Meteorschauer Perseiden in der Wüste – unglaublich viele Sternschnuppen und ein schlafender Dino

15 August 2016 5 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Die Experten sagten voraus, dass der Meteorschauer Perseiden dieses Jahr (2016) besonders stark ausfallen könnte. Bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde könnten zwischen Mitternacht und den frühen Morgenstunden fallen, hat es geheißen.

Kurze Erklärung: Die Perseiden entstehen, da die Erde um den 12. August die Staubspur kreuzt, die der Komet Swift-Tuttle hinterlassen hat. Da die meisten der Sternschnuppen aus dem Sternbild Perseus zu stammen scheinen, wurde der Meteroritenschauer irgendwann Perseiden genannt. Also immer schön Richtung Norden sehen.

Um so einen Meteorschauer richtig genießen zu können, brauchst Du genau genommen zwei oder drei Dinge:

  • Freie Sicht zum Himmel – keine oder wenig Wolken
  • So wenig Mondlicht wie möglich
  • So wenig Lichtverschmutzung wie möglich, wobei der Mond da eigentlich auch dazu zählt

Wolkenlosen Himmel haben wir hier meistens und der Lichtverschmutzung sind wir entgangen, indem wir einfach ein gutes Stück in die Wüste gefahren sind. Alleine der Mond bereitete uns anfangs etwas Sorgen, da er ungefähr halb voll (zunehmend war). Glück im Unglück ist, dass sich der Mond zirka um Mitternacht hinter den Horizont senkte und es ab da ziemlich dunkel war.

Da sich der Mond aber so spät aus dem Staub machte, verpassten wir den hellsten Punkt der Milchstraße. Hier ein Foto mit einer Sternschnuppe und dem letzten bisschen der hellsten Stelle knapp über dem Horizont.

Milchstraße mit Sternschnuppe

Milchstraße mit Sternschnuppe

Ab Mitternacht lieferten die Perseiden ein Feuerwerk

Kurz nach Mitternacht ging es dann richtig los. Perseus schien aus allen Rohren zu feuern und wir haben irgendwann das zählen aufgehört. 50 Sternschnuppen in 20 Minuten und in dieser Nacht haben wir ungelogen irgendwas zwischen 200 und 300 gesehen.

Hier ein Bild mit mindestens acht Sternschnuppen. Das sind mehrere Bilder übereinander gelagert. Würde ich zu lange Belichten, wäre das Rauschen einfach viel zu stark. Selbst in der Vorschau des Bildes siehst Du auf der linken Seite eine sehr helle Sternschnuppe und in der Mitte oben zwei nebeneinander. Es sind aber insgesamt acht verglühende Meteore im Bild versteckt.

Große und kleine Sternschnuppen aus den Perseiden

Große und kleine Sternschnuppen aus den Perseiden

Sternenspuren

In so einer Nacht lassen sich aber auch andere Spielereien betreiben. Irgendwann in der Nacht bei freiem Blick auf den Polarstern haben wir uns für das Erstellen von Sternspuren entschieden. Da kommt dann so etwas dabei heraus. Auch hier kannst Du bei genauem Blick einige Sternschnuppen erkennen. Die Spur unten rechts war übrigens ein Flugzeug, das sich im Landeanflug befunden haben muss.

Sternspur mit dem Polarstern in der Mitte

Sternspur mit dem Polarstern in der Mitte

Mein schönstes Bild

Das beste Bild (meine Meinung) in dieser Nacht ist mir aber ohne Sternschnuppen gelungen. Ich nenne es Dino schläft unter den Sternen.

Dino schlägt unter den Sternen

Dino schlägt unter den Sternen

Betrachtest Du den Felsen aus einem bestimmten Blickwinkel, dann sieht er wie ein Dinosaurier aus. In das Auge kannst Du sogar reinklettern und auf der anderen Seite wieder hinaussehen.

Ein Foto mit viel Schweiß involviert

Bei dem Foto gab es gleich mehrere Schwierigkeiten. Zunächst einmal siehst Du in der Nacht nicht genau, was Du fotografierst – also die Wahl des Bildausschnittes bedarf mehrere Testbilder. Das lässt sich recht einfach machen.

Dann ist da die Sache mit der Beleuchtung. Bleibe ich bei der Kamera stehen, dann ist der komplette Vordergrund mit ausgeleuchtet und das sieht scheiße aus – hab ich probiert. Also muss ich näher an den Dino ran. Die Kamera auf zehn Sekunden Verzögerung und 20 Sekunden Belichtungszeit gestellt. Somit habe ich 20 Sekunden, mich zu positionieren und dann noch zehn Sekunden für die Beleuchtung. Ich musste mehr oder weniger sprinten und das in stockdunkler Nacht über unebenen Boden in der Wüste.

Nach zirka zehn Sprints ist mir dieses Bild gelungen und ich habe es dabei belassen. Zum Glück hatte ich einen zweite Satz Klamotten dabei, denn dieser war durchgeschwitzt. Das nächste Mal bleibe ich hinter der Kamera stehen und scheuche vorne jemanden mit einer Taschenlampe hin und her … 🙂

Du kannst gerne Deinen Senf zu diesem Beitrag geben: Hier geht es zu den Kommentaren




Schreiben macht durstig! Eine kleine Erfrischung kann daher nie schaden. Wem dieser freie Artikel gefallen hat, der darf mir gerne einen frisch gezapften Hopfen-Tee ausgeben (Paypal - der Spenden-Knopf
oder bitcoin - Adresse: 1NacVNwcLLePUVv8uSafu5Ykdwh8QyDfgK). Ich freue mich über jede noch so kleine Spende. Vielen Dank und Prost!
 Alle Kommentare als Feed abonnieren

5 Kommentare zu “Meteorschauer Perseiden in der Wüste – unglaublich viele Sternschnuppen und ein schlafender Dino”

  1. intux sagt:

    Das sind wieder tolle Bilder, Jürgen. Welche Belichtungszeit hast du für die "Sternenspuren" gewählt?

    • jdo sagt:

      Danke! 25 Sekunden und ISO 1600 ... das war mir aber ehrlich gesagt fast ein bisschen zu dunkel. 30 Sekunden oder noch länger und ISO runterschrauben hätte das auch locker vertragen ... nächstes Mal 🙂

  2. intux sagt:

    Wow! Das hätte ich bei 25 Sekunden nicht für möglich gehalten. Ich hätte mit einer Belichtungszeit von mehreren Stunden gerechnet. Wenn man aber genauer hin sieht, erkennt man die Täuschung des Auges. Ich muss das mal probieren. Das geht natürlich nur im Urlaub, wegen der Lichtverschmutzung hierzulande.

    • jdo sagt:

      Ähm ... 140 Bilder a 25 Sekunden und dann übereinander gelegt ... mehrere Stunden würde das Rauschen unerträglich ...

      Ich habe kleine Fehler gemacht, die ich mir für das nächste Mal hinter die Ohren schreibe. Vielleicht schreibe ich mal nen Beitrag über so Sternspuren ...

  3. intux sagt:

    Das wäre interessant.

Antworten