Offline-Wörterbuch für Linux: Deutsch-Englisch mit Ding, GoldenDict-ng und dictd

7 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Du suchst ein Offline-Wörterbuch für Linux, das Deutsch und Englisch beherrscht? Für das schnelle Nachschlagen ist Ding ein guter Einstieg: Programm und Wortschatz lassen sich zusammen installieren. GoldenDict-ng eignet sich für mehrere Wörterbücher und Sprachen. Mit dictd und dict-de-en fragst Du den Deutsch-Englisch-Wortschatz im Terminal oder über einen grafischen Client ab.

Unterwegs ohne Internet zählt vor allem, dass die Wörterbuchdateien bereits auf Deinem Rechner liegen. Lade Programme und Wortschätze deshalb vor der Reise herunter. Eine eingerichtete Online-Quelle wie LEO wird durch die Einbindung in eine App noch nicht offline verfügbar.

Kleiner Ausschnitt des Ding-Hauptfensters von 2013
Ding im ursprünglichen Artikel von 2013.

Ding: Deutsch-Englisch ohne viel Einrichtung

Man muss erst einmal darauf kommen, dass sich ein Deutsch-Englisch-Wörterbuch Ding nennt. Die Tk-Oberfläche sieht angestaubt aus, der Aufbau ist aber übersichtlich: Suchwort eingeben, Ergebnis lesen, weitersuchen. Die Projektseite an der TU Chemnitz führt Version 1.9 vom 22. Dezember 2019.

Unter Debian, Ubuntu und dem darauf basierenden Linux Mint installierst Du Programm und Wörterbuch mit diesen Paketen. In Ubuntu liegen sie in der Paketquelle universe:

sudo apt update
sudo apt install ding trans-de-en

ding ist das Suchprogramm, trans-de-en liefert die Wörterbuchdaten. Die Grundlage ist das Deutsch-Englisch-Wörterbuch von BEOLINGUS an der TU Chemnitz, dessen Quelldatei de-en.txt heißt. Eine separate Datenbank aus einem beliebigen Download-Archiv brauchst Du für diesen Einstieg nicht.

Suche anschließend im Anwendungsmenü nach Ding. Das Paket bringt bereits einen Menüeintrag mit. Alternativ startest Du es im Terminal:

ding

Fehlt der Eintrag auf Deinem Desktop, legst Du mit dessen Menüeditor einen Starter an: Name Ding, Befehl /usr/bin/ding, Ausführung im Terminal ausgeschaltet. Wie Du den Menüeditor öffnest, hängt von Deiner Desktop-Oberfläche ab.

Ding-Hauptfenster mit Suchfeld und eingerichteten Suchmethoden
Ding 1.7 im Jahr 2013. Die angezeigte Einrichtung der Rechtschreibprüfung stammt ebenfalls von damals.

Gib ein deutsches oder englisches Wort ein und drücke die Eingabetaste. Ein Doppelklick auf ein Wort im Ergebnis startet eine weitere Suche. Unter Einstellungen → Suchmethoden verwaltest Du die verwendeten Wörterbücher. Über Suchparameter passt Du etwa die Suche nach ganzen Wörtern oder Wortteilen an.

Ding-Menü Suchparameter mit Optionen für ganze Wörter und Teilsuche
Die Suchparameter von Ding, aufgenommen 2013.

Die Rechtschreibprüfung ist eine Zusatzfunktion. Für das Übersetzen brauchst Du sie nicht. Falls Du sie nutzen möchtest, sind unter Ubuntu beispielsweise hunspell und hunspell-de-de die passenden Ergänzungen. Die Wortliste einer Rechtschreibprüfung enthält jedoch keine Übersetzungen. Auch das persönliche Wörterbuch von LibreOffice hat eine andere Aufgabe: Es merkt sich Deine eigenen Schreibweisen.

Deutsch-englische Treffer zum Suchwort Übersetzung in Ding
Ding zeigt unterschiedliche Bedeutungen und Wendungen zum Suchwort. Screenshot von 2013.

dictd und dict-de-en: Wörterbuch im Terminal

Ein Leser ergänzte schon 2013 eine weitere Möglichkeit: Den BEOLINGUS-Wortschatz gibt es als dict-de-en auch für den Wörterbuchserver dictd. Dieser Server kann auf Deinem eigenen Rechner laufen. Der Client dict stellt die Suchanfragen. Unter Debian und Ubuntu installierst Du alle drei Teile zusammen:

sudo apt install dictd dict dict-de-en

Mit diesen Befehlen zeigst Du die verfügbaren Wörterbücher an und suchst nach „Haus“:

dict -h 127.0.0.1 -D
dict -h 127.0.0.1 Haus

127.0.0.1 bezeichnet Deinen eigenen Rechner. Die ausdrückliche Serverangabe sorgt dafür, dass die Anfrage an Dein lokales Wörterbuch geht. Ohne sie kann der Client je nach Konfiguration einen Server im Internet verwenden. Wird die Verbindung abgelehnt, prüfe zunächst, ob der Dienst dictd läuft.

