YouTube herunterladen: youtube-dl langsam – yt-dlp ist die Lösung

Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Ein Download von YouTube gilt in vielen Fällen als zulässige Privatkopie – vorausgesetzt, die Quelle ist nicht offensichtlich rechtswidrig und Du umgehst keinen Kopierschutz. YouTubes eigene Nutzungsbedingungen untersagen das Herunterladen allerdings, das solltest Du im Hinterkopf behalten. Ähnlich liegt der Fall beim Spotify herunterladen. Bei YouTube kannst Du Dich sogar entscheiden, ob Du nur Video oder Audio oder beides herunterladen möchtest. Ich bestücke damit immer meine Garmin, um Musik fürs Joggen zu haben – also privater geht es bei einer Kopie kaum. Nun wollte ich wieder etwas von YouTube herunterladen und dabei ist mir aufgefallen, dass meine bisherige Methode mit youtube-dl quälend langsam ist. Der YouTube Download tröpfelt zwischen 50 und 60 KBit/s herein – egal bei welchem Video.

youtube-dl ist sehr langsam – um die 50 KBit/s
youtube-dl ist sehr langsam – um die 50 KBit/s

Also habe ich etwas recherchiert und festgestellt, dass ich mit dem Problem nicht allein dastehe. Es gibt einige andere Leute, die das gleiche Problem haben. Das Internet wäre aber nicht das Internet, wenn man nicht auch für fast alles eine Lösung findet – und die Lösung heißt yt-dlp. Das Original youtube-dl gilt inzwischen ohnehin als kaum noch gepflegt, während yt-dlp aktiv weiterentwickelt wird – Stand 2026 erscheinen praktisch monatlich neue Versionen, die mit den ständigen Änderungen bei YouTube Schritt halten. Alternativ kann man natürlich auch YouTube Premium nutzen. YouTube Premium bekommt man mit einem Trick via VPN auch sehr günstig.

Das Programm wird als ein Fork von youtube-dl mit zusätzlichen Funktionen und Fixes beschrieben.

yt-dlp installieren und benutzen

Das Programm befindet sich in den Repositories einiger Linux-Distributionen. Benutzt Du etwa Ubuntu oder ein Derivat wie Linux Mint, kannst Du das Programm einfach via Paketmanager installieren.

sudo apt install yt-dlp

Das Paket ist ziemlich klein und daher in wenigen Sekunden installiert. Ein kleiner Haken: Die Version aus dem Paketmanager hinkt der Entwicklung manchmal hinterher. Da yt-dlp ständig an Änderungen bei YouTube angepasst wird, greife ich bei Problemen lieber zur Binärdatei oder zu pipx (beides weiter unten).

yt-dlp via Paketmanager installieren
yt-dlp via Paketmanager installieren

Im Anschluss kannst Du es wie youtube-dl nutzen. Die Ausgabe sieht etwas anders aus, mir gefällt es besser, aber die Grundfunktionen sind gleich. Das gilt insbesondere für Schalter wie -F (alle möglichen Formate auflisten) und -f (gewünschtes Format herunterladen).

Möchtest Du etwa alle Optionen für den Trailer von Kung Fury herausfinden:

yt-dlp -F https://www.youtube-nocookie.com/watch?v=nO_DIwuGBnA

Dann entscheide ich mich als Beispiel für die Option mit der ID 22 (720p mit Bild und Ton in einer einzigen Datei).

yt-dlp -f 22 https://www.youtube-nocookie.com/watch?v=nO_DIwuGBnA

Das Ergebnis sieht wie folgt aus und der Download ist mit 60 MBit/s circa 100x schneller als mit youtube-dl.

Ein Hinweis am Rande: YouTube liefert das praktische Format 22 inzwischen nicht mehr zuverlässig aus – oft bekommst Du dann nur ein Requested format is not available. In dem Fall trennt YouTube Bild und Ton, und Du lädst einfach die beste Kombination, die yt-dlp anschließend automatisch zusammenfügt (dafür ist ffmpeg da):

yt-dlp -f "bv*+ba/b" https://www.youtube-nocookie.com/watch?v=nO_DIwuGBnA
Endlich wieder schnelle Downloads
Endlich wieder schnelle Downloads

Manuelle Installation

Es gibt auch Binärdateien des Programms, falls Du eine manuelle Installation bevorzugst oder das Programm unter Windows und macOS einsetzen möchtest. Zwingend erforderliche Abhängigkeit ist Python 3.10 oder höher (CPython; PyPy ab 3.11) – Stand 2026, denn das Projekt zieht die Mindestversion regelmäßig nach. Ältere yt-dlp-Versionen liefen noch mit Python 3.7. Hängst Du auf einem alten System fest, dessen Python sich nicht mehr aktualisieren lässt, ist die Standalone-Binärdatei ohnehin der bequemere Weg – sie bringt alles Nötige selbst mit. Optional, aber dringend empfohlen, sind ffmpeg sowie ffprobe.

