Phatch – Photo Batch Processor: Kleines Tool, große Wirkung und unverzichtbar für FOSS-Fotografen

25 Januar 2014 4 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Phatch ist ein sehr unscheinbares, aber unglaublich leistungsfähiges Tool, wenn mal viel mit Stapelverarbeitung (neudeutsch Batch Processing) von Bildern oder Fotos zu tun hat. Phatch steht laut Homepage des Projekts für Photo & Batch. Das freie Bildbearbeitungs-Tool funktioniert übrigens für Linux, Windows und Mac OS X. Unter Ubuntu, Linux Mint, Fedora und so weiter kannst Du das Tool auch aus den Repositories beziehen und bequem über den Paket-Manager installieren. Bei Windows und Mac OS X musst Du erst irgendetwas mit Python hantieren – interessiert mich aber nicht. Genaueres dazu gibt es in der Dokumentation.

Das kleine Tool ist genau das, was GIMP derzeit fehlt. Natürlich kann GIMP auch Stapelverarbeitung und lässt sich theoretisch komplett über die Kommandozeile steuern. Allerdings ist das alles andere als unkompliziert. Genau in diese Kerbe schlägt Phatch. Das Extra-Tool komplettiert FOSS-Bildbearbeitung und gehört meiner Meinung nach auf jeden Rechner eines FOSS-Fotografen. Es nimmt ja nicht einmal viel Platz weg.

Natürlich könnte man auch auf der Kommandozeile mit ImageMagick hantieren. Aber auch in diesem Fall muss ich sagen, dass Phatch die Arbeit bei bestimmten Stapelverarbeitung sehr viel einfacher macht. Es ist einfach anschaulicher.

Nachdem Du Phatch installiert hast, findest Du genau genommen zwei Tools in Deinem System wieder: Phatch Image Inspector und Phatch PHoto bATCH Processor. Sehen wir uns die beiden mal genauer an.

Phatch Image Inspector

Öffnest Du diese Tool, kannst Du einfach Bilder (oder ein Foto) mit der Maus reinziehen und bekommst dann allerlei Informationen zu diesen Bildern.

Phatch Image Inspector

Phatch Image Inspector

Phatch Image Inspector: Informationen

Phatch Image Inspector: Informationen

Weiterhin ist es möglich, links oben verschiedene Ansichten auszuwählen. Das nachfolgende Bild zeigt die Exif-Daten, die sich übrigens auch editieren lassen. Phatch Image Inspector übernimmt dies dann sofort und speichert die Daten entsprechend im Foto ab.

Phatch Image Inspector: Exif editieren

Phatch Image Inspector: Exif editieren

 Phatch PHoto bATCH Processor

Dieses nette kleine Helferlein kann zunächst etwas verwirrend sein. Es funktioniert im Prinzip so:

  • Du klickst Dir eine Liste mit Aktionen
  • Am Ende einer Liste steht immer eine “Save”-Aktion. Sollte dort keine sein, fügt Phatch automatisch eine ein.
  • Danach wählst Du einen Ordner oder bestimmte Bilder aus
  • Die Liste wird sequentiell abgearbeitet (Batch)
  • Die bearbeiteten Fotos speichert Phatch in einen separaten Ordner. Per Standard ist das auf dem Desktop im Ordner Phatch. Das lässt sich in der “Save”-Aktion anpassen. Die Originale werden also nicht angerührt und Du kannst damit Deine Aktionen anpassen und immer wieder testen. Manche Aktionen muss man einfach testen. Nur so steigt man dahinter, was die eigentlich machen.
Phatch

Phatch

Dann legen wir mal los und führen eine einfache Aktion durch., wie zum Beispiel das Bild skalieren oder in der Größe verändern. Wir öffnen durch einen Klick auf das + die Aktion Scale hinzu und unten Save. Das Ganze sieht dann so aus:

Phatch: Aktion auswählen

Phatch: Aktion auswählen

Phatch: Aktions-Liste

Phatch: Aktions-Liste

Lassen wir das nun laufen (Klick auf das zweite Symbol von links – die beiden Zahnrädchen), fragt die Software nach der Quelle. Diese bestätigst Du noch einmal, beziehungsweise listet Phatch die zu bearbeitenden Bilder auf. Der Workflow sieht so aus:

Phatch: Quelle

Phatch: Quelle

Phatch: Quelle bestätigen

Phatch: Quelle bestätigen

Phatch: Fertig

Phatch: Fertig

Das war es schon und die Bilder sind bearbeitet. Phatch stellt zahlreiche Aktionen zur Verfügung. Viele davon sind Spielerei und ich persönlich brauche sie nicht.

Für einige dürfte die Wasserzeichen- / Watermark-Funktion interessant sein. Hinterlegst Du das eigene Wasserzeichen im Ordner ~/.local/share/phatch/watermarks, kannst Du diese direkt auswählen. Du kannst Dich so auch durchhangeln zu bestimmten Dateien. Wer aber ein Wasserzeichen immer wieder braucht, legt es der Bequemlichkeit zuliebe einfach in den oben genannten Ordner. Für alle Anwender eines Systems kannst Du die Wasserzeichen auch hinterlegen und das am Besten im Ordner /usr/share/phatch/images.

Phatch: Wasserzeichen hinterlegt

Phatch: Wasserzeichen hinterlegt

Droplet

Klickst Du auf View und danach Droplet (Tastatur-Kürzel: Strg + D), erscheint ein kleines Viereck. Dort kannst Du einfach ein Bild fallen lassen und es führt die hinterlegten Aktionen aus.

Phatch: Droplet

Phatch: Droplet

Aktioslisten speichern

Legst Du komplexere Aktionslisten an oder hast solche, die Du immer wieder verwendest, kannst Du diese abspeichern und dementsprechend wieder laden. Diese legt die Software per Standard in den Ordner  ~/.local/share/phatch/actionlists und sie erhalten die Endung .phatch.

Mit wenigen Aktionen kann dann zum Beispiel so etwas herauskommen.

Phatch ... nur wenige Aktionen notwendig

Phatch … nur wenige Aktionen notwendig

P.S: Einzig mit Blender-Aktionen habe ich Probleme und bin damit nicht alleine. Das macht mir persönlich aber weniger aus, da ich die Blender-Aktionen eigentlich gar nicht brauche.

P.P.S: Wer in Probleme mit der deutschen Version läuft, kann sich Didis Beitrag ansehen – das hilft vielleicht.



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4 Kommentare zu “Phatch – Photo Batch Processor: Kleines Tool, große Wirkung und unverzichtbar für FOSS-Fotografen”

  1. Sator sagt:

    Danke für diesen Tipp - habe es mir gleich installiert.

    • jdo sagt:

      Auch wenn ich Phatch nicht zum Umbenennen von Dateien nehme (die kommen in der richtigen Reihenfolge aus der Kamera) und die Fotos sowieso mit Tags versehe, könnte das dem Einen oder anderen schon helfen. Ich nehme den Link mal oben mit auf, da ist er einfacher sichtbar.

  2. Alexander sagt:

    Ich nutze für die Automatisierung XnviewMP

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