Für weitere Sprachen gibt es Pakete mit dem Präfix dict-freedict-, etwa dict-freedict-deu-eng und dict-freedict-eng-deu. Achte auf die Sprachrichtung: Nicht jedes Wörterbuch deckt beide Richtungen ab.

Wenn Du GNOME Wörterbuch verwendest, kannst Du eine Wörterbuchquelle in dessen Einstellungen auf den Host 127.0.0.1 und Port 2628 setzen. Wähle diese Quelle anschließend für die Suche aus. Die ältere App ist etwa unter Ubuntu 24.04 als gnome-dictionary verfügbar; für eine neue Einrichtung ist der oben gezeigte Terminal-Client der direktere Weg.

GoldenDict-ng: mehrere Offline-Wörterbücher unter einer Oberfläche

Wenn Du mehrere Sprachen, Fachwörterbücher oder vorhandene Wörterbuchdateien nutzen möchtest, bietet GoldenDict-ng mehr Möglichkeiten. Die Weiterentwicklung von GoldenDict kann Treffer aus mehreren Wörterbüchern auf einer Seite anzeigen. Du installierst zunächst das Programm und bindest danach die gewünschten Wortschätze ein.

Installation über Paketverwaltung oder Flatpak

Debian 13 sowie Ubuntu 24.04 und 26.04 führen das Paket goldendict-ng. Die ausgelieferten Versionen unterscheiden sich:

sudo apt install goldendict-ng

Fehlt das Paket in Deiner Distribution, kannst Du Flatpak verwenden. Sobald Flatpak und Flathub eingerichtet sind, lauten Installation und Start:

flatpak install flathub io.github.xiaoyifang.goldendict_ng
flatpak run io.github.xiaoyifang.goldendict_ng

Freie Wörterbücher herunterladen und einbinden

Bei FreeDict findest Du freie Wörterbücher unter anderem im StarDict- und dictd-Format. Eine weitere Bezugsquelle sind die WikDict-Downloads. Deren Wortschätze werden aus Wiktionary-Daten aufbereitet. Wähle für einen einfachen Einstieg ein StarDict-Paket in der gewünschten Sprachrichtung.

  1. Lade das Wörterbuch herunter und entpacke das Archiv in einen eigenen Ordner. Lasse die zusammengehörigen Dateien beieinander.
  2. Öffne in GoldenDict-ng Bearbeiten → Wörterbücher (Edit → Dictionaries), danach Quellen → Dateien (Sources → Files).
  3. Füge den Ordner hinzu. Liegen die Wörterbücher in Unterordnern, aktiviere die rekursive Suche.
  4. Lasse die Dateien einlesen und suche anschließend nach einem bekannten Wort. Wiederhole die Suche ohne Netzwerkverbindung, bevor Du Dich unterwegs darauf verlässt.

Bei Flatpak wählst Du den Ordner über den Dateidialog aus, damit die App Zugriff erhält. Ein Wörterbuch, das im Dateimanager vorhanden ist, muss innerhalb der abgeschotteten App noch nicht erreichbar sein.

LEO und weitere Online-Wörterbücher ergänzen

GoldenDict-ng hat unter Quellen → Webseiten auch Platz für Online-Wörterbücher. Dabei setzt der Platzhalter %GDWORD% das Suchwort in eine Webadresse ein. Solche Quellen benötigen eine Internetverbindung. LEO mit seinen zusätzlichen Forumsdiskussionen bleibt daher eine Ergänzung für später, wenn ein lokaler Eintrag nicht weiterhilft. Lädt eine eingebettete Website nicht, kannst Du sie separat im Browser nutzen.

StarDict und andere Wörterbuchformate

StarDict gehörte zum ursprünglichen Vergleich von 2013. Für eine neue Einrichtung konzentriert sich diese Auswahl auf Ding und GoldenDict-ng; das StarDict-Dateiformat bleibt dabei nützlich. GoldenDict-ng liest unter anderem dessen .ifo-, .idx– und .dict-Dateien, außerdem DSL, BGL und dictd-Dateien. FreeDict ist dagegen ein Wörterbuchprojekt, kein einzelnes Dateiformat. Bereits vorhandene passende Dateien musst Du nicht erst konvertieren.

