Corona-Test – langer Reisetag, mehrere Flughäfen – Erfahrungsbericht

3 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Ja, man soll nicht reisen und schon gar nicht in und aus Risikogebieten. Manchmal lässt sich das aber nicht vermeiden, da ich nach über einem Jahr dann doch gerne meinen Bruder mit Familie wieder sehen möchte. Deswegen hatte ich gestern einen langen Reisetag plus Corona-Test hinter mir. Es war weit weniger schlimm, als ich mir das vorgestellt habe. Hier ein kurzer Erfahrungsbericht.

Vorweg möchte ich sagen: Ich habe von Sonntag 23 Uhr nachts bis gestern 18 Uhr durchgehend eine Maske getragen und es war überhaupt nicht schlimm. Ich kann es nicht nachvollziehen, wenn ein paar Deppen schon motzen, wenn sie nur zum Einkaufen eine Maske aufsetzen sollen. An die Masken-Muffel: es geht hier nicht um Dich, sondern darum, potenziell andere zu schützen.

Wichtiger Hinweis: Da wir in eigenartige Zeiten leben, können sich die Regeln natürlich jederzeit ändern. So war es eben bei mir und meiner Einreise nach München mit einem deutschen Pass. Bei Dir kann das anders sein und erkundige Dich bitte zu Deinen Standorten.

Flughafen Istanbul

Ich musste in Istanbul umsteigen und dort 6 Stunden auf meinen Flug nach München warten. Man merkt schon, dass die Flughäfen in Vergleich zu früher relativ leer sind. Das ist aber kein Nachteil. Die Sicherheitskräfte in Istanbul haben Masken-Muffel auch ermahnt, ihre Masken richtig aufzusetzen. Natürlich darf man sich irgendwo hinsetzen und etwas Essen oder Trinken und dafür auch die Maske absetzen.

Teilweise ist es aber unmöglich, Abstand zu halten, weil der Raum dafür einfach nicht da ist. Allerdings hatte ich insgesamt den Eindruck, dass der Großteil der Leute recht diszipliniert ist. Ein recht positives Erlebnis.

Einen kurzen Schock-Moment gab es in Istanbul allerdings. Der Mitarbeiter von Pegasus meinte, dass ich einen negativen Corona-Test brauche, um nach Deutschland fliegen zu dürfen. An meinem Abflugort konnte ich aber keinen vom RKI anerkannten Corona-Test machen lassen. Ich meinte dann zu ihm, dass sowohl auf der Pegasus-Website als auch beim Bundesgesundheitsministerium steht, dass ich einen Test in Deutschland machen kann.

Im kurzen Gespräch hat sich dann herausgestellt, dass ich international transit bin und ich mich tatsächlich in Deutschland testen lassen kann.

Flughafen München – sehr positives Erlebnis beim Corona-Test

Nachdem ich mein Gepäck in München hatte, wurde ich beim Verlassen der Gepäckhalle auf einen Corona-Test angesprochen. Da ich keinen hatte, sagte man mir, dass der Test verpflichtend sei. Damit habe ich auch überhaupt kein Problem, zumal der Corona-Test auch noch kostenlos ist. Es geht ja auch darum, andere zu schützen.

Dickes Lob: Die Mitarbeiter der Test-Firma, die Polizistinnen und Polizisten waren alle super freundlich. Ich kann mir gut vorstellen, dass die nicht immer die positivsten Erlebnisse in diesen Tagen haben, aber bleibt man selbst freundlich und vor allen Dingen einsichtig, dass der Test notwendig ist, dann gibt es überhaupt kein Problem. Im Gegenteil, man sieht zwar die Mimik wegen der Masken nicht komplett, aber die Augen verraten ein Lächeln, dass man ihnen den Job nicht noch schwerer macht.

Tipp: In der Gepäckhalle in München kannst Du Dich bereits online für den Test draußen anmelden. Mach das und Du sparst Zeit, weil Du nicht erst draußen Deine Daten abgeben musst, sondern gleich mit Deiner Referenznummer zum Test darfst.

Der Test selbst dauert keine 5 Minuten. Es wurde ein Abstrich im Rachen gemacht und auch der Mitarbeiter war total freundlich und es sind ein paar Scherze hin und her geflogen. Er hat mir dann detailliert erklärt, dass ich mein Testergebnis nach spätestens 48 Stunden erhalte. Sollte ich das Ergebnis nicht haben, möchte ich eine bestimmte Nummer anrufen und nachfragen.

