Überraschung: Fuduntu wird eingestellt

16 April 2013 14 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Fuduntu Logo 150x150Am 14. April hat das Fuduntu-Team ein öffentliches Treffen via IRC abgehalten. Man hat laut eigenen Angaben viele Dinge besprochen und die derzeitigen Probleme des Teams und der Community in Augenschein genommen. Auch die Zukunft der Linux-Distribution wurde diskutiert.

Und hier gibt es in meinen Augen schon eine faustdicke Überraschung – man wird die Distribution einstellen. Grund ist, dass die Entwickler weiterhin auf GNOME2 gesetzt haben, allerdings die Unterstützung für GTK2 dramatisch abgenommen hat. Apps seien auf GTK3 portiert worden und ältere Versionen würden nicht mehr länger gepflegt. Somit befänden sich darin Sicherheitslücken und Bugs.

Weiterhin sei der Umstieg der Linux-Welt auf systemd ein Problem für Fuduntu geworden. Viele Programme würden mittlerweile davon abhängen, selbst habe man es aber nicht im Einsatz. Fuduntu sei in einer Sackgasse gefangen. Aus dieser käme man nur, wenn man beträchtlichen Aufwand betreibe, für den man allerdings keine Zeit hat.

Das Team hat diverse Szenarien durchgespielt, sich dann aber entschlossen, die Distribution einzustellen. Es sei keine leichte Entscheidung gewesen, aber man wolle auch kein kaputtes Betriebssystem zur Verfügung stellen.

Ab sofort würde es keine neuen Funktionen mehr geben, außer solche, an denen man bereits gearbeitet hat. Bis zum letzten Tag wollen die Entwickler die Distribution mit Updates versorgen. Ausgabe 2013.3, die am 30. September 2013 erscheinen soll, wird aber das Ende für Fuduntu sein.

Weiterhin hat man sich über ein neues Fuduntu unterhalten. Der Erschaffer der Distribution, Andrew Wyatt, wird daran allerdings nicht als Entwickler teilhaben. Er wird aber als Berater zur Verfügung stehen. Das neue Fuduntu wird auf einer Distribution basieren, die einen guten Grundstock bietet. Eine endgültige Entscheidung gibt es aber noch nicht. Man wird sich melden, sobald das der Fall ist.

Die Meldung kommt auch deswegen überraschend, da erst kürzlich eine neue Version von Fuduntu ausgegeben wurde. Bei dieser hatte man 75 weitere Applikationen in die Repositories aufgenommen, die sich die Community gewünscht hatte. Und ich habe noch getitelt „Das Projekt wächst und wächst“ … so schnell kann es gehen. Schade eigentlich, weil Fuduntu eine wirklich schöne und geschmackvolle Distribution ist.

Fuduntu 2013.02: Desktop

Fuduntu 2013.02: Desktop

Fuduntu 2013.02: LibreOffice

Fuduntu 2013.02: LibreOffice

Fuduntu 2013.02: Installer

Fuduntu 2013.02: Installer

Fuduntu 2013.02: Internet

Fuduntu 2013.02: Internet

Fuduntu 2013.02: GIMP und Shotwell

Fuduntu 2013.02: GIMP und Shotwell

Fuduntu 2013.02: Nautilus

Fuduntu 2013.02: Nautilus

Fuduntu 2013.02: Shortcuts

Fuduntu 2013.02: Shortcuts

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14 Kommentare zu “Überraschung: Fuduntu wird eingestellt”

  1. Rayman sagt:

    Das kommt auch für mich überraschend. Sehr schade, denn diese Distribution schien mir immer eine interessante Alternative zu sein.

  2. MatthiasShalom sagt:

    Wieso sie nicht einfach auf Consort wechseln?

