Ist irgendwie anders und eignet sich gut für Datenrettung: Plop Linux 4.2.1

12 April 2012 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Plop Linux Logo 150x150Plop Linux ist eine Linux-Distribution, die auch an blinde und sehbehinderte Menschen denkt. Sie bringt brltty und Orca mit sich. Im Changelog ist außerdem zu lesen, dass ClamAV (0.97.4) wieder mit an Bord ist. Ebenso ist die i486-Version Standard. Der Entwickler, Elmar Hanlhofer, begründet das so: Probleme mit PAE vermeiden. Die PAE-Variante steht allerdings weiterhin zur Verfügung.

Des Weiteren gibt es einige Aktualisierungen zu vermelden. Als Herzstück dient Linux-Kernel 3.3.1 und die Desktop-Umgebung der Wahl ist GNOME 3.4. Ebenso mit von der Partie sind Firefox 11.0, Wine 1.5.1, MPlayer 2012-03-31, GParted 0.12, Midnight Commander 4.8.2 und smartmontools 5.42.

Plop Linux 4.2.1 gestartet

Per Standard kein grafischer Modus

Dass es sich nicht um eine gewöhnliche Anwender-Distribution handelt, merkt man beim Start. Das Betriebssystem bootet in einen nicht-grafischen Modus. Somit lässt es sich auf Konsole schon einmal gut für Datenrettung einsetzen und sollte auf jedem System, unabhängig von der Grafikkarte, laufen. Der Anwender wird darauf hingewiesen, wie er eine grafische Oberfläche starten kann. Mit startx kannst Du X.Org abfeuern und startxvesa startet den Vesa-Modus. Letzteres wird eigentlich nur gebraucht, wenn X.Org Schwierigkeiten bereitet. Als Desktop-Umgebung stehen GNOME und FLuxbox zur Verfügung, die sich mit usefluxbox oder usegnome umschalten lassen.

  • Salix OS 13.37 Live KDE
Plop Linux 4.2.1

Eignet sich gut für Datenrettung ...

Wer sich genauer für die Sehhilfen brltty und Orca interessiert, sollte sich diese Unterseite des Projekts ansehen. Hier wird beschrieben, wie sich die Programme automatisch starten lassen. Ebenso geht der Entwickler darauf ein, wie sich die Orca-Einstellungen permanent speichern lassen.

Plop linux 4.2.1 Fluxbox

Fluxbox

Es lohnt sich auch so, ein bisschen in der Distribution zu stöbern. So befinden sich zum Beispiel die Datenretter TestDisk und PhotoRec an Bord. Mit diesen Tools lassen sich versehentlich gelöschte Daten wiederherstellen. Ich weiß das aus eigener Erfahrung. Ein Bekannter hatte mal die falsche externe Festplatte formatiert. Ziemlich unschön, das Kind war aber schon in den Brunnen gefallen. Er rief mich an und fragt, ob man es retten kann. Ich sagte ihm, dass man eventuell was machen kann, er aber die Festplatte sofort ausstecken soll und nicht mehr darauf herumpfuschen. Wir konnten alle seine Daten retten. Das Einzige Problem war, dass die Namensgebung der Ordner und Bilder nicht wieder hergestellt werden konnte. Da es sich zum Großteil um Bilder handeltet, war das allerdings ein kleineres Drama. Diese beiden Tools sollte man sich wirklich merken. Sie befinden sich in den meisten Repositories der Distributionen. Probiert es einfach mal mit einem USB-Stick aus und staunt, was die kostenlosen Helfer leisten können.

Mit fsarchiver lassen sich komplette Partitionen sichern und wiederherstellen. Zu Sicherungszwecken dient auch Partimage. Du kannst Plop Linux aus dem Download-Bereich der Projektseite herunterladen: ploplinux-4.2.1-X.iso (1 GByte),ploplinux-4.2.1-x64-X.iso (1 GByte). Wer sich vor einem Download genauer erkundigen möchte, sollte sich das Inhaltsverzeichnis des Projekts zu Gemüte führen. Das Betriebssystem lässt sich recht schnell als Samba-Server, NAS oder Media Stream Server (ushare) aufsetzen. Für Anfänger ist die Distribution wohl eher weniger geeignet. Fortgeschrittene Linuxer werden die Distribution zu schätzen wissen.

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