Panorama-Modus gegen gestitchte Bilder – was ist besser?

11 Oktober 2015 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Bei Fragen wie diesen kann man wohl schnell einen Flamewar auslösen. Im Fall Panorama ist es meiner Meinung allerdings recht eindeutig. Fangen wir von vorne an.

Panorama aus mehreren Bildern zusammengestitcht (in diesem Fall vier Fotos)

Panorama aus mehreren Bildern zusammengestitcht (in diesem Fall vier Fotos)

Panorama-Modus bei modernen Kameras

Moderne Kameras, wie zum Beispiel meine Sony RX100 III besitzen einen Panorama-Modus. Viele Smartphones, Tablets und so weiter können das auch. Man drückt im Prinzip den Auslöser und bewegt das Gerät dann in eine Richtung.

Im Grunde genommen nimmt das Gerät im Dauerfeuer sehr viele einzelne Bilder auf und näht (stichted) diese im Anschluss zusammen. Das ist sehr bequem, da ich manuell nicht weiter eingreifen muss.

Die Sache hat allerdings einen Haken. Ich kann  die Einstellungen bei dem meisten Kameras kaum beeinflussen. Die Kamera evaluiert eine Einstellung hinsichtlich Belichtung und verwendet diese bis zum bitteren Ende. Kommt es zu großen Änderungen beim Licht, wirkt sich das extrem negativ auf das Foto aus. Angenommen man fängt irgendwo an und plötzlich kommt die Sonne ins Bild – das ist nicht fein.

Panoramas aus Einzelbildern

Setzt ich meine Panoramas aus selbst ausgelösten Einzelbildern zusammen, habe ich wesentlich mehr Kontrolle. Ich kann pro Bild die Belichten bestimmen und oder sogar HDRs schießen und diese im Anschluss stitchen. Natürlich ist das mehr Arbeit, aber die lohnt sich meiner Meinung nach.

Näht man nur wenigen Bilder zusammen, benötigt man nicht einmal zwingend ein Stativ für die Einzelbilder. Eine etwas ruhige Hand reicht schon völlig aus. In Hugin könnte das zum Beispiel so aussehen.

Mehrere Fotos mit Hugin zusammengenäht

Mehrere Fotos mit Hugin zusammengenäht

Soll es allerdings einmal im Kreis gehen (360 Grad), dann empfiehlt sich ein Panorama-Kopf, da es sonst zu unschönen Parallaxenfehlern kommen kann. Ich persönlich verwende einen recht einfachen und günstigen Panorama-Kopf. Der reicht vollkommen aus und ich bekomme sehr gute Ergebnisse damit. Man kann hier aber auch locker mehr als 500 Euro ausgeben.

Ich ziehe Einzelbilder vor

Für mich persönlich gibt es keine Frage, dass Einzelbilder auf jeden Fall die bessere, wenn auch aufwendigere Lösung sind.

Die Panorama-Modi in den Smartphones, Tablets und modernen Kameras sind eine ganz nette Spielerei. An Top-Ergebnisse kommt man wohl aber nur, wenn man die Kontrolle über jeden Bereich des Panoramas hat. Kontrolle im Bereich, der möglich ist. Wenn die Sonne hinter dicken Wolken versteckt ist, dann kann ich sie schlecht durch puren Willen scheinen lassen.

Beispiele: Panorama-Modus gegen gestichtes Panorama

Das erste Bild ist eine Szene in Schottland, die mit dem Panoramamodus meiner Sony RX100 III aufgenommen wurde. In dem Szenario befanden sich starke Hell-Dunkel-Konstraste. Die Kamera hat sich für eine Belichtung entschieden, bei der der Vordergrund und der Fluss OK sind. Der Himmel ist allerdings komplett weiß und reißt vollkommen aus.

Panorama-Modus der Sony RX100 III

Panorama-Modus der Sony RX100 III

Szene aus mehreren Bildern zusammengestitcht

Szene aus mehreren Bildern zusammengestitcht

Beim unteren Bild habe ich mich fast beim selben Szenario befunden, allerdings ein paar Schritte weiter. Dort habe ich mehrere Bilder handgehalten mit der Sony RX100 III aufgenommen (HDR) und diese im Anschluss mit Hugin zusammengenäht. Der Winkel spielt hier keine große Rolle, sondern die Farben und die Belichtung sind entscheidend. Man sieht blauen Himmel, Wolken, der Fluss ist blauer, die Pflanzen sind grüner und so weiter. Auch der Berg im Hintergrund kommt im unteren Bild wesentlich besser heraus.

Das untere Foto wirkt ohne Zweifel sehr viel frischer und lebendiger und wesentlich weniger blass.

Sony RX100

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