Eine Frage meinerseits gab es noch. Ich habe ja gelesen, dass ich mich beim Gesundheitsamt melden und dort einen Termin für einen Corona-Test ausmachen muss. Ob das immer noch der Fall ist, da ich ja schon am Flughafen in München getestet werden. Der Mitarbeiter hat mir dann gesagt, dass ich an meinen Zielort reisen und mich in Quarantäne begeben soll. Kommt mein Test zurück und ist negativ, bin ich ein freier Mann – muss mich also nicht beim Gesundheitsamt melden.

Vorhin habe ich nach weniger als 16 Stunden mein Ergebnis erhalten:

Mein Corona-Test ist negativ :)

Mein Corona-Test ist negativ 🙂

Das bedeutet, ich kann meine Maske aufsetzen und mich frei bewegen. Es ist auch ein gutes Gefühl und beruhigend, das Ergebnis zu wissen, muss ich ehrlich sagen. Ich bin keine Gefahr für meinen Bruder plus Familie.

Fazit

Ich habe mir die Reise wirklich wesentlich problematischer vorgestellt. Im Endeffekt dauert es hier und da ein paar Minuten länger und ich musste ein paar Zettel mehr ausfüllen. Das sind diese Ausstiegskarten, auf denen man gefragt wird, ob man Symptome hat und Du gibst den Platz an, auf dem Du gesessen hast und so weiter.

Dafür sind die Flughäfen wesentlich weniger besucht und die Corona-Minuten holst Du an anderer Stelle wieder rein.

Die Ankunft in München war wirklich angenehmer, als ich mir das ausgemalt hatte. Alles lief zügig und professionell ab. Das möchte ich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich loben: ein dickes Danke! Ganz echt gemeint!

Also lieber so, also Lockdown – ganz echt. Mit den Einschränkungen kann ich leben, bis man hoffentlich eine bessere Lösung hat. Ich durfte nach ein paar Minuten zusätzlichen Auwand für den Test an meinen Zielort reisen, musste halt versprechen, mich bis zum Erhalt meines Test-Ergebnisses in Quarantäne zu begeben. Schneller wäre ich übrigens ohne Corona-Test auch nicht angekommen, da ich sowieso auf den Zug warten musste.

Corona-Test: Bedenken zum Datenschutz

Ich sehe aber schon auch die Bedenken zum Datenschutz bei den Tests. Wo werden meine Daten gespeichert? Werden sie sicher wieder gelöscht? Das ist alles nicht wirklich nachvollziehbar.

Auch die Einschränkungen dürfen nicht von Dauer sein. Um die Pandemie einzudämmen, bis es hoffentlich einen Impfstoff gibt, lasse ich gerne das Eine oder Andere über mich ergehen.

Bei manchen Aussagen hat man das Gefühl, dass Deutschland eine Polizei-Corona-Diktatur geworden ist. Das kann ich überhaupt nicht bestätigen.

Ich will nun aber nicht sagen, dass einfach jeder die Klappe halten soll. Kritische und konstruktive Stimmen sollen und dürfen auf keinen Fall verstummen, damit sich Missstände beseitigen lassen. Was die Verschwörungstheoretiker und „das Ende ist nah“-Sager aber in sozialen Medien verbreiten, kann ich aus meiner Erfahrung nicht einmal annähernd bestätigen.

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3 Kommentare zu “Corona-Test – langer Reisetag, mehrere Flughäfen – Erfahrungsbericht”

  1. Ronny sagt:

    Vielen Dank für den Bericht. Vor Allem "An die Masken-Muffel: es geht hier nicht um Dich, sondern darum, potenziell andere zu schützen." scheinen die meisten zu vergessen.

  2. Struppi sagt:

    Ich finde es erstaunlich wenn man meint, das bei solchen Dingen alle das gleiche empfinden und mit dieser Allgemeingültigkeit glaubt Urteile über andere abgeben zu müssen.

    Ich habe, wenn ich eine einfache Maske trage, extrem Schwierigkeiten beim atmen und fange relativ schnell an zu keuchen.

    Das mag mit den gesundheitlichen Problemen, die ich in den letzten Jahren hatte zu tun haben, aber darüber habe ich keine Diagnose oder Aussage eines Arztes. Mir fällt es einfach schwer mit einem Tuch vor dem Mund zu atmen und habe schnell das Gefühl, dass ich keine Luft kriege. Meine Blutsauerstoffsättigung ist aber sowieso oft sehr niedrig.

