Werbefrei im Internet surfen: uBlock Origin, Pi-hole und VPN-Werbefilter

Kein Kommentar Autor: Patrick

Hast du auch ständig lästige Werbeanzeigen im Bild, wenn du im Internet surfst? Werbefrei im Internet surfen beginnt meist mit einem Browserblocker. uBlock Origin für Firefox, uBlock Origin Lite für Chrome und Edge oder Brave mit eingebautem Schutz sind dafür gute Ausgangspunkte. DNS-Filter ergänzen sie im Heimnetz und auf dem Handy. Wer bereits ein VPN nutzt, kann dessen Werbefilter dazuschalten.

  • Im Browser: Werbung und Tracker blockieren, störende Seitenelemente ausblenden.
  • Im Netzwerk: Pi-hole, AdGuard Home oder NextDNS sperren bekannte Werbedomains für Geräte, die ihren DNS-Dienst verwenden.
  • Auf dem Gerät: Filter in VPN-Apps können auch Anfragen anderer Apps erfassen. Welche Werbung verschwindet, hängt vom Filter und der App ab.

Ein Internet ohne Werbung auf jeder Webseite und in jeder App lässt sich damit nicht garantieren. Vor allem Werbung aus derselben Quelle wie der eigentliche Inhalt setzt DNS-Filtern Grenzen.

Im Browser werbefrei surfen: uBlock Origin, uBO Lite und Brave

Firefox: uBlock Origin installieren

Installiere uBlock Origin von Raymond Hill über Firefox Add-ons. Die Erweiterung ist kostenlos und blockiert mit ihren voreingestellten Filterlisten Werbung, Tracker und weitere unerwünschte Inhalte. Sie kann auch Werbeflächen aus dem Seitenlayout entfernen. Für den Einstieg kannst du die Standardeinstellungen lassen.

Funktioniert eine vertraute Seite danach nicht richtig, öffne das uBlock-Symbol, schalte den Filter über den großen Ein-/Aus-Knopf für diese Seite aus und lade sie neu. Installiere nicht mehrere Werbeblocker-Erweiterungen gleichzeitig: Sie können sich gegenseitig stören.

Chrome und Edge: uBlock Origin Lite

Das klassische uBlock Origin funktioniert in aktuellen Chrome-Versionen nicht mehr, weil Google die ältere Erweiterungstechnik Manifest V2 entfernt hat. uBlock Origin Lite nutzt Manifest V3; die Projektseite verlinkt die offiziellen Einträge für Chrome und Edge.

Lite ist keine funktionsgleiche Kopie. Öffne nach der Installation das Erweiterungsmenü und prüfe den Filtermodus. Mit Complete blendet Lite auch allgemeine Werbeplätze auf Seiten aus; dafür musst du die angeforderten Website-Berechtigungen erlauben. Bei Problemen kannst du den Modus für die betroffene Seite reduzieren.

Brave: Werbeblocker bereits eingebaut

Brave Shields ist standardmäßig aktiv. Über das Löwen-Symbol in der Adressleiste siehst du die Blockierungen und änderst den Schutz für die geöffnete Seite. Die Einstellung Aggressiv filtert strenger als Standard, kann aber eher Seitenfunktionen beeinträchtigen. Für diesen Weg brauchst du keine zusätzliche Werbeblocker-Erweiterung.

Im ganzen Netzwerk: Pi-hole, AdGuard Home und NextDNS

Wie ein DNS-Werbefilter arbeitet

Wenn du eine Webseite öffnest, fragt dein Gerät per DNS die IP-Adresse des Domainnamens ab. Ein DNS-Filter gleicht angefragte Domains mit Sperrlisten ab. Steht eine Werbedomain darauf, verhindert er die Auflösung und damit das Laden der betreffenden Anzeige. Das funktioniert auch außerhalb des Browsers, sofern die App diesen DNS-Dienst benutzt.

Pi-hole und AdGuard Home laufen auf eigener Hardware, etwa einem Raspberry Pi. Richte eines der Programme ein und trage dessen lokale IP-Adresse als DNS-Server für deine Geräte im Router ein. Unterstützt dein Router das nicht, kannst du den DNS-Server auf den einzelnen Geräten setzen. Den Pi-hole-Weg beschreibt unsere Anleitung zum Werbeblocker im Heimnetz.