Unterwegs auf dem Handy

Auch die dict.cc-App für Android und iOS kann heruntergeladene Wortschätze offline durchsuchen. Lade Dein Sprachpaket vor der Reise in der App herunter. Bei dict.cc für Android benötigt die Sprachausgabe laut Anbieter weiterhin Internet. Prüfe im Flugmodus, ob die Funktionen verfügbar sind, die Du unterwegs brauchst.

Linguee für iPhone und iPad bietet ebenfalls herunterladbare Wörterbücher für die Nutzung ohne Netz. Gemeint ist die Wörterbuch-App Linguee, nicht eine vollständige Offline-Textübersetzung mit der DeepL-App.

Welches Offline-Wörterbuch passt zu Dir?

  • Ding: Du möchtest vor allem Deutsch und Englisch nachschlagen und möglichst wenig einrichten. Programm und Wortschatz kommen aus der Paketverwaltung.
  • dictd mit dict-de-en: Du arbeitest gern im Terminal oder möchtest denselben lokalen Wörterbuchserver mit unterschiedlichen Clients nutzen.
  • GoldenDict-ng: Du brauchst mehrere Wörterbücher oder Sprachen und möchtest verschiedene Dateiformate gemeinsam durchsuchen.

Für ganze Webseiten bietet Firefox eine lokale Übersetzungsfunktion, deren Textauswahl wir bereits im damaligen Firefox-Vorabtest vorgestellt haben; ein Wörterbuch zum gezielten Nachschlagen erfüllt eine andere Aufgabe.

Aktualisiert am 09.09.2026 von Henry. Fakten geprüft.




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7 Kommentare zu “Offline-Wörterbuch für Linux: Deutsch-Englisch mit Ding, GoldenDict-ng und dictd”

  1. Gyges says:

    Cooler Tipp, danke!
    Habe KDing gleich mal installiert. War praktischerweise auch in Repo von Sabayon zu finden. Könnte ne Idee schneller starten, aber sonst ganz cool. Nett ist auch, dass man gleich aus den Einstellungen heraus globale Kurzbefehle festlegen kann. Warum dort Meta+Umschalt+W als Standard für "Wort übersetzen" eingestellt ist, erschließt sich mir zwar nicht. Schließlich ist Meta+T noch frei. Lässt sich aber in Sekundenschnelle ändern und schon kann man mit Meta+T ein einzugebendes Wort übersetzen und mit Meta+Umschalt+T den Inhalt der Zwischenablage. Fein!

  2. postlet says:

    Die TU Chemnitz verwendet für ihren Online-Dienst BEOLINGUS das gleiche Wörterbuch wie Ding.

    Dieses Wörterbuch ist als Paket dict-de-en auch für den DICT-Server dictd vorhanden - neben diversen, weiteren Freedict-Wörterbüchern. Für dictd ist eigentlich nur die Installation ohne weitere Einrichtung notwendig und anschließend kann man den Server auch bspw. im Gnome- oder Xfce-Dictionairy lokal über die Adresse localhost:2628 ansprechen. Alternativ gibt es mit dict noch ein Befehlszeilenwerkzeug für diesen Server.

    Das ist nur eine weitere von vielen Möglichkeiten, aber ich fühlte mich in der ansich sehr schönen Übersicht etwas unterrepräsentiert 😉

    • jdo says:

      Das ist das Problem, wenn es so viele Möglichkeiten gibt. Eigentlich wollte ich nur Ding vorstellen. Aber bei der Recherche nach einem vernünftigen Englisch-Deutsch-Wörterbuch bin ich halt dann noch auf GoldenDict und StarDict gestoßen und plötzlich wurde es sowieso viel ausführlicher als es zunächst geplant war. Aber ich nehme Deinen Kommentar noch oben auf!

  3. canislupus says:

    dict im Terminal nutze ich meistens, da einfach am schnellsten, ist nur nicht ganz so schön aufbereitet. Vielleicht gibt es dafür ja schon einen guten alias…?

  4. Alexander says:

    Ich nutze viel http://www.dict.cc/ - die übrigens auch eine klasse und offline nutzbare Android App haben - reicht für den Urlaub allemal und es gibt mehrere Sprachen zur Auswahl.

  5. Rainer says:

    Danke für das aufmerksam machen auf "Ding". Danke auch für den Ausführlichen Artikel dazu. "Ding" ist es auf alle Fälle Wert mal zumindest ausprobiert zu haben. einfach nur ein geiles kleines Teil, das funzt.

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