Steam unter Fedora installieren: RPM Fusion, Fedora-Repo oder Flatpak
Steam unter Fedora installierst Du über RPM Fusion, über die in Fedora Workstation vorbereitete Steam-Paketquelle oder als Flatpak von Flathub. Du brauchst nur einen dieser Wege. Danach meldest Du Dich mit Deinem Steam-Konto an und installierst Deine Spiele. Windows-Spiele können dank Proton ebenfalls unter Linux laufen.

Im September 2026 ist Fedora 44 die aktuelle stabile Version. Die DNF-Befehle unten gelten für ein reguläres Fedora auf einem Intel- oder AMD-PC mit x86_64-Prozessor. Für Fedora Silverblue oder Kinoite bietet sich der Flatpak-Weg an. Die DNF-Anleitung ist nicht für deren Basissystem gedacht.
Welcher Installationsweg passt zu Dir?
- RPM Fusion: passend, wenn Du diese zusätzlichen Paketquellen auch für andere Software oder Treiber nutzen möchtest.
- Fedoras Drittanbieter-Schalter: praktisch, wenn Du gezielt die Steam-Paketquelle freischalten willst. Auch hier stammt das Steam-Paket aus RPM Fusion.
- Flatpak: sinnvoll, wenn Du Deine Desktop-Apps bereits über Flathub verwaltest. Beachte bei zusätzlichen Spieleordnern die Dateizugriffe der Flatpak-App.
1. Steam über RPM Fusion installieren
RPM Fusion stellt Software bereit, die Fedora nicht selbst ausliefert. Steam liegt im Bereich nonfree. Wenn Du RPM Fusion noch nicht eingerichtet hast, installierst Du zunächst die Pakete für free und nonfree. Öffne ein Terminal und führe diese Befehle nacheinander aus:
sudo dnf install https://download1.rpmfusion.org/free/fedora/rpmfusion-free-release-$(rpm -E %fedora).noarch.rpm
sudo dnf install https://download1.rpmfusion.org/nonfree/fedora/rpmfusion-nonfree-release-$(rpm -E %fedora).noarch.rpm
sudo dnf install steamDer Ausdruck $(rpm -E %fedora) setzt die Versionsnummer Deines Fedora ein. Sind beide Paketquellen schon eingerichtet, reicht die letzte Zeile. DNF zeigt Dir vor der Installation die benötigten Pakete und fragt nach Deiner Bestätigung.
Die im Steam-Paket hinterlegten Abhängigkeiten, darunter benötigte 32-Bit-Bibliotheken, zieht DNF automatisch mit. Du brauchst dafür kein 32-Bit-Fedora. Starte Steam anschließend über das Anwendungsmenü oder mit:
steam2. Fedoras vorbereitete Steam-Paketquelle aktivieren
Fedora Workstation bietet einen Schalter für ausgewählte Drittanbieter-Paketquellen. Öffne die Anwendung Software und dort im Menü Software-Paketquellen. Aktiviere die Drittanbieter-Quellen beziehungsweise den Eintrag für RPM Fusion Nonfree Steam. Wenn Du Steam danach über Software installierst, achte auf die gewählte Quelle: RPM Fusion und Flathub sind unterschiedliche Installationen.
Im Terminal lässt sich gezielt das Steam-Repository aktivieren. Seit Fedora 41 ist DNF5 Standard. Dafür lautet die Befehlsfolge:
sudo dnf install fedora-workstation-repositories dnf5-plugins
sudo dnf config-manager setopt rpmfusion-nonfree-steam.enabled=1
sudo dnf install steamDas erste Paket liefert die vorbereiteten Repo-Dateien. dnf5-plugins enthält den Befehl config-manager. Die zweite Zeile schaltet die Steam-Quelle frei. Dieser Weg ist eine Alternative zur vollständigen RPM-Fusion-Einrichtung aus Abschnitt 1. Du musst nicht beide Varianten abarbeiten.
3. Steam als Flatpak von Flathub installieren
Auch Flathub bietet Steam an. Es handelt sich um ein Community-Paket, das Valve nicht offiziell unterstützt. Mit diesen Befehlen richtest Du Flathub für Dein Benutzerkonto ein und installierst Steam dort:
flatpak remote-add --user --if-not-exists flathub https://dl.flathub.org/repo/flathub.flatpakrepo
flatpak install --user flathub com.valvesoftware.Steam
flatpak run com.valvesoftware.SteamFehlt der Befehl flatpak auf einem regulären Fedora, installierst Du das Paket zuerst mit:
sudo dnf install flatpakBei der Installation werden auch benötigte Laufzeitumgebungen heruntergeladen. Für Updates und das spätere Entfernen hilft Dir die Übersicht zu den Flatpak-Befehlen. Installiere Steam zunächst über einen Weg, damit Du Startsymbole und Spieleordner eindeutig zuordnen kannst.
Windows-Spiele mit Proton starten
Beim ersten Start lädt Steam weitere Client-Dateien und Updates. Melde Dich danach an und wähle ein Spiel aus Deiner Bibliothek. Proton ist für Spiele ohne native Linux-Version bereits standardmäßig aktiviert. Valve hat das mit dem Steam-Update vom 30. Juni 2025 geändert. Die alte Anleitung, zuerst „Steam Play für alle anderen Titel“ einzuschalten, ist damit überholt.
Für ein einzelnes Spiel kannst Du eine andere Proton-Version ausprobieren: Rechtsklick auf den Titel in der Bibliothek, dann Eigenschaften → Kompatibilität. Aktiviere dort die erzwungene Verwendung eines bestimmten Steam-Play-Kompatibilitätswerkzeugs und wähle etwa Proton Experimental. Beginne ohne diese Sonderauswahl und ändere sie erst bei Problemen.
Proton macht nicht jedes Windows-Spiel lauffähig. Vor allem Anti-Cheat kann den Start verhindern, wenn der Spielehersteller Linux nicht unterstützt. Möchtest Du Spiele außerhalb des Steam-Katalogs einbinden, findest Du eine eigene Anleitung für Steam-fremde Windows-Spiele unter Linux.
Wenn Steam oder ein Spiel nicht startet
- DNF findet Steam nicht: Prüfe zuerst, ob Du die gewählte Paketquelle aktiviert hast. Das Paket gehört nicht zu Fedoras normalen Basis-Repositories.
- Grafikprobleme mit NVIDIA: RPM Fusion bietet unter anderem
akmod-nvidiaan. Prüfe den passenden Treiberzweig für Dein Kartenmodell und die benötigten 32-Bit-Grafikbibliotheken. Die RPM-Fusion-Anleitung zu NVIDIA-Treibern erläutert die Einrichtung. Nach einer Treiberinstallation muss der Bau des Kernelmoduls abgeschlossen sein, bevor Du neu startest. - Fehler beim Start: Starte die RPM-Version mit
steamoder die Flatpak-Version mitflatpak run com.valvesoftware.Steamim Terminal. Die Ausgabe hilft Dir, nach der konkreten Fehlermeldung zu suchen.
Dieser Beitrag begann 2013 mit der Aufnahme von Steam in RPM Fusion. Die damaligen Hinweise auf yum und das Testing-Repository sind für die heutige Installation nicht mehr nötig. Mehr Hintergrund bietet der Beitrag darüber, wie Steam Deck, SteamOS und Valve Linux helfen.
Aktualisiert am 08.09.2026 von Henry. Fakten geprüft.

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