ownCloud: Das System mit den zu ignorierenden Dateien ist mir unverständlich

2 April 2014 10 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Seit einiger Zeit kann man beim ownCloud-Client für die Synchronisation eine Liste mit zu ignorierenden Dateien bearbeiten oder erstellen. Meist handelt es sich hier um temporäres Zeug, das Office-Programme und so weiter anlegen. Diese dauernd in die Cloud zu übertragen ist eigentlich sinnlos.

Nun ist diese Liste genau genommen eine Kombination aus zwei Dateien. Eine kommt mit der Installation des ownCloud-Clients. Diese ist, soweit ich das verstanden habe, ein bisschen vom Betriebssystem abhängig. Gut, das verstehe ich. Mac OS X legt andere temporäre Dateien als Linux und Windows an.

Die zweite Liste kann der Anwender selbst pflegen und entscheiden, welche Dateien nicht synchronisiert werden sollen. Da es sich hier also um eine Kombination zweier Dateien handelt, lassen sich die von der Installation vorgegebenen auch nicht direkt aus dem Synchronisations-Client von ownCloud bearbeiten – sie sind ausgegraut. Im nachfolgenden Screenshot sieht man die vom Betriebssystem abhängige Liste und darunter ein eigener Filter (LibreOffice-Temp-Datei).

ownCloud: Zu ignorierende Dateien

ownCloud: Zu ignorierende Dateien

Wo befinden sich diese Dateien?

Die von der Installation vorgegebene Datei ist ganz unspektakulär unter /etc/owncloud und nennt sich sync-exclude.lst. Der Superuser root könnte die Liste hier sogar bearbeiten. Ein Backup zuvor ist aber angeraten – Fehler können zu komischen Verhaltensweisen führen. Merken wir uns einfach, dass es ginge wenn es denn unbedingt sein muss.

Die vorgegebene Liste nach Betriebssystemen zu trennen finde ich clever. Auch dass man Anwender davor bewahrt, dort leichtfertig rumpfuschen zu können. Das spart sicherlich einiges an Ärger.

sync-exclude.lst: Betriebssystem

sync-exclude.lst: Betriebssystem

Die persönlich Datei befindet sich im Ordner ~/.local/share/data/ownCloud und heißt ebenfalls sync-exclude.lst. Jeden Filter, den Du im ownCloud-Client anlegst, der landet in dieser Datei.

sync-exclude.lst: persönlich

sync-exclude.lst: persönlich

Diese beiden Dateien ergeben also die gesamte Liste der zu ignorierenden Dateien des ownCloud-Clients.

Und das Problem?

Die Datei ~/.local/share/data/ownCloud/sync-exclude.lst wird nicht in die eigentliche Synchronisation mit aufgenommen. Heißt im Klartext: Nur auf dem einen Rechner wird diese Liste respektiert. Habe ich einen zweiten Computer und gleiche über die ownCloud ab, muss ich entweder die Liste wieder manuell anlegen oder ich kopiere sie hin und her.

Zum Glück sollte sich diese Liste nicht allzu oft ändern, aber lästig ist es trotzdem. Legte man diese Liste in eine versteckte Datei im ownCloud-Ordner, würde sie ebenfalls synchronisiert.

Zumindest wäre eine Option schön, bei der ich die Liste entweder selbst bestimmen kann. In diesem Fall würde ich es so handhaben, wie ich das Wörterbuch für LibreOffice synchronisiere. Alternativ wäre ein Haken im ownCloud-Client vorstellbar, der besagt, dass die List der zu ignorierenden Dateien ebenfalls synchronisiert werden soll.

Es ist wie gesagt kein großes Drama, da sich die Liste zumindest bei mir sehr sehr selten ändert. Aber wenn ich schon einen Synchronisations-Mechanismus einsetze, der mir das Leben erleichtert, dann versuche ich mir so viele Arbeitsschritte wie möglich zu sparen – und wenn die noch so klein sind.

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10 Kommentare zu “ownCloud: Das System mit den zu ignorierenden Dateien ist mir unverständlich”

  1. Emil sagt:

    > Legte man diese Liste in eine versteckte Datei im ownCloud-Ordner, würde sie ebenfalls synchronisiert.
    Finde ich gar nicht gut. Ich verwende zum Beispiel nicht die normale Konfiguration mit dem einen ownCloud-Ordner. Stattdessen richte ich mir Bilder- Video- und Dokumenten-Ordner an. Wo würde man nun diese Datei platzieren?

    > Alternativ wäre ein Haken im ownCloud-Client vorstellbar, der besagt, dass die List der zu ignorierenden Dateien ebenfalls synchronisiert werden soll.
    Schon besser, allerdings müsste dafür der Server wissen was er mit dieser Datei anfangen soll - sie sollte nämlich nicht unbedingt in den für den User sichtbaren Dateien landen (imho)

    Eine bessere lösung wäre es, so eine Liste serverseitig zu pflegen und sie jedem Client der anfragt ausliefern.

    Hast du bereits ein Ticket auf github geöffnet?

  2. tux. sagt:

    ownCloud ist ohnehin sehr... seltsam zu bedienen.

    Was spricht gegen SeaFile?

    • jdo sagt:

      ownCloud kann im Prinzip mehr - Mit SeaFile kann ich meine Kalender und Kontakte nicht synchronisieren (WebDAV, CalDAV) und ich will nicht mehrere verschiedene Systeme verwalten.

      • Matthias sagt:

        Und open stack ?

        • jdo sagt:

          OpenStack ist aber für den Heimgebrauch schon ein bisschen übertrieben ... außerdem bezweifle ich, dass es sich bei einem normalen Internet-Hoster einfach so einrichten lässt ...

      • tux. sagt:

        Hm, hat aber gewisse Vorteile, mehrere Plattformen zu verwalten, unter anderem, weil Zentralismus gewisse Sicherheitsprobleme mit sich bringt.

        Open Stack: Sieht überfrachtet aus und scheint eher was für's Intranet als für den Heimgebrauch zu sein. Schade.

  3. Alexander sagt:

    owncloud ähnelt meiner Meinung nach Windows: Viele Features werden eingebaut bevor diese ordentlich funktionieren.

    Meine aktuellen Probleme mit owncloud:
    Einerseits kann ich verschiedene Adressbücher erstellen, aber andererseits fehlen sämtliche Möglichkeiten die Kontakte zu filtern bspw. nur Kontakte von EINEM EINZIGEN Adressbuch anzeigen zu lassen. Eine simple Funktion, wenn man mehrere Adressbücher erstellen kann, möchte man meinen...

    Der Grund, warum ich hier schreibe, ist mein Problem mit der Ignor-Liste. Diese Liste sollte eigentlich nur bei Dateien greifen, aber owncloud verfolgt auch unter Windows die Linux-Philosophie "Alles ist eine Datei". Ergo wird ein Ordner mit Tilde am Ende NICHT synchronisiert. Das Problem ist jetzt gefixt, aber sicher nicht im Sinne des Erfinders. :-/

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