Japans Regierung bittet ISPs TOR zu blockieren

5 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

TOR Logo 150x150TOR oder auch The Onion Router,  sorgt für Anonymität im Internet und schützt die Privatspähre. Zum Beispiel findet die Software Anwedung in der Distribution TAILS, bei der alle Netzwerk-Anfragen durch TOR gehen.

Solche Technologien passen den Behörden, oder besser gesagt der Polizeit in Japan gar nicht. Hier hat man die Provider gebeten, auf freiwilliger Basis TOR-Datenverkehr zu blockieren. Man geht einfach davon aus, dass jeder etwas zu verbergen hat, der TOR benuzt – oder einfach in kriminelle Aktivitäten verwickelt ist. Mit TOR würde man nur Pädophile, digitale Bankräuber und auch Whistleblower schützen, die aus dem Nähkästchen des Metropolitan Police Department in Tokio erzählen.

Wie The Register berichtet wurde TOR kürzlich auch von einem Hacker mit Namen Demon Killer benutzt, um die Polizeit an der Nase herumzuführen. Er hat PCs mit iesys.exe infiziert und dann Bombendrohungen ausgesendet. Die Polizeit hatte kurz darauf auch 4 Verdächtige festgenommen, die allerdings Opfer waren. Danach hatte Demon Killer die Polizei auf eine Insel gelockt, wo Sie eine Katze mit einem USB-Stick um den Hals dingfest machen konnte. Der 30-jährige ITler Yusuke Katayama konnte allerdings festgenommen werden, weil die Polizei die Überwachungs-Kameras aus der Umgebung auswertete.

TOR wird allerdings nicht nur für kriminelle Machenschaften genutzt. Es ist immer noch ein wichtiger Teil im Mittleren Osten und wird von den Pro-Demokratie-Bewegungen eingesetzt. Auch Wikileaks empfiehlt Whistleblowern, TOR zu benutzen, um nicht geschnappt zu werden.

TAILS: Alles muss durch TOR

TAILS: Alles muss durch TOR

Tails 0.17 als Windows XP getarnt

Tails 0.17 als Windows XP getarnt




 Alle Kommentare als Feed abonnieren

5 Kommentare zu “Japans Regierung bittet ISPs TOR zu blockieren”

  1. Matthias says:

    Im Endeffekt macht die Regierung und die Polizei jetzt so doch nur Werbung für TOR oder etwa nicht? Was verboten wird, ist interessant?

    Und in Wahrheit sind, zumindest auf jeden Fall hier in Österreich, eh in jedem zweiten größeren Skandal Politiker und Justizler involviert:

    Wenn schon Überwachung, dann bitte für alle die gleiche..

    • jdo says:

      Die haben alle Dreck am Stecken, sonst wären sie nicht so hoch oben und deswegen fürchten sie das Internet, TOR und Wikileaks. Diese schnelle Verbreitung von Nachrichten ist ja auch wirklich saublöd und kann extrem unangenehm sein.

  2. nik22 says:

    Solange sie nicht (mit großem Aufwand an Ressourcen) - wie in China - gegen die Bridge-Nodes vorgehen, sollte es doch noch möglich sein die Sperre zu umgehen.

  3. MatthiasShalom says:

    Falls es jemanden interessiert, hier in Österreich und speziell in Wien, bauen wir ein selbstständiges Internet und Intranet auf: http://funkfeuer.at/

  4. MatthiasShalom says:

    Gerade gefunden: http://start.freifunk.net/