Kontrolliere anschließend im Abfrageprotokoll, ob die Geräte den Filter tatsächlich nutzen. Ein Browser mit eigenem verschlüsseltem DNS-Dienst oder eine VPN-App kann am Heimnetzfilter vorbeigehen.

NextDNS übernimmt die DNS-Filterung als Cloud-Dienst, ohne eigenen Raspberry Pi. Lege eine Konfiguration an, aktiviere eine Werbe- und Trackerliste und folge der Einrichtung für dein Gerät. Kostenlos sind 300.000 DNS-Anfragen pro Monat enthalten. Danach beantwortet der kostenlose Dienst weitere Anfragen ohne Filterung.

DNS-Filter entfernen keine einzelnen Elemente innerhalb einer Webseite. Leere Werbeplätze können deshalb bleiben. Werden Werbung und Inhalt über dieselbe Domain ausgeliefert, lässt sich die Werbung auf dieser Ebene nicht gezielt sperren. Ein Browserblocker kann den Netzwerkfilter hier ergänzen.

Werbefilter in VPN-Apps: NordVPN, Surfshark und Proton

Ein VPN allein entfernt keine Werbung. Es verschlüsselt die Verbindung zum VPN-Server und ersetzt gegenüber besuchten Webseiten deine sichtbare IP-Adresse. Kontologins und Tracking machen dich trotzdem wiedererkennbar; dein Internetanbieter kennt weiterhin deinen Anschluss. Mehr dazu findest du bei den VPN-Vorteilen und -Nachteilen.

NordVPN: Threat Protection Pro und die neuen Namen

Bei NordVPN* ist CyberSec eine alte Bezeichnung. Die ausgebaute Funktion Threat Protection Pro (Bedrohungsschutz Pro) heißt inzwischen auch Schutz vor Betrug, Phishing und Malware. Sie bietet unter anderem einen Werbe- und Trackerblocker ohne aktive VPN-Verbindung. Verfügbar ist sie für Windows und die direkt von NordVPN heruntergeladene macOS-App, sofern dein Tarif sie enthält.

Die einfachere DNS-Variante, bisher Threat Protection, heißt nun „Schutz vor Betrug und Phishing“. Sie hat einen anderen Funktionsumfang. Die Unterschiede der NordVPN-Schutzfunktionen helfen dir deshalb bei der Auswahl.

NordVPN-Werbeblocker unter Windows einschalten

So aktivierst du den Werbeblocker des erweiterten NordVPN-Schutzes unter Windows. Die Menübegriffe entsprechen der aktuellen englischen App-Hilfe; ältere App-Versionen nennen den Bereich noch Threat Protection Pro.

  1. Tarif und App prüfen

    Prüfe im NordVPN-Konto, ob dein Tarif den erweiterten Schutz enthält. Lade die Windows-App von NordVPN herunter, installiere sie und melde dich an.

  2. Schutzbereich öffnen

    Klicke links in der NordVPN-App auf das Schild-Symbol. Öffne den Bereich Scam, phishing, and malware protection beziehungsweise Threat Protection Pro.

  3. Werbefilter finden

    Öffne Protection preferences. Scrolle in Advanced settings zum Abschnitt Ad and tracker blocker.

  4. Werbeblocker aktivieren

    Schalte Ad blocker ein. Für diesen erweiterten Schutz musst du keine VPN-Verbindung herstellen.

  5. Filterung kontrollieren

    Lade eine zuvor geöffnete Webseite neu. Kontrolliere die Einträge unter Protection activity. Falls eine vertraute Seite nicht funktioniert, kannst du die betreffende Domain dort gezielt freigeben.

Die Windows-Anleitung von NordVPN zeigt die Schalter. Auf dem Mac führt ein eigener Einrichtungsassistent für Bedrohungsschutz Pro durch die nötigen Systemfreigaben. Die Mac-App-Store-Version bietet diese Pro-Funktion nicht.

Surfshark CleanWeb und Proton NetShield

Surfshark CleanWeb arbeitet in der VPN-App bei bestehender VPN-Verbindung. CleanWeb in der Browsererweiterung kann dagegen ohne VPN-Verbindung filtern, wirkt aber innerhalb dieses Browsers.

