Turris Omnia: Open Source Router und mehr – in unter 21 Stunden finanziert

15 November 2015 2 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Einen Home Router benötigen fast alle, die sich mit dem Internet verbinden wollen. Die meiste Zeit tut der aber nicht wirklich viel. Deswegen haben sich findige Entwickler gedacht, dass man das ändern sollte und den Turris Omnia ins Leben gerufen. Das ist ein Open Source Router und noch viel mehr.

Turris Omnia in unter 21 Stunden finanziert

Äußerlich sieht der Turris Omnia ziemlich wie ein ziemlich normaler Router aus.

Turris Omnia (Quelle: Indiegogo.com)

Turris Omnia (Quelle: Indiegogo.com)

Unter der Haube ist das Gerät allerdings wesentlich stärker. Als CPU dient ein Dual-Core-ARM mit 1,6 GHz. Weiterhin bringt der Turris Omnia ein GByte DDR als Arbeitsspeicher und vier GByte FLash Storage mit sich. Für das LAN (Local Area Network) sind fünf GBit-Ports und das WAN (Wide Area Network) ein GBit-Port enthalten. Dann gibt es zwei USB-3- und zwei Mini-PCI-Express-Schnittstellen. Eine mSATA-Schnittstelle ist ebenfalls enthalten. In Sachen WLAN und Wi-Fi  ist der Turris Omnia mit 3×3 MIMO 802.11ac und 2×2 MIMO 802.11b/g/n ausgestattet.

Turris Omnia: Specs

Turris Omnia: Specs

Durch diese leistungsstarke Hardware lässt sich der Turris Omnia zu weit mehr als nur Routing nutzen. Man kann das Gerät als Heim-Server, NAS (Network Attached Server), Druckserver und so weiter nutzen. Über die mSATA-Schnittstelle lässt sich eine SSD anstecken. Es ist sogar ein virtueller Server eingebaut, wodurch man diverse Software entwickeln und getrennt laufen lassen kann.

Der Turris Omnia wird außerdem einen Steckplatz für eine SIM-Karte mit sich bringen. Damit lässt sich eine Backup-Verbindung realisieren. Sollte die Internetverbindung ausfallen, dann springt sofort mobiles Breitband (LTE – falls verfügbar) ein. Selbst die LEDs lassen sich dimmen, damit man in der Nacht nicht so vom Router gestört wird. Es gibt Pin Header mit GPIO, I²C, SPI und und und. An Funktionen fehlt es dem Turris Omnia nicht. Sogar ein Kryptografie-Chip für die sichere Erzeugung von Zufallszahlen und ein SFP-Modul sind vorhanden.

Turris Omnia mit automatischen Updates

Im Werbevideo stoßen die Entwickler in ein Horn, das tatsächlich ein Problem ist. Es geht hier um die Firmware Updates für Router. Es gibt sicherlich unzählige Geräte, die völlig veraltet sind und für die es gar keine neue Version der Firmware mehr gibt. Man liest immer wieder von Bösewichten, die Router hacken und dann via DNS die Anwender auf böse Seiten umleiten und so weiter. Habe ich bei Bekannten auch schon gesehen – plötzlich tauchen auf allen Geräten Pop-Up-Fenster auf, es kommt zu komischem Verhalten und so weiter. Wenn das dann plattformübergreifend passiert, dann ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit der Router. Man kann sich gar nicht dagegen wehren, sondern nur den Router zurücksetzen.

Als Betriebssystem läuft Turris OS, das wiederum auf OpenWRT und somit auf Linux basiert. Es ist ein automatisches Update-System eingebaut. Sollte eine Security-Lücke auftauchen, wird ein Patch dafür entwickelt, den der Turris Omnia dann so schnell wie möglich herunterlädt und einspielt.

Turris Omnia ist offen bei Hardware und Software

Das komplette Projekt ist Open Source. Das gilt sowohl für die Hardware als auch die Software. Auf der Projektseite wird es eine vollständige Dokumentation geben.

Da der Turris Omnia auf OpenWRT basiert, lassen sich etliche weitere  Programme installieren.

Turris Omnia bei Indiegogo

Die Kampagne bei Indiegogo läuft noch 58 Tage und es wurden bereits über 150.000 US-Dollar gesammelt. Ab den angestrebten 100.000 US-Dollar geht der Turris Omnia in Produktion. Da die 150.000 US-Dollar erreicht wurden, wird es das Gerät in verschiedenen Farben geben. Weitere Ziele sind noch nicht bekannt gegeben, aber da ist noch ordentlich Potenzial nach oben.

Das reine Board gibt es für 99 US-Dollar. Wer eine fertiges Gerät mit Gehäuse und so haben möchte, dann schlägt es mit 189 US-Dollar zu Buche.

Die Entwickler haben Erfahrung mit dem Entwickeln von Routern, da sie den Turris schon geschaffen haben. Es handelt sich dabei um einen leistungsfähigen und sicheren Home Router, den man für ein Forschungsprojekt bei CZ.NIC ins Leben gerufen hat. CZ.NIC ist wiederum für die Verwaltung der Top Level Domain .CZ verantwortlich und man ist auch in diversen Internet Communities tätig. Das sind unter anderem IETF, ICANN und RIPE NCC. Lange Rede kurzer Sinn – die wissen schon, was sie da tun.

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2 Kommentare zu “Turris Omnia: Open Source Router und mehr – in unter 21 Stunden finanziert”

  1. gast sagt:

    Sehr gut. Wobei, das ist ja jetzt nur ein Router ohne Modem? Inwiefern kann es eine Fritzbox ersetzen? Oder was braucht man um diese zu ersetzen?

    • jdo sagt:

      Ein DSL-Modem brauchst Du, ja. Der Ersatz für die Fritzbox hängt wohl davon ab, ob Du die Telefonanlagen-Funktion verwendet oder nicht.

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