Linus Torvalds giftet Matthew Garret an: Sieh es endlich ein! Was Microsoft will, ist uns egal!

26 Februar 2013 6 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Windows 8 UEFI Secure Boot kein Linux 150x150Die mit einigen Kraftausdrücken geführte Diskussion, die Torvalds als „kein Schwanzlutsch-Wettbewerb“ bezeichnete, über UEFI Secure Boot im Linux-Kernel geht munter weiter – allerdings eine Spur zivilisierter. Nun giftet der Herr der Kernel Matthew Garret an. Er soll aufhören zu argumentieren, was Microsoft will. Das interessiere die Kernel-Entwickler nicht. Garret missachte konsequent den Punkt der Sicherheit und bringe idiotische Argumente ins Spiel, was Microsoft gerne hätte. Das sei aber nicht relevant

Garret argumentiert, dass die Linux-Anwender Linux starten wollen und wenn Microsoft einen Bootloader einer Distribution auf die Blacklist setzen, wäre das eben nicht mehr möglich.

Torvalds antwortet noch einmal und hinterfragt, wie ein an den Haaren herbeigezogenes Szenario hilfreich für den Anwender ist. Er solle aufhören, Angst und Schrecken zu verbreiten. Danach macht er einen Vorschlag, der Sicherheit und vor allen Dingen den Anwender zuerst sieht und „lasst uns Microsoft zufriedenstellen, indem wir idiotische Scheiße“ hinten anstellt.

  • Distributionen sollten ihre eigenen Module unterzeichnen und sonst niemand. Andere Module sollen nicht per Standard geladen werden und was zur Hölle habe eine Microsoft-Signatur irgendetwas damit zu tun.
  • Bevor irgendwelche Module von Drittanbietern geladen werden, solle man gefälligst den Anwender fragen. Der Anwender soll volle Kontrolle haben.
  • Man solle Dinge wie zufällige Schlüssel pro Host ermutigen und nicht den verrückten Weg gehen, sein Vertrauen in eine große Firma zu legen.

Auch Theodore Ts’o hält es für unwahrscheinlich, dass Microsoft anfängt, Distributionen auf schwarze Listen zu setzen. Er erwähnt, dass es nicht nur ein PR-Schaden wäre, sondern auch, vor allen Dingen in Europa, gesetzliche Konsequenzen hätte. Er halte das für leere Drohungen.

Auch Greg Kroah-Hartman stellt sich auf die Seite von Linus Torvalds und glaubt ebenfalls nicht, dass Microsoft sich traut, plötzlich schwarze Listen anzufertigen. Auch er möchte nicht, dass Microsoft diktieren könne, wie Linux oder andere Betriebssysteme zu funktionieren haben. Vor allen Dingen dann nicht, wenn sie den Kernel nicht digital unterzeichnen, sondern lediglich einen Bootloader (er spricht Shim in diesem Fall an).

Garret argumentiert dagegen, dass Microsoft hier gar nichts diktiere. Es stehe frei, ihre Signaturen zu verwenden und wenn man das tue, müsse man auch nach deren Regeln spielen. Bisher habe noch keiner eine vernünftige Alternative auf den Tisch gelegt. Außerdem bezeichnet er die Ansicht „Microsoft wird sich schon nicht trauen“ als naiv.

Dass es keine Alternativen gibt, liegt laut Greg K-H ganz einfach am Geld. Eine Infrastruktur für das unterzeichnen digitaler Schlüssel aufzusetzen sprenge einfach den Rahmen aller Linux-Distributoren kombiniert. Außerdem findet er, dass sich am Ende zeigen wird, dass es sich sowieso nicht gelohnt hat.

Wer Zeit hat, soll sich die Diskussion einfach zu Gemüte führen – Popcorn nicht vergessen … 😉

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6 Kommentare zu “Linus Torvalds giftet Matthew Garret an: Sieh es endlich ein! Was Microsoft will, ist uns egal!”

  1. Marcus sagt:

    K.A. was du an diesem Diskussionsniveau findest. Ich finde das absolut scheusslich das erwachsene Menschen auf so einer Ebene miteinander Reden müssen.

    Das ermutigt auch neue Entwickler nicht sich am Kernel zu beteiligen, was ja mal das ursprüngliche Ziel von Linus gewesen ist. Das scheint er irgendwie aus den Augen verloren zu haben.

    • jdo sagt:

      Ich finde es deswegen spannend, weil das zeigt, dass diese überdurchschnittlich intelligenten Menschen eben auch nur Menschen sind und dann und wann aus der Haut fahren.

      Was Torvalds teilweise für unverblümte Sprüche und Vergleiche aus dem Hut zieht, finde ich dann schon mehr unterhaltsam als scheußlich.

      • Marcus sagt:

        Ich finde es beweist nur, dass Intelligenz nichts mit Zwischenmenschlichen Fähigkeiten zu tun hat. Unterhaltsam finde ich sowas garnicht.

        • jdo sagt:

          Ich finde es gibt einen Einblick, wie es in manchen Chef-Etagen zugeht - nur eben Open ... aber egal, neben Torvalds deftigen Sprüchen (ob nun unterhaltsam oder nicht), lernt man daraus auch viel. Aus dieser Diskussion zum Beispiel, was für ein Chaos Microsoft da durchgedrückt hat und die gesamte Hardware-Industrie hat den Schwanz eingezogen und genickt. Torvalds hat das nicht nötig und Alan Cox hat gemeint, dass Torvalds manchmal ein Arsch sein kann, aber es wohl keinen besseren als Kernel-Chef gibt. Ich finde es respektabel, dass er dann und wann seine Meinung sagt und mächtig auf den Tisch haut. Über die Wortwahl kann man natürlich streiten ... Was mich auch fasziniert, immer wenn sich Greg K-H einschaltet, ist er so der ruhende Pol, der zwar die gleiche Meinung vertritt, aber das Ganze dann wieder auf rein sachliche Ebene zurückbringt.

        • Georg sagt:

          Och, ich glaube ich wäre nicht besser als Thorvalds. Immerhin muss er laufend irgendwelche Anfragen für den Kernel bewerten und oft ablehnen, und die Antragsteller sind ja in der Regel keine Idioten, sondern erfahrene Programmierer. Die werden dies nicht ohne Weiteres akzeptieren, sondern richtig schön viel Brimborium um ihre tolle neue Entwicklung für den Kernel machen. Er fällt natürlich ein bisschen zu oft aus dem Rahmen...aber man muss auch beachten, das er in der Regel keine Personen beleidigt, sondern nur Ideen ein bisschen zu heftig abkanzelt. s geht im durchaus um die Sache, die auch sein Lebenswerk ist.

          @jdo: Ich bekomme hier gerade unter dem Kontaktformular Nerv-Werbung eingeblendet..."du bist der 999.999 Besucher! Lass dich JETZT abzocken!!!". Weiß nicht ob Google Adsense meint, das würde mich besonders interessieren, aber...falls du da die Kontrolle drüber hast, mach das weg. Ich will hier ja keinen Adblocker nutzen müssen. 😉

          • jdo sagt:

            Links oder Rechts? Wenn es von Google Analytics kommt, habe ich da kaum Kontrolle drüber. Über die rechte Seite schon mehr ...

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