Unter Linux kannst Du das Programm auch für alle User des Systems zugänglich machen, wenn Du das möchtest.

sudo curl -L https://github.com/yt-dlp/yt-dlp/releases/latest/download/yt-dlp -o /usr/local/bin/yt-dlp

Ein Download via wget oder aria2c sind natürlich auch möglich. Es ist ja egal, wie Du die Datei auf Dein System bekommst. Nun musst Du die Datei noch ausführbar machen:

sudo chmod a+rx /usr/local/bin/yt-dlp

Wer das Binary benutzt, kann yt-dlp auch wie folgt aktualisieren:

sudo yt-dlp -U

Mit PIP funktioniert es ebenfalls (für Installation und Update):

python3 -m pip install -U yt-dlp

Auf aktuellen Linux-Distributionen (Ubuntu ab 23.04, Debian ab 12) bricht dieser Befehl allerdings mit der Meldung externally-managed-environment ab – seit PEP 668 darf pip die System-Python-Umgebung nicht mehr direkt verändern, um Systemwerkzeuge nicht versehentlich zu zerschießen. Für ein reines Kommandozeilen-Tool wie yt-dlp ist pipx dann der sauberste Weg: Es legt automatisch eine isolierte Umgebung an und macht den Befehl trotzdem systemweit verfügbar.

sudo apt install pipx
pipx install yt-dlp

Aktualisieren lässt sich eine pipx-Installation später genauso bequem:

pipx upgrade yt-dlp

Es gibt sogar eine Option, wie Du das Programm unter Android installieren kannst. Details zu den verschiedenen Installationsmethoden findest Du in der Dokumentation.

Ich habe mir aus Gewohnheit sogar noch einen Link für youtube-dl auf das neue Programm gelegt, weil es dann egal ist, welchen Befehl ich eintippe. Aber das ist reine Kosmetik.

Ein paar Zusatz-Tipps für yt-dlp

Es lohnt sich, die Dokumentation zu lesen. Dort findest Du Schalter, die Du oft nicht benötigst, aber die nützlich werden könnten. Du kannst etwa mit dem Schalter –cookies-from-browser <firefox/chrome/…> die Cookies aus Deinem Browser nutzen.

Ebenfalls ist es möglich, nur das Audio aus einem Video zu extrahieren. Ein möglicher Befehl dafür könnte so aussehen:

yt-dlp --extract-audio --audio-format mp3

Damit das funktioniert, sind aber sowohl ffmpeg als auch ffprobe Voraussetzung. Mit –audio-quality (0 bestes – 10 am schlechtesten) darfst Du auch die Audioqualität bestimmen. Hast Du yt-dlp über Deinen Paketmanager installiert, kannst Du unter Linux das Handbuch auch mit man yt-dlp aufrufen.

Ein echtes Highlight, das youtube-dl nicht beherrscht: yt-dlp bindet SponsorBlock ein und schneidet die nervigen Sponsoren-Segmente direkt beim Download heraus. Die Daten kommen aus der Crowdsourcing-Datenbank von SponsorBlock:

yt-dlp --sponsorblock-remove sponsor https://www.youtube-nocookie.com/watch?v=nO_DIwuGBnA

Mit –sponsorblock-remove all fliegen zusätzlich Intros, Outros und Eigenwerbung raus. Das greift allerdings recht beherzt zu, weshalb sponsor für den Anfang die sicherere Wahl ist.

Unterschiede zu youtube-dl

Auf Github findest Du auch die Unterschiede zwischen yt-dlp und youtube-dl. Dort findest Du, dass avconv als Alternative zu ffmpeg nicht unterstützt wird und die Konfigurationsdateien an einer anderen Stelle gespeichert werden.

Für mich hat sich gar nichts geändert, da ich wirklich nur die Grundfunktionen benutze. Allerdings sind die Downloads wieder angenehm schnell und dauern keine Ewigkeit.

Das Programm unterstützt übrigens nicht nur YouTube. Eine lange Liste mit unterstützten Streaming-Plattformen findest Du ebenfalls in der Dokumentation – inzwischen sind es weit über 1.500 Seiten … die ARD Mediathek und viele andere sind ebenfalls in dieser Liste.

Tatort – Spur des Blutes herunterladen
Tatort – Spur des Blutes herunterladen

In diesem Fall würden mich die IDs hls-3189 oder hls-1823 interessieren – je nach Qualität, die ich offline schauen möchte.




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