Jolla Tablet: Happy New Year – nicht jeder wird eines bekommen!

3 Januar 2016 3 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Jolla hat mit Sicherheit kein einfaches Jahr, dabei lief die Crowdfunding-Kampagne im Mai 2015 für das Jolla Tablet eigentlich ganz gut und man konnte über zwei Millionen US-Dollar einnehmen.

Dann musste man im November 2015 allerdings die Hälfte der Belegschaft wegen finanziellen Schwierigkeiten nach Hause schicken und hat sich mit einem offeenen Brief an die Community gerichtet, dass der Hauptinvestor abgesprungen ist. Die Zukunft war ungewiss und die Firma hoffte auf frisches Geld im Dezember. Das kam auch und man kann Sailfish OS vorerst weiterentwickeln.

Mit dieser Ankündigung haben wohl auch viele Backer des Jolla Tablets gehofft, die immer noch auf ihr Gerät warten, nun in den Besitz des Tablets zu kommen. Einige werden das auch, aber nicht alle.

Nur wenige bekommen ein Jolla Tablet

In den Neujahrswünschen schreibt Jolla, dass man das Projekt zu einem Ende bringen und eine Lösung finden möchte, mit der alle zufrieden sind. Mit alle meint man sowohl die Community, als auch die Backer und die Investoren. Ob man die Backer überhaupt zufriedenstellen kann, nachdem man das Tablet so oft verschoben hat und so weiter, ist so oder so fraglich. Wer nun allerdings denkt, dass man die fehlenden Tablets so schnell wie möglich ausliefern möchte, der liegt nur halb richtig.

Man gibt an, dass nicht alle Backer ein Tablet bekommen werden. Man werde einen kleinen Teil an wenige sehr früher Backer ausliefern. Das scheint es dann aber auch schon gewesen zu sein.

Ein paar wenigen werden wohl noch ein Jolla Tablet bekommen (Quelle: indiegogo.com)

Ein paar wenigen werden wohl noch ein Jolla Tablet bekommen (Quelle: indiegogo.com)

Allerdings würden auch andere nicht leer ausgehen und man wird diese Leute (die sowieso schon ewig warten) positiv überraschen. Man dürfe spekulieren, was da kommt.

Ich bin froh, nicht bei der Crowdfunding-Kampagne mitgemacht zu haben. Ab diesem Zeitpunkt wäre ich nun so richtig sauer. Nehmen wir an, dass ich ein Backer wäre. Erst vertröstet man mich ewig. Dann heißt es, die Firma ist eventuell bankrott. Dann bekomme ich vor die Nase gehalten, dass vielleicht einige andere ein Tablet bekommen, für das auch ich mitgezahlt habe und zum Schluss soll ich mir auch noch Gedanken machen, ob ich vielleicht ein T-Shirt mit dem Jolla-Schriftzug oder etwas anderes bekomme. Zu diesem Zeitpunkt würde ich einfach wirklich nur noch mein Geld zurück haben wollen.

Das Problem dabei ist, dass die neuen Investoren sicher keine Kohle in Jolla gepumpt haben, um Backer mit leeren Händen zu kompensieren.

Crowdfunding fand ich am Anfang echt toll und es sind einigen gute Sachen dabei herausgekommen. Meine OUYA ist sehr lange als Mediencenter mit Kodi gelaufen (tut sie immer noch, aber bei Kodi 14.2 ist Schluss und ein Raspberry Pi 2 hat sie abgelöst). Auch Wasteland 2 oder Pillars of Eternity habe ich nicht bereut und beiden laufen unter Linux. Nicht zu vergessen Kung Fury 🙂 … In der Zwischenzeit bin ich allerdings sehr skeptisch geworden und gebe kaum noch Geld für Crowdfunding aus. Ich kaufe das Produkt lieber dann, wenn es fertig ist.

Du kannst gerne Deinen Senf zu diesem Beitrag geben: Hier geht es zu den Kommentaren




Schreiben macht durstig! Eine kleine Erfrischung kann daher nie schaden. Wem dieser freie Artikel gefallen hat, der darf mir gerne einen frisch gezapften Hopfen-Tee ausgeben (Paypal - der Spenden-Knopf
oder bitcoin - Adresse: 1NacVNwcLLePUVv8uSafu5Ykdwh8QyDfgK). Ich freue mich über jede noch so kleine Spende. Vielen Dank und Prost!
 Alle Kommentare als Feed abonnieren

3 Kommentare zu “Jolla Tablet: Happy New Year – nicht jeder wird eines bekommen!”

  1. Rayman sagt:

    Crowdfunding ist eben auch nur eine Form von Investment, und dabei geht der Investor auch immer ein Risiko ein. Ich glaube, dass bei Crowdfunding die Gefahr besonders groß ist, geblendet zu werden. Das liegt denke ich an der mangelnden Erfahrung vieler Backer in solchen Dingen. Nur ein potentielles Produkt vorgeführt zu bekommen reicht halt nicht, um zu erkennen, ob das Konzept und das Unternehmen auf stabilen Füßen stehen.

    Nur um das klarzustellen: ich selbst habe noch nie investiert, insbesondere nicht an Crowdfunding-Projekten, betrachte solche Dinge aber aus einer kritischen Distanz. Prinzipiell finde ich das Konzept Crowdfunding auch gut, es können damit ja auch kleinere Projekte umgesetzt werden, in die sonst auf normalem Wege niemand investieren würde. Man sollte sich aber nicht zu viel Honig ums Maul schmieren lassen.

  2. Arne sagt:

    Crowdfunding ist mir schon lange bekannt, aber nur ein einziges mal habe ich irgendwo mit investiert. Es ist natürlich ausgerechnet das Jolla Tablet gewesen.
    Ich habe dort mitgemacht, weil ich zum einen eine Alternative neben Android und iOS unterstützen wollte und zum anderen eine Bekannte seit längerem ein Jolla Phone hat und mit diesem sehr zufrieden ist.

    Seit Oktober habe ich gedanklich das Tablet so langsam abgehackt. Ich war mir aber auch bewusst, dass Crowdfunding auch immer ein Risiko investment ist. Enttäuscht bin ich dennoch. Meine letzte Hoffnung ist, dass ich vielleicht zu den letzten auserwählten gehören werde.

Antworten