Vivaldi und andere Browser für 32-Bit-Linux: Was heute noch geht

Ein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Vivaldi gibt es für 32-Bit-Linux nicht mehr. Unter Linux läuft der Browser nur noch auf 64-Bit-Systemen mit x86 oder ARM64. Auf einem echten 32-Bit-Rechner bleiben Dir wenige Wege: Firefox ESR und Chromium aus den selbst gebauten Paketen von Debian 12, dazu Falkon oder Pakete einzelner Distributionen. Prüfe vorher, ob Dein Prozessor nicht doch 64 Bit kann, denn dann ist der Umstieg auf ein 64-Bit-Linux die bessere Lösung.

Überblick: Welche Browser es für 32-Bit-Linux noch gibt

BrowserOffizielle 32-Bit-Version für LinuxPaket in Debian 12 (i386)
VivaldiNein, endete mit Vivaldi 4.0 (2021)Nein
Google ChromeNein, endete im März 2016Nein
FirefoxNein, Firefox 144 war die letzteNein
Firefox ESRESR 140, letztes Update im September 2026firefox-esr, von Debian selbst gebaut
ChromiumNur als Paket der Distributionchromium
FalkonNur als Paket der Distributionfalkon
Pale MoonNein, eingestelltNein

Gibt es Vivaldi noch für 32-Bit-Linux?

Nein. Auf der Download-Seite von Vivaldi stehen für Linux nur DEB- und RPM-Pakete für 64-Bit-x86 und ARM64. Die Vivaldi-Hilfe nennt als Voraussetzung ein 64-Bit-System mit Ubuntu 24.04, Debian 13, openSUSE 16 oder Fedora 43 und neuer.

Die 32-Bit-Pakete für x86-Linux endeten mit Vivaldi 4.0 im Juni 2021. Schon die Testversionen von 4.0 gab es für Linux nur noch als 64-Bit- und ARM-Pakete. Die letzten i386-Builds stammen aus der Reihe 3.x. Solche alten Pakete solltest Du nicht mehr installieren, denn sie bekommen keine Sicherheitsupdates. Unter Windows bietet Vivaldi weiterhin eine 32-Bit-Ausgabe an, unter Linux hilft Dir das aber nicht.

Meldung „doesn’t support architecture ‘i386’“ bei apt

Auf 64-Bit-PCs mit zusätzlich aktivierter i386-Architektur meldet apt beim Aktualisieren manchmal, dass die Vivaldi-Quelle i386 nicht unterstützt. Das ist nur ein Hinweis, die Updates kommen trotzdem. Das Vivaldi-Depot führt schlicht keine i386-Pakete mehr. Willst Du die Meldung loswerden, öffne die Vivaldi-Datei unter /etc/apt/sources.list.d/.

In einer Datei mit der Endung .list setzt Du direkt hinter deb die Angabe arch=amd64 in eckige Klammern. Stehen dort schon eckige Klammern, etwa mit signed-by=…, kommt arch=amd64 mit einem Leerzeichen dazu. In einer Datei mit der Endung .sources ergänzt Du die Zeile Architectures: amd64.

Firefox und Firefox ESR: Die offiziellen 32-Bit-Builds sind am Ende

Mozilla hat die Unterstützung für 32-Bit-x86-Linux mit Firefox 144 beendet. Seit Firefox 145 gibt es nur noch 64-Bit-Builds, so steht es in der Ankündigung von Mozilla. Als Übergang blieb Firefox ESR 140 mit 32-Bit-Builds. Diese ESR-Reihe hat Ende September 2026 ihr letztes Update bekommen, wie der ESR-Kalender von Mozilla zeigt. Die Nachfolgereihe ESR 153 baut Mozilla für Linux nur noch für 64-Bit-x86 und ARM64.

Ein Firefox von Mozilla bekommt auf 32-Bit-Linux also keine Sicherheitsupdates mehr. Anders sieht es bei Distributionen aus, die Firefox selbst bauen. Debian liefert das Paket firefox-esr für i386 weiterhin über die Sicherheitsupdates aus, inzwischen in der Reihe 153.

Chromium, Falkon und Pale Moon

Google hat Chrome für 32-Bit-Linux schon im März 2016 eingestellt, wir hatten über das Aus für Chrome unter 32-Bit-Linux berichtet. Chromium, die freie Basis von Chrome, baut Debian aber weiterhin für i386 und verteilt Updates auch hier über die Sicherheitsquelle.

Falkon ist ein Browser von KDE und nutzt die Engine QtWebEngine, die auf Chromium aufbaut. Das Projekt will einen schlanken Browser bieten, und Debian 12 führt ihn ebenfalls für i386.

Pale Moon stellt keine offiziellen 32-Bit-Builds für Linux mehr bereit, das steht in den Systemanforderungen von Pale Moon. Laut Projekt können Distributionen oder einzelne Paketbetreuer weiter 32-Bit-Pakete anbieten. Die letzte offizielle 32-Bit-Version für Linux stammt von 2020 und ist veraltet.

