so zusammengestohlen wurden. Ich kann mir das richtig vorstellen: „Gehet hin und brandschatzet Säulen, der Kaiser braucht eine Zisterne!“

Wem das Ding nun irgendwie bekannt vorkommt, der hat vielleicht Inferno oder auch Liebesgrüße aus Moskau gesehen.

Yerebatan-Zisterne

Yerebatan-Zisterne

 Hier ist so eine Säule, die überhaupt nicht in das Konzept passt. Auf Englisch heißt sie Hen’s Eye.

Hen's Eye - Säule in der Yerebatan-Zisterne

Hen’s Eye – Säule in der Yerebatan-Zisterne

Selbst zwei Medusen-Häupter mussten als Basis für Säulen herhalten.

Das Haupt einer Medusa als Basis für eine Säule

Das Haupt einer Medusa als Basis für eine Säule

Topkapi Palast

Der Palast ist wunderschön, ach wenn wir an einem eher grauen Tag darin waren. Das stört weniger in den Gebäuden, aber für schöne Fotos außen war das Licht komisch. Das ist auf jeden Fall ein Grund, den Topkapi Palast irgendwann noch einmal zu besuchen. Dafür hat es über dem Bosporus ein kleines Lichtspiel mit den Wolken gegeben. Das war sehr nett anzusehen.

Lichtspektakel am Bosporus

Lichtspektakel am Bosporus

Wie gesagt war der Tag nicht sehr einladend, um viele Fotos im Topkapi Plast zu schießen. Innen ging es deutlich besser, wenn das Schießen von Fotos auch nicht überall erlaubt war. Im Harem war das Fotorafieren gestattet und das ist ein gestitchtes Bild.

Harem im Topkapi Palast

Harem im Topkapi Palast

Die nähere Umgebung

Von Sultanahmed, also dem Altstadtviertel, in dem wir waren, kommst Du sehr schnell zum Galata-Turm oder nach Kadiköy. Zum Galata-Turm kannst Du zu Fuße gehen, ist aber schon ein Spaziergang von 45 Minuten bis eine Stunde. Das ist eine Shopping-Gegend und vom Turm aus hast Du einen tollen Blick auf die Stadt. Das sind 13 Bilder gestitcht. die drei höchsten Gebäude von der linken Seite aus sind der Topkapi-Palast, die Hagia Sofia und die Blaue Moschee.

Istanbul vom Galata-Turm gesehen

Istanbul vom Galata-Turm gesehen

Nach Kadiköy kommst Du mit der Fähre. Der Bezirk liegt auf der asiatischen Seite Istanbuls und Kadiköy ist großartig. Es gibt viele kleine Bars und Läden. Du siehst sehr viele junge Leute und merkst sofort, dass es sich hier um einen nicht sehr konservativen Bezirk handelt. Es macht echt Spaß, einfach durch die kleinen Gässchen mit den vielen kleinen Läden und Bars / Restaurants zu spazieren.

Essen und trinken

Wer Lust auf einen kleinen Snack hat, der findet überall kleine Stände. Die verkaufen Simit (Rundbrot mit Sesam – sehr lecker), heiße Maroni oder Maiskolben. Preise sind echt moderat und so ein blankes Simit kostet 1,25 TL. Ansonsten gibt es viele Kebap- und Döner-Buden. Da setzt man sich einfach hin, verspachtelt sein Essen und stapft dann weiter. An allen Ecken und Enden wird ach Tee verkauft. Willst Du kurz verschnaufen, dann findest Du sehr schnell eine Möglichkeit, einen Tee für zwei bis drei TL zu verköstigen. Will sagen: An Verpflegung und Auswahl mangelt es auf gar keinen Fall.

Vor einem Döner-Shop haben wir Miaustafa getroffen. Selbst die Katzen in Istanbul tragen Schnurre 🙂

Miaustafa

Miaustafa

Die Katzen und Hunde in Istanbul sind relativ prall genährt. Die meisten sind auch überhaupt nicht scheu. Das ist natürlich ein Zeichen, dass sie keine Angst vor Menschen haben und doch recht gut behandelt werden.

Schöne Ostern wünsche ich Allen!

Sony RX100

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2 Kommentare zu “Zurück aus Istanbul – eine fantastische Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten”

  1. intux sagt:

    Wie immer, tolle Bilder!

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