Proton NetShield ist in den bezahlten Proton-VPN-Tarifen enthalten und nutzt DNS-Filterung über die VPN-Verbindung. Wähle die Schutzstufe für Werbung, Tracker und Malware; eine reine Malware-Sperre blockiert nicht automatisch Werbedomains.

Wenn du ohnehin ein VPN suchst, hilft dir unser Vergleich der VPN-Dienste. Nur für weniger Werbung im Browser kannst du zuerst die kostenlosen Lösungen oben ausprobieren.

NordVPN*

Mobil: Werbung auf Android, iPhone und iPad blockieren

Android: Firefox unterstützt uBlock Origin auch auf dem Handy. Installiere die Erweiterung in Firefox und verwende diesen Browser zum Surfen. Für DNS-Filterung auch unterwegs suchst du in den Android-Einstellungen nach Privates DNS. Wähle den Hostnamen eines privaten DNS-Anbieters und trage den persönlichen DNS-over-TLS-Hostnamen aus deiner NextDNS-Einrichtung ein. Die Option „Automatisch“ allein schaltet keinen Werbefilter ein.

iPhone und iPad: Für Safari installierst du einen passenden Inhaltsblocker aus dem App Store und aktivierst ihn in den Safari-Erweiterungen. Alternativ kannst du Brave verwenden. Beide Wege filtern Webseiten im jeweiligen Browser. Für DNS-Filterung außerhalb des Browsers bietet NextDNS eine Einrichtung per Konfigurationsprofil.

Ein Pi-hole zu Hause erfasst das Handy im Mobilfunknetz nicht automatisch. Prüfe außerdem nach dem Einschalten einer VPN-App, welcher DNS-Dienst verwendet wird. Mehrere aktivierte Schutzfunktionen bedeuten nicht automatisch, dass sie zusammenarbeiten.

YouTube ohne Werbung: die Grenzen der Filter

Pi-hole, AdGuard Home und andere reine DNS-Filter können YouTube-Videowerbung nicht gezielt vom Video trennen. Browserblocker haben mehr Möglichkeiten, ihre Wirkung kann sich aber mit Änderungen bei YouTube verschieben. YouTube kann bei erkanntem Werbeblocker die Wiedergabe sperren. Unser Bericht zu den YouTube-Adblocker-Sperren beschreibt den Beginn dieser Entwicklung.

Der vom Dienst angebotene Weg ist YouTube Premium. Auch damit können im Video selbst enthaltene Sponsorensegmente der Urheber sichtbar bleiben.

Was dir das Blockieren von Werbung bringt

Wenn dein Browser Werbung nicht erst laden muss, kann das Ladezeit und Datenvolumen sparen. Weitere Ansätze findest du unter schneller im Internet surfen.

Weniger Banner und automatisch startende Anzeigen bedeuten weniger Ablenkung beim Lesen.

Trackerfilter begrenzen außerdem bestimmte Formen der Beobachtung. Sie ersetzen weder Schutz vor Phishing noch die Entfernung bereits vorhandener Malware.

Für Seiten, die du unterstützen möchtest, kannst du gezielte Ausnahmen setzen oder ein werbefreies Abo nutzen, sofern angeboten.

FAQ: Internet ohne Werbung

Kann ich kostenlos werbefrei surfen?

Ja, für viele Webseiten reichen uBlock Origin in Firefox, uBlock Origin Lite in Chrome oder Edge und Brave Shields. Ein VPN-Abo ist dafür nicht erforderlich. Vollständige Werbefreiheit in sämtlichen Apps garantieren diese Browserlösungen nicht.

Welcher Werbeblocker hilft im ganzen WLAN?

Pi-hole oder AdGuard Home filtern DNS-Anfragen der Geräte, die sie als DNS-Server verwenden. NextDNS ist eine Alternative ohne eigene Hardware. Werbung von derselben Domain wie der Inhalt und Geräte mit abweichenden DNS-Einstellungen setzen Grenzen.

Warum sehe ich trotz Werbeblocker noch Anzeigen?

Mögliche Ursachen sind eine Ausnahme für die Seite, eingeschränkte Browserberechtigungen, ein anderer DNS-Dienst oder Werbung, die der gewählte Filter technisch nicht erfassen kann. Prüfe den aktiven Filter und seine Einstellungen, bevor du weitere Blocker installierst.

Aktualisiert am 09.09.2026 von Patrick. Fakten geprüft.




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