Browser unter Debian 12 (i386) installieren

Debian 12 „Bookworm“ ist die letzte Debian-Version mit Kernel und Installer für 32-Bit-PCs. Laut der Ankündigung von Debian kümmert sich seit Juli 2026 das LTS-Team um die Sicherheitsupdates, für i386 bis zum 30. Juni 2028. Firefox ESR mit deutscher Oberfläche installierst Du so:

sudo apt update
sudo apt install firefox-esr firefox-esr-l10n-de

Für Chromium mit deutscher Oberfläche und für Falkon lauten die Pakete chromium, chromium-l10n und falkon:

sudo apt install chromium chromium-l10n falkon

Mit apt policy firefox-esr siehst Du, aus welcher Quelle das installierte Paket kommt. Steht dort bookworm-security, kommen die Updates an. Nicht jedes Paket ist im LTS-Zeitraum abgedeckt. Das Programm check-support-status aus dem Paket debian-security-support listet installierte Pakete ohne Sicherheitsunterstützung:

sudo apt install debian-security-support
check-support-status

Ein Upgrade auf Debian 13 ist auf echter 32-Bit-Hardware keine Option. Laut den Release Notes von Debian 13 gibt es dort weder Kernel noch Installer für i386. Die verbliebenen i386-Pakete setzen SSE2 voraus und sind nur noch für 64-Bit-Prozessoren gedacht. Debian empfiehlt, solche Rechner als amd64 neu zu installieren oder auszumustern.

Was Du mit alten Rechnern machen kannst

Viele Rechner mit 32-Bit-Linux haben einen Prozessor, der 64 Bit beherrscht. Das prüfst Du im Terminal mit diesem Befehl:

lscpu

Achte auf die Zeile CPU op-mode(s). Steht dort 32-bit, 64-bit, kann der Prozessor ein 64-Bit-System ausführen. Steht dort nur 32-bit, hast Du einen echten 32-Bit-Prozessor. Als Gegenprobe zeigt grep -w lm /proc/cpuinfo nur dann etwas an, wenn die CPU 64 Bit kann (das Flag lm steht für Long Mode).

Kann Dein Rechner 64 Bit, installiere ein 64-Bit-Linux. Dann laufen Vivaldi, Firefox und Chromium in aktuellen Versionen. Sichere vorher Deine Daten, denn der Wechsel ist eine Neuinstallation. Nutzt Du das Gerät fast nur im Browser, lohnt auch ein Blick auf ChromeOS Flex, den Nachfolger von CloudReady, das allerdings ebenfalls einen 64-Bit-Prozessor voraussetzt.

Ist der Prozessor wirklich nur 32 Bit, bleibt Debian 12 bis Mitte 2028 der solide Weg. Daneben bietet antiX weiterhin 32-Bit-Abbilder an, die Dateinamen enthalten „386“. Auch Puppy Linux gab es lange als 32- und 64-Bit-Ausgabe. Rechne aber damit, dass die Auswahl an Browsern weiter schrumpft. Für Onlinebanking und Einkäufe gehört ein System mit laufenden Sicherheitsupdates her. Weitere Browser stellen wir im Beitrag Alternative Browser zu Chrome, Firefox und Edge vor.

Rückblick: Vivaldi bekam 2015 eine 32-Bit-Version

Vivaldi stammt von Jon von Tetzchner, Mitgründer und langjähriger Chef von Opera, und einem Team ehemaliger Opera-Leute. Der Browser basiert auf Chromium und steckte im Februar 2015 noch in der Vorschauphase. Mit dem Snapshot 1.0.105.7 kamen damals DEB- und RPM-Pakete für 32-Bit-Linux dazu, weil viele Nutzer danach gefragt hatten. Dieselbe Version brachte eine erste Lesezeichenleiste und zwölf neue Sprachen.

Die erste stabile Version 1.0 erschien im April 2016. Mail, Kalender und Feed-Reader, 2015 erst in Arbeit, kamen mit Vivaldi 4.0 im Juni 2021 als Beta in den Browser. Ausgerechnet mit dieser Version endeten die 32-Bit-Pakete für Linux.

Vivaldi Browser in der Vorschauphase 2015
Vivaldi im Februar 2015, damals noch in der Vorschauphase

Aktualisiert am 14.10.2026 von Henry. Fakten geprüft.




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Ein Kommentar zu “Vivaldi und andere Browser für 32-Bit-Linux: Was heute noch geht”

  1. Blinkfeuer says:

    Wird der auch mal fertig? Habe ihn eben in die Tonne gekloppt. Dauernd Updates und nur rudimentär, das Teil. Keine Mausgesetn beim Erfinder derer. echt schlapp.

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