Diskussion im Gange, ob Ubuntu 32-Bit (x86) Desktop begraben werden soll

2 Februar 2016 2 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

In der Entwicklerliste von Ubuntu wurde ein Vorschlag gemacht, den i386-Desktop-Port von Ubuntu einzustellen (wieder einmal). Heute muss irgendwie 32-Bit-Tag sein.

Es ist klar, dass einige Anwendungen von Dritten i386-Binärdateien auf der Plattform x86_64 benötigen. Skype ist das so ein Fall. Allerdings schlägt man vor, bei Microsoft anzuklopfen, ob die nicht native 64-Bit-Binärdateien ausgeben wollen. Somit müsste man nicht auf dem Multi-Arch-Ansatz sitzen bleiben. Auch bei Steam und Netflix wird hinterfragt, ob diese Anwendungen ohne Multi-Arch lauffähig wären.

Im Jahre 2016 würden Leute mit Nur-i386-Hardware eher unwahrscheinlich einen Unity 7 Desktop flüssig betreiben können, wird vermutet. Der Sinn von einer i386-Variante wird hinterfragt, weil die Unterstützung dafür natürlich auch Ressourcen frisst.

Der Entwickler gibt zu, dass es möglicherweise i386-Anwender gibt, die das so nicht geplant haben. Sie hätten einfach nur die falsche Version heruntergeladen.

Für Ubuntu 16.04 LTS Xenial Xerus steht natürlich fest, dass man einen i386-Desktop-Port ausgeben wird. Der ist dann auch fünf Jahre lang – also bis ins Jahr 2021 – unterstützt. Bis dahin dürften die meisten x86-Systeme dann endgültig ausgestorben sein und es wäre eigentlich kein schlechter Zeitpunkt, i386 einzustampfen.

Als Antwort darauf folgte, dass man bereits in Planung hat, die 32-Bit-Version ab 16.10 zu einer reinen Community-Version zu machen. Sie würde weder auf der Website Ubuntus angeboten, noch offiziell getestet. Weiterhin müsse man evaluieren, was die anderen Ubuntu-Derivate vorhaben. Projekt Neon unterstützt zum Beispiel auch nur noch 64-Bit. Die Kernel-Unterstützung für x86_32 werde man wohl nicht vor 18.04 einstellen.

Ich glaube auch, dass man der Realität einfach ins Auge sehen muss und nicht krampfhaft an i386 festhalten darf, nur weil es noch ein paar Anwender dafür gibt. Für diese Systeme wären außerdem auch andere Distributionen da, die sich speziell an ältere Systeme richten und so weiter.

Man denkt nicht nur bei Canonical nach, i386 langsam in Rente zu schicken. Google Chrome für x86 wird es ebenfalls nicht mehr lange geben.


 

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2 Kommentare zu “Diskussion im Gange, ob Ubuntu 32-Bit (x86) Desktop begraben werden soll”

  1. AnonymerFeigling sagt:

    Welche Distributionen gibt es denn, die sich speziell an ältere Systeme (im Gegensatz zu "nur" wenig leistungsfähigen Systemen) richten?

    Ich vermute mal, dass Debian i386 noch eine Weile unterstützen wird. Immerhin hat Debian auch Itanium (ia64) ziemlich lange unterstützt, obwohl es wohl nicht viele Nutzer gab.

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