    Wie gesagt mein Gefühl trotzdem trage ich einen, ich habe aber Verständnis für Leute die sich damit schwer tun und dieses gegenseitige Verständnis für andere Befindlichkeiten hat enorm nachgelassen.

    Ansonsten habe ich auch nicht den Eindruck das es viele "Maskenmuffeln" gibt, dass ist eher eine Erfindung der Propaganda. Überall wo es Pflicht ist diese Dinger zu tragen, tun es die allermeisten Leute (eigentlich alle) auch. Es gibt aber viele, die den Sinn der Masken nicht sehen.
    https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/pdf/10.1055/a-1174-6591.pdf

    Aber was die Tests und die Beabeitung bei Gesundheitsämter angeht erleben andere auch das anders (und in dem Fall ging es um eine Operation):
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/corona-leichtsinn-masken-verweigerer-sind-wir-alle-covidioten-li.110103

    Musstest du den Test eigentlich bezahlen?
    Im zuge der "Beherbungsverbot" Diskussion gab es Berichte, wo Leute mit ihrer Familie einen wochenendreise machen wollten und die meinten, dass es bei 5 Personen und kosten von 100 Euro pro Test, sie es sich nicht mehr leisten könnten zu fahren und deshalb nicht verreist sind.

    • jdo sagt:

      Wie gesagt handelt es sich hier nicht um eine Wertung, sondern um einen persönlichen Erfahrungsbericht. Ich weiß von einer Person, die im Außendienst arbeitet, dass gerade in Geschäften in der entsprechenden Innenstadt, in denen sie unterwegs ist, sehr wohl viele Masken-Muffel unterwegs sind. Meist sind das auch noch die Risikogruppen, meinte die Person.

      Ja, viele Leute haben viele Meinungen – manche sind der Meinung, dass die Erde flach ist. Meinen darf man ja, recht haben ist aber trotzdem ein Unterschied. Derzeit lautet halt die Empfehlung, eine Maske aufzusetzen, um selbst möglichst wenige Aerosole in die Luft zu pusten. Ich bin weder Mediziner, noch Virologe, von daher halte ich mich eben an die offiziellen Empfehlungen, weil sie mich persönlich nicht stark stören. Vielleicht tue ich mich als Taucher auch leichter damit, weil ich es kenne, wie es ist, mit einem Widerstand zu atmen. Ich weiß auch von meiner früheren Tätigkeit als Tauchlehrer, dass es häufig eine psychologische Sache ist, sich damit anzufreunden, mit einem gewissen Widerstand zu atmen. Ich behaupte nicht, dass es bei alle Personen so ist. Wer ein echtes Problem damit hat, sollte von der Regel ausgenommen werden – da bin ich schon auch der Meinung. Auf der anderen Seite sehe ich schon auch Potenzial, dass plötzlich alle ein Problem damit haben und das aus reinem Egoismus. Hier kann man auch nicht alle über einen Kamm scheren, aber es gibt genug Idioten, die so etwas dann eben wieder schamlos ausnutzen.

      Wie im Text oben steht, war der Test am Flughafen für mich kostenlos.

      Auch wenn ich derzeit wenig Probleme mit den Maßnahmen habe, wünsche ich mir natürlich trotzdem, dass es bald eine Lösung gibt – sei es ein Impfstoff oder dass sich eine weniger aggressive Mutation durchsetzt, mit der man eben wie mit einer andere Grippe existieren kann. Ist halt scheiße im Moment – für alle. Ich glaube aber nicht, dass Staaten ihre Wirtschaft opfern, nur um die Bürger besser kontrollieren zu können. Das ist mir zu sehr Aluhut.

      Zum Beherbergungsverbot muss ich allerdings offen gestehen, dass mir der gesunde Menschenverstand schon sagt, dass es Unsinn ist. Ich bin mit vollen Zügen vom Flughafen an meinen Ankunftsort gefahren. Warum das weniger problematisch ist, als zum Beispiel ein geräumiges Hotel in einem Wandergebiet, erschließt sich mir in der Tat nicht. Leider ist es auch immer so, dass sich einige mit blindem Aktionismus aus reinem Egoismus profilieren wollen.

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