Linux mit fast 7 Prozent Marktanteil auf dem Desktop im September?

4 Oktober 2017 6 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Kaum passt man ein paar Wochen nicht auf, schon stürmt Linux auf dem Desktop zum Gipfel. 6,91 Prozent Marktanteil auf dem Desktop wurden von OMG Ubuntu berichtet, aber auch schon vermutet, dass da etwas schief gelaufen ist.

Sehe ich selbst bei NetMarketShare nach, komme ich allerdings nicht mal annähernd auf die berichteten Zahlen.

Linux über 3 Prozent

Auch wenn die fast 7 Prozent nicht erreicht werden, hält sich Linux auf dem Desktop bei NetMarketShare dennoch tapfer über 3 Prozent. Gegenüber August 2017 musste das Open-Source-Betriebssystem zwar einige Verluste hinnehmen, aber die Hürde 3 Prozent wurde vorerst gehalten.

Linux auf dem Desktop im September 2017 bei über 3 Prozent

Linux auf dem Desktop im September 2017 bei über 3 Prozent

 

Nun hat die Geschichte aber noch einen weiteren haken. NetMarketShare scheint Chrome OS als Linux zu zählen. Das ist auf der einen Seite gar nicht mal so falsch, verfälscht aber auch ein bisschen das wahre Ergebnis.

Bei Statcounter sieht das Ergebnis etwas anders aus. Da kommt das freie Betriebssystem auf dem Desktop auf 1,66 Prozent Marktanteil und Chrome OS auf 0,84 Prozent. Zusammengezählt hätten die beiden dann 2,5 Prozent. Der Unterschied zu NetMarketShare lässt sich vielleicht damit erklären, dass letztere Organisation lediglich 40.000 Websites untersucht.

Desktop-Betriebssysteme bei Statcounter im September 2017

Desktop-Betriebssysteme bei Statcounter im September 2017

Android vor Windows

Siehst Du Dir alle Betriebssysteme an, also auch Android und iOS, dann kommt Linux immerhin auf 0,75 Prozent. Etwas mystisch sind die Unbekannten Betriebssysteme mit über 2 Prozent. Was sich wohl dahinter verbirgt? 

Statcounter im September 2017

Statcounter im September 2017

Android behauptet seinen ersten Platz bei den Betriebssystemen und verweist Windows auf den zweiten Platz. Nur schleppen eben viel mehr Menschen ein Smartphone oder ein Tablet mit sich herum als einen Desktop oder ein Notebook. Ich gehöre wohl inzwischen zu einer Minderheit, wenn ich mein InfinityBook mit auf Achse nehme.

Sehr erfreulich ist, dass die Linux-Nutzung auf dem Desktop in Deutschland weit über dem globalen Durchschnitt liegt. 4,05 Prozent verwenden in Deutschland das Betriebssystem mit dem Pinguin und nur 0,1 Prozent geben sich mit Chrome OS ab. Auch hier gibt es wieder diese seltsame Unbekannte.

Deutschland ist in Sachen Linux gut dabei

Deutschland ist in Sachen Linux gut dabei

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6 Kommentare zu “Linux mit fast 7 Prozent Marktanteil auf dem Desktop im September?”

  1. tux. sagt:

    Und der Marktanteil ist wichtig, weil?

  2. tux. sagt:

    Und diese patzige Nichtantwort war nötig, weil?

    Nein, die Frage war schon ernst gemeint. Ich verstehe nicht, wieso so viele Techblogger den (oft doch sehr selektiven) Marktanteil von Software für so wichtig halten, dass sie regelmäßig darüber schreiben. Aber ich würde wirklich gerne.

    • jdo sagt:

      Bei Dir weiß man halt dummerweise nicht, wann eine Frage ernst gemeint ist oder wann der Sarkasmus-Tag außen rum sollte.

      Aber wenn es Dir ernst gemeint ist, entschuldige ich mich und beantworte ich Dir die Frage gerne aus persönlicher Sicht. Der Marktanteil ist für mich deswegen wichtig, weil sich damit auch Aussagen über die Gesellschaft machen lassen. Ein höherer Prozentsatz bei Apple-Geräten in einer gewissen Region weist zum Beispiel darauf hin, dass es mehr Leute mit Geld gibt (Europa 12% - Asien 6% macOS). Apple-Geräte sind weltweit ungefähr gleich teuer oder allgemein nicht günstig.

