ownCloud: SQLite oder MySQL? – da ist schon ein gewaltiger Unterschied

28 Februar 2013 11 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

ownCloud Logo 150x150Ich spiele ja schon eine Weile mit ownCloud 5 und bisher hat es da eine Installation mit SQLite getan – dachte ich. Allerdings musste ich mich schon immer wieder wundern, warum Aufrufe im lokalen Netzwerk teilweise so lange im Browser gedauert haben. Die Entwickler empfehlen, wenn man nicht mehr als 10 Anwender hat, oder nur testen möchte, taugt SQLite. Mit dem Testszenario geben ich ihnen noch Recht, aber das mit den 10 Anwendern … aber von vorne …

ownCloud 5 Beta 2 lief so weit ganz gut und ich habe es nur im Browser verwendet. Aber auch da kam es mir schon ein wenig behäbig vor. Kein Synchronisations-Client hat mit reingepfuscht und ich war der einzige Anwender. Vorhin ließ ich dann den Synchronisations-Client mit drauf und da hat es die komplette Performance so in den Keller gezogen. Natürlich versuchte der Client Daten in die ownCloud zu schieben und ich konnte das Web-Interface von ownCloud eigentlich nicht mehr benutzen. Also wenn ein Klick fast 10 Sekunden im LAN dauert, ist das für mich unbenutzbar.

Galerie-Ansicht: ownCloud 5

Galerie-Ansicht: ownCloud 5

Nach ein bisschen Stöbern habe ich dann gesehen, dass die Datenbank sich immer wieder über Locks beschwert hat – zur Erinnerung – 1, in Worten ein, Anwender! Also die Probe aufs Exempel gemacht und das Szenario einfach mal mit MySQL aufgesetzt. Mein lieber Herr Gesangsverein – plötzlich ist das Ding benutzbar.+

Der Synchronisations-Client schnurrt so vor sich hin und im Browser reagiert die Seite sofort, wenn ich etwas anklicke. Die Synchronisation an sich ist zwar immer noch echt langsam, aber sie geht konstant weiter. Vorher hatte ich immer das Gefühl, dass sich minutenlang gar nichts tat und dann und wann ein MByte hoch geschoben wurde.

Also ich kontrolliere das gerade mittels du | wc -l (zeige mir, wie viele Dateien in dem Ordner plus Unterordner sind) und du -h (wie viele MByte befinden sich im Ordner inklusive Unterordner).

Kann schon sein, dass die Zotac ZBOX nicht in absehbarer Zeit in die Liste der 500 Supercomputer aufgenommen wird, aber einen Anwender, der ein paar Daten rüberschiebt, trau ich ihr dann schon zu. Zumal sie bei anderen Sachen auch nicht so behäbig reagiert.

Meine persönliche Empfehlung ist nach diesen Erkenntnissen: Auch für den Heimgebrauch kein SQLite einsetzen – also ich werde es nicht mehr tun. Ok, das Backup wird etwas komplizierter – aber nicht viel. Mit mysqldump und einem Cronjob ist das ratzefatz erledigt (den Namen der SQL-Datei kannst Du frei wählen und bei mir heißt die Datenbank owncloud):

  • Backup: mysqldump -u root -p[root_Passwort] owncloud > owncloud.sql
  • Wiederherstellen: mysql -u root -p[root_password] owncloud < owncloud.sql
  • Backup noch mal allgemein: mysqldump -u root -p[root_Passwort] [Datenbankname] > frei_waehlbar.sql

Hier gibt es übrigens Richtlinien von den SQLite-Entwicklern, für was sich die Datenbank-Software eignet und für was nicht. Ja, die Entwickler von ownCloud weisen auf persönliche Installationen und Test-Szenarien hin. Das mit den 10 Anwendern unterschreibe ich aber so nicht und man könnte in der “Die richtige Datenbankwahl” schon darauf hinweisen, wie viel schneller ownCloud mit MySQL ist. Wer Zeit hat, einfach mal selbst ausprobieren – bei mir ist der Unterschied wie Tag und Nacht – immer noch ein Anwender … ab morgen sind es dann wieder 2 … :)

Die finale Version von ownCloud 5 ist übrigens für Ende Februar angekündigt … mal sehen, wann es so weit ist …



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11 Kommentare zu “ownCloud: SQLite oder MySQL? – da ist schon ein gewaltiger Unterschied”

  1. JumpLink sagt:

    Danke für den Tipp! Ich nutze zur Zeit wieder UbuntuOne da mir OwnCloud noch zu unzuverlässig war, allerdings hatte ich auch SQLite eingesetzt. Ich werde es jetzt wahrscheinlich auch noch einmal mit MySQL ausprobieren.

  2. StefanLohmaier sagt:

    Ich habe seit einer Woche owncloud als dropbox ersatz am laufen mit mysql. (Zum Glück richtig gewählt :D )

    Wie stabil ist owncloud 5? Schon produktiv benutzbar? Hast du schonmal owncloud 4.5 auf 5 upgegradet?

    • jdo sagt:

      Warte hier lieber noch ein bisschen. Einige Apps lassen sich noch nicht starten, zum Beispiel das, was eigentlich per Standard rein und nicht als Drittanbieter rein sollte: Dateien in der Weboberfläche verschieben. Ansonsten läuft es ganz gut, auch wenn es hier und da noch kleinere Zicken macht.

      Ich habe es nun statt 4.5 im Einsatz, halte aber die Daten doppelt vor - falls doch was schief geht.

      Ein Upgrade habe ich nicht durchgeführt.

  3. Georg sagt:

    Oha, bisher habe ich SQLite eingesetzt und war zufrieden. Ich werde auch mal Upload + Webinterface gleichzeitig versuchen und ggf. auf MySQL wechseln. Normalerweise bevorzuge ich SQLite, weil ich von keiner von Oracle kontrollierten Technik abhängig sein möchte und eben das Backup durch einfaches Kopieren unschlagbar simpel ist.

    • jdo sagt:

      MariaDB sollte genauso funktionieren ...

      • Georg sagt:

        Ist die Installation von MariaDB eine komplizierte Sache? Ich besitze nur einen Shared Webspace (zwar mit Shellzugang, aber trotzdem). MariaDB ist nicht vorinstalliert...ist es überhaupt installier- und nutzbar, wenn man keinen root-Zugriff auf das System und nur beschränkte Kontrollmöglichkeiten über den Apache-Server hat?

  4. Axel sagt:

    Hi,

    als Backup für mysql setze ich seit Jahren das Skript "automysqlbackup.sh" ein. In cron eingebunden stellt es für ein professionelles DB-Backup wichtige Aufgaben parat:

    AutoMySQLBackup with a basic configuration will create Daily, Weekly and Monthly backups of one or more of your MySQL databases from one or more of your MySQL servers.

    Other Features include:
    - Email notification of backups
    - Backup Compression and Encryption
    - Configurable backup rotation
    - Incremental database backups

    http://sourceforge.net/projects/automysqlbackup/

    Gruß

  5. Sascha Joswig sagt:

    Auf der CeBIT war owncloud ja nun auch vertreten. Da hatte ich dann mit einem der Entwickler das gleiche Thema. Hier wird ganz klar von SQLite abgewiesen, da es nicht nur auf die Anzahl der Benutzer ankommt, sondern auch auf die Anzahl der Dateien. Es wurde geraten ab 200 Dateien zwingend MySQL einzusetzen.

  6. simonhoelz sagt:

    Danke für den Hinweis. Das war mir so noch nicht klar.

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