ownCloud 8.1 wird Windows nicht als Server-Plattform unterstützen

17 April 2015 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Wer ownCloud auf einem Windows-Server oder -Rechner betreibt, muss sich für die Zukunft etwas überlegen. Ab ownCloud 8.1 wird die Private Cloud nicht mehr nativ auf Windows-Servern unterstützt.

Das Ziel ist laut eigenen Angaben natürlich, dass so viele Menschen wie möglich auf so vielen Plattformen wie denkbar die Kontrolle über die eigenen Daten haben. Allerdings sei die Unterstützung für Microsoft Windows bisher auch nicht ideal gewesen. Nun hat man die Köpfe zusammengesteckt und die Pros und Contras erörtert, sowie diverse Analysen durchgeführt. Im Endeffekt hat man beschlossen, Windows künftig offiziell nicht mehr als ownCloud-Applikations-Server zu unterstützen.

ownCloud 8.0 gibt es noch offiziell für Windows, ownCloud 8.1 nicht mehr

ownCloud 8.0 gibt es noch offiziell für Windows, ownCloud 8.1 nicht mehr

ownCloud 8.1 nicht mehr offiziell auf Windows

Dass es nicht mehr offiziell unterstützt wird, heißt aber nicht, dass es nicht geht. Außerdem wird man ownCloud 8 noch eine Weile mit Security-Updates versorgen und man will ein Migrations-Tools entwickeln. Hoffentlich funktioniert das besser als die automatischen Updates.

Für Linux ändert sich nichts. Das gilt auch für andere Systeme, auf denen sich eine Linux-Distribution installieren lässt, wie zum Beispiel ein Raspberry Pi. Im Endeffekt benötigt man PHP (seit ownCloud 8 mindestens PHP 5.4) und SQLite, auch wenn dass sehr zäh werden kann. Gerade Windows habe sich nicht als ideale Plattform für eine leistungsfähige PHP-Anwendung wie ownCloud erwiesen. Man hat es zwar mit Workarounds versucht, aber das hat Zeit gekostet, die man lieber für andere Plattformen investiert hätte. Man gibt sogar zu, dass dies mitunter ein Grund war, warum ownCloud 8 mit einigen schweren Bugs veröffentlicht wurde und die Möglichkeit diese Fehler zu beheben ist limitiert. Man will einfach nicht mehr länger Support für etwas versprechen, das so nicht haltbar ist.

Wie bereits erwähnt musste man sich für Windows-Server-Unterstützung ziemlich verbiegen. Es gibt nur Unterstützung für 32-Bit-PHP auf einem Windows-Server. Somit kann man auch nicht mit Dateien hantieren, die größer als zwei GByte sind. Weiterhin gebe es sehr viele Probleme mit der Enkodierung von Dateinamen und Schwierigkeiten mit der Handhabung der Verschlüsselung. All diese Probleme hätten das Potenzial, Daten von Anwendern zu verlieren.

Man habe zwar mit Microsoft an dieser Stelle zusammengearbeitet, aber das Unternehmen aus Redmond investiere nun weniger Ressourcen in PHP. Viele notwendige Verbesserungen kann man nach eigenen Schätzungen mit PHP 7 einpflegen. Allerdings dauere es auch, dass sich große PHP-Versionen auf den Plattformen durchsetzen, was wiederum zwei oder drei Jahre längere Wartezeit bedeutet. So lange möchte man einfach nicht warten.

Auch einige Funktionen würden unter Windows leiden. Es gibt zum Beispiel keinen smbclient. Auch wenn es unter Windows eine native Option gebe, auf Windows Shares zuzugreifen, würde PHP damit nicht sehr gut funktionieren. Außerdem vermisse man einige Kommandozeilen-Tools, sodass nicht alle Thumbnails unter Windows kreiert werden können.

Darüber hinaus gebe es noch Zuverlässigkeits-Probleme mit MSSQL, wodurch man wieder mehr Zeit in Tests und Fixes investieren muss. Außerdem führe das zu mehr Code, den man pflegen und updaten muss.

 

Was kann man tun?

Wer unbedingt Windows als Server betreiben möchte, kann ownCloud in Form eines virtualisierten Abbildes betreiben. Auf der Download-Seite gibt es sogar Abbilder für virtuelle Maschinen, deren Betrieb unter Windows komplett unterstützt ist. Es gibt auch Images von Bitnami, die man direkt bei GPG, AWS und Azure einsetzen kann. Virtualisierung ist also eine Option, die man in Betracht ziehen kann.

Um die Migration zu erleichtern, wollen die Entwickler ein Tool zur Verfügung stellen. Das erschafft eine ZIP-Datei für jeden Anwender auf einer ownCloud-Installation mit allen Daten. Auf jeden Fall haben Anwender von ownCloud auf Windows-Servern noch gut 1,5 Jahre Zeit. Man plant, Security-Updates für das weiterhin unterstützte ownCloud 8.0 bis Q4 2016 anbieten.Man betont, dass man die Unterstützung für Windows nicht wegen einer generellen Abneigung einstellt. Allerdings müsse man Prioritäten setzen und die Ressourcen so effizient wie möglich einsetzen. Solange sich nicht enug Entwickler finden, die sich mit den Bugs bei ownCloud unter Windows auseinandersetzen möchten, wird ownCloud Server künftig keine offizielle Unterstützung mehr unter Windows bekommen. Den Anfang macht die kommende größere Version ownCloud 8.1.

Nette Pi-Konstellation

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