      Dass Deutschland einen hohen Prozentsatz an Linux-Anwendern hat, zeigt mir, dass das Land allgemein (prozentual zur Einwohnerzahl gesehen) technisch versierter oder interessierter ist oder allgemein einen höheren Bildungsstand hat. Ich sage nun nicht, dass Windows-Anwender per se dümmer sind. Bei Deutschland hinterlässt sogar FreeBSD auf dem Desktop einen Note (wenn auch eine kleine), aber es wird erwähnt und auch das weist auf eine technisch höhere Bildung hin.

      Interessant wäre noch zu wissen, wie viele von den Linux-Geräten zum Beispiel Raspian verwenden. Daraus könnte man wiederum schließen, wie viele Neugierige Bastler es gibt.

      Aus Gründen wie diesen interessiert mich persönlich der Marktanteil schon.

  3. TmoWizard sagt:

    Wen interessiert denn der Marktanteil, der sowieso nie korrekt sein wird. Die Hauptsache ist doch eigentlich, daß Linux auf dem Desktop funktioniert!

    Bei mir läuft Kubuntu nun seit beinahe 9 Jahren (JA, das war das unsägliche 8.10 mit der verfrühten Alpha-Version von KDE 4!), seit ~7,5 bis 8 Jahren bin ich sogar komplett ohne Microsoft. Nur wegen meinem Bekanntenkreis habe noch ein ziemlich minimales Windows 7 in einer VM, aber auch das kann ich demnächst entfernen, da die meisten meiner ... sagen wir mal "Kunden" ... inzwischen auf Windows 10 umgestiegen sind und dort läuft einiges anders.

    Fast sämtliche Programme aus meiner Zeit mit Windows gibt es auch direkt unter Linux, nur zwei mußte ich ersetzen und von den beiden neuen Programmen ist zumindest eines sogar besser wie das früher unter Windows verwendete!

    Ok, ich zocke schon seit sehr vielen Jahren nur noch äußerst wenig. Aber sogar mein Lieblingsgame gibt es nativ unter Linux, was will man denn mehr? 😀 Die wichtigsten Programme waren für mich allerdings SeaMonkey und der VLC-Player, ich kann mich folglich nicht beklagen!

    Und NEIN, MS-Office oder die Produkte von Adobe braucht privat eigentlich kein Mensch! Ich hab das Zeug schon unter Windows äußerst ungern verwendet, inzwischen gibt es Adobe auf meinem Rechner gar nicht mehr und Microsoft Windows 7 wie schon geschrieben nur noch in einer VM.

  4. tux. sagt:

    😉 Schon verziehen.

    Ich bin mir nicht sicher, ob die Wahl des Betriebssystems unbedingt etwas mit Bildung oder Interesse an Technik zu tun hat. Ich nutze ja immer noch absichtlich Windows, kenne aber im Gegenzug auch durchaus Menschen persönlich, die ihren Eltern oder Großeltern bildungs- und interessensfrei bei der erstbesten Gelegenheit ein Linux angedreht haben, weil sie "eh nur surfen" wollen. Die sind dann auch meistens zufrieden damit. Ist halt auch auf älterer Hardware noch zum Laufen zu bewegen, kostet nüscht und ist, zugegeben, in der Regel merklich einfacher zu warten als zum Beispiel NetBSD. Den eigenen Eintrag für FreeBSD auf dem Desktop nehme ich aber positiv wahr. Ich nehme an, das hat mit systemd zu tun, zumindest liest man das in einschlägigen Foren so. Wobei da natürlich auch die Frage offen ist, ob das auch die Desktopderivate von FreeBSD (TrueOS dürfte da der Sieger sein) sozusagen miterschlägt.

    Wenn man die Statistik aber so liest, hast du Recht, das könnte sinnvoll sein. Danke für die Erklärung. Ganz ohne Sarkasmustags. 🙂

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