Aaron Seigo über Canonicals Phone-Ankündigung: Die erzählen Märchen

16 Februar 2013 Ein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Ubuntu Phone Teaser 150x150Canonical hatte angekündigt, dass “sobald fertig” auf dem Desktop, dem Smartphone, dem Tablet und dem TV überall der selbe Code läuft und schon erste Design Guides ausgegeben. Zu dieser Aussage hat nun Aaron Seigo Stellung genommen. Das sei genau die gleich Vision wie KDE Plasma und man habe schon viel früher mit dieser Arbeit begonnen, bevor Ubuntu Qt und QML benutzte.

Soweit er Einblick in den Code hat (Ubuntu für Android und Ubuntu Phone APIs), findet er, dass Canonical heiße Luft redet. Er begründet das und fängt damit an, dass Unity derzeit kein QML verwendet, das Ubuntu Phone allerdings pures QML sei. Somit ist das alles andere, nur nicht der selbe Code.

Allerdings räumt er ein, dass die Sprachwahl etwas zweideutig sein kann. Definiere man “selber Ubuntu-Code” mit “hat alle Versionen des UI installiert”, könnte man hier im weitesten Sinne um den heißen Brei reden. Vielleicht wird Unity auch irgendwann mit Ubuntu Phone zusammengeführt und dies bedeute dann “sobald fertig”.

So drückt sich Canonical allerdings nicht aus und vermittelt den Eindruck, dass alles schon wie angekündigt funktioniert. Das ist nach Seigos Meinung kein Zufall. Unbegründete Behauptungen hier aufzustellen hält der KDE-Entwickler für moralisch schwach. Enttäuschend findet er allerdings, dass der Community hier ein Märchen aufgetischt wurde. Man hofft wohl, dass diese es glaubt und Canonical unterstützt. Für Seigo ist das Vorspiegelung falscher Tatsachen.

Wer ein Entwickler freier Software und von Canonicals Behauptungen überzeugt ist, sei einem Betrug auf den Leim gegangen. Man solle über die Konsequenzen für freie Software nachdenken, wenn solche Taktiken zur Regel werden.

Seigo macht aber auch klar, dass er das Ubuntu Phone für eine tolle Sache hält. Freie Software auf dem mobilen Sektor, die Qt/QML benutzt, erwärme sein Herz. In der Regel halte er sich mit Aussagen oder Kritik bezüglich freier Software zurück und überlegt sich zunächst, ob es mehr Schaden als Gutes anrichtet. Man hat auch darüber gesprochen, wie man die QML APIs zwischen Plasma und Ubuntu Phone aufeinander abstimmen kann.

In diesem Fall habe er sich mit Kritik an Canonicals Behauptungen allerdings nicht zurückhalten können, da er die Art der Kommunikation für schädlich bezüglich freier Software findet.



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Ein Kommentar zu “Aaron Seigo über Canonicals Phone-Ankündigung: Die erzählen Märchen”

  1. tux. sagt:

    Dummbuntu ist doch dafür bekannt, dass es sich selbst immer weiter einschränkt und seine Nutzer belügt.

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