  3. Georg sagt:

    Ich habe es bisher nicht verstanden und werde es nie verstehen - wieso tut sich das Fuduntu-Team die Qual an, neben der Distribution auch noch Gnome 2 und GTK2 zu supporten? Es gibt doch MATE! Einfach Pakete dafür bauen und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Jetzt ist das Alleinstellungsmerkmal zur Falle geworden.

    @Matthias: Es gibt bereits Ansätze, das Gnome 2-Feeling zu retten: MATE, der Fallback-Modus von Gnome,teilweise Cinnamon. Forks sind zwar nix schlimmes, aber dieser Fork löst nur ein Problem aufs neue, welches bereits mehrfach gelöst wurde. Meiner Meinung nach eine Totgeburt die nach dem Absprung einzelner Entwickler schnell wieder verschwinden wird.

  4. killx sagt:

    Da geht sie hin die einzig brauchtbare Distri für mich :/
    Gibt es noch eine Rolling release Distri mit stabilen updates, Gnome2 Desktop und nicht auf Debian/Ubuntu basierend? Habe gehört Arch ist nicht immer so das ware wenns um updates geht.

    Ich werde Fuduntu vermissen da es wie ein schlankes, stabiles und funktionierendes Fedora war.

    @Georg
    Deine Frage klingt so wie: Warum etwas nativ spielen wenn man es über wine spielen kann. Macht in meinen Augen wenig Sinn. ^^

    MATE ist einfach eine schlechtere Gnome2 Version. Die ganzen gtk3 Ableger fressen viel zu viel RAM, und die CPU Auslastung ist auch höher. Klar auf aktuellen Desktopsystemen ist das egal, aber auf alten Rechnern und älteren Notebooks/Netbooks nicht.

    • jdo sagt:

      Linux MInt Debian Edition gibt es eine MATE-Ausgabe. Die ist Semi-Rolling. Ansonsten warte mal auf Tanglu, das könnte auch was werden. Aber die werden GNOME2 nicht anbieten, so wie es aussieht. Ist Xfce nichts für Dich? Sabayon bietet auch eine MATE-Version. DIe ist Rolling, basiert allerdings auf Gentoo.

    • MatthiasShalom sagt:

      <> = SolusOS 2 mit Consort frisst 124mb im idle - was ist daran zu viel? Das ist es ja genau, was Georg und die halbe FLOSS Welt immer noch nicht durchschaut - XFCE und MATE werden irgendwann einmal hingefrinkelten GTK3 Support bieten und Cinnamon/Gnome3 wird immer fressen wie die Sau und Hardware Beschleunigung voraussetzen - SolusOS bietet alleine nativen GTK3 Support bei geringsten Resourcen ohne Hardwarebeschleunigung. /// @Jürgen ich finde hier keine Kontakt Möglichkeit zu dir, vielleicht interessiert dich GFKTablet, eine App, mit der ein Smartphone/Tablet zur Malscheibe für G.I.M.P. wird? https://www.youtube.com/watch?v=QgTm2TEt4Yc

      • jdo sagt:

        Mail-Adresse steht im Impressum. Klingt spannend, schau ich mir mal an ... danke für den Link!

      • Georg sagt:

        Auch mit der Gnome Shell habe ich schon RAM-Verbräuche um nur ca. 200 MB RAM erlebt. Die Gnome Shell ist also ab 384 MB RAM kein Problem, theoretisch auch ab 256. Welcher PC hat noch so eine Ausstattung? Das war vor 8, vielleicht 10 Jahren. Mag sicher noch einige Nutzer dieser alten Kisten geben, aber diese werden auch kein Consort einsetzen - ein Desktop der 50% und mehr des verfügbaren RAM nutzt, ist unsinnig. Da auch neue Firefox-, GIMP- etc. Versionen auf diesen Uralt-Kisten keinen Spaß machen, ist ein Setup mit Openbox oder LXDE + schlanke Anwendungen realistischer als ein GTK3-Desktop, egal wie er nun heißt.

        Alle anderen GNOME2-Fans können bei Gnome 2 einfach bleiben (eben als MATE), wenn es denn vorher lief.

        Consort ist auch nur die Gnome Shell, bzw. der alte Fallback-Modus. Auch GTK3, nur ein bisschen mehr Klickibunti. Die duale Nutzung von GTK2 und GTK3 macht keinerlei Probleme. Was spricht also aus Sicht eines Gnome 2-Fans gegen MATE, und was im Vergleich zu Consort gegen XFCE? Ich wüsste nicht was ich nicht begriffen haben soll. GTK3-Support bringt im Alltag aktuell genau 0, vor allem angesichts der Tatsache, das eh viele Anwendungen noch auf GTK2 setzen. Von daher ist es kein Problem, wenn MATE und XFCE Stück für Stück zu GTK3 portieren.

  5. MatthiasShalom sagt:

    GfxTablet meine ich, in schon ganz wuggi wuggi :p

  6. Heyho,
    Ich hatte am Anfang dieses Jahres begonnen mit Fuduntu zu Arbeiten, und einzelnze Packete umzubauen und bereitzustellen. Jeden Tag hat man im IRC lesen können, dass die Dev's überfordert waren, Tausende Packete Managen aber trotzdem mehr Packatmanager kommen. Langsam wuchs es wirklich. Ich hatte sogar angefangen Fuduntu RPM's auf meiner Website zu hosten (Einzelne, kleiner Selbst erstellte). Ich muss ehrlich sagen, man konnte es kommen sehen, dass das Projekt sich dem Ende neigt. Im IRC wurde aber auch besprochen (!) dass sich höchstwarscheinlich ein Ableger davon entwickeln wird, ohne den bisherigen Leiter. Ich freue mich auch darauf sehr, und werde auch dort mithelfen... Großartige Idee, zu wenige Helfer/Zeit.
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    Ich habe mir mal Tanglu angesehen, als ich dies aus den Kommentaren hier las. Naja, ich kann dies leider nicht benutzen, da es auch keine Unterstützung für i486 images geben will (Im IRC nachgefragt). Wenn sich das ändert, wäre das ein OS mit welchem ich mich anfreunden könnte.
    Eine neue Einzigartigkeit von Fuduntu ist die "Farbenfreude" die existierte. Man hatte nicht dieses Stumpfe, Schwarz Weiße Layout vor sich, welches fast jedes System beim Start hat. CairoDock war auch noch eins dieser guten Sachen die es gab.
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    Jedenfalls, schade dass dies erstmal auf Eiß ist. Ich gucke dennoch mal öfter im IRC dort vorbei, alleine um mitzukriegen wann und wie das neue Projekt gestartet wird!
    R.I.P Fuduntu, you was my soul-peace'ing OS! 🙂
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    Zu den anderen Anmerkungen: Mate ist eigentlich nur, wie oben schon erwähnt, eine neue Möglichkeit bestimmte Probleme zu lösen, welche schon gelöst sind. Ich persönliche würde ja Wrapper bereitstellen, dies ist die Einfachste Methode, um die Kompatibilität von GTK2 zu GTK3.x herzustellen. XFCE ist auch schon so ziemlich Ressourcen Fressend, zwar schonender, aber dennoch. Ich setze ja noch immer gerne auf FVWM-Crystal. Ja ich weiß, es ist Jahre alt und wird nicht mehr Unterstützt(Offiziel), läuft aber mit GTK2 und GTK3.
    Eine Alternative zu den Oben genannten Deviraten stellt CentOS dar. Es gibt tausende von Menschen, welche dort mitarbeiten. Klar, es sind ziemlich alte Packete dort noch "Aktuell". ABER: Eben diese Tausend Menschen Portieren alle die Alten Packete zu neuen, und bringen diese auf deren Website raus. Also einfach googlen: GCC Version 4.9 CentOS Unofficial Release Rolling.

    Dennoch, einen Schönen Abend 😉

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