LiteOS: 10 KByte Betriebssystem für das IoT (Internet der Dinge)

20 Mai 2015 Ein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Huawei, bekannt durch 3G-Modems, Smartphones und so weiter, bereitet sich darauf vor, ein Betriebssystem für das IoT (Internet of Things / Internet der Dinge) auf den Markt zu wefen. Das Betriebssystem nennt sich LiteOS und ist laut eigenen Angaben die leichteste Software seiner Art – nur 10 KByte soll es groß sein.

Man möchte damit allerdings IoT-Geräte antreiben. Wearables, Autos und so weiter und so fort. Huawei hat auch in die Kristallkugel geschaut und rechnet damit, dass bis zum Jahr 2025 ungefähr 100 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein werden. Zwei Millionen Sensoren sollen pro Stunden hinzukommen.

LiteOS für das IoT: William Xu, Chief Strategy und Marketing Officer von Huawei bei der Keynote für HNC2015 (Quelle: huawei.com)

LiteOS für das IoT: William Xu, Chief Strategy und Marketing Officer von Huawei bei der Keynote für HNC2015 (Quelle: huawei.com)

LiteOS für alle

Huawei teilte mit, dass LiteOS für alle Entwickler geöffnet werden soll, damit jeder seine eigenen intelligenten Produkte basteln kann und das in einer annehmbaren Zeitspanne.

Derzeit ist allerdings noch nicht klar, was ganz genau damit gemeint ist. Wird LiteOS komplett Open Source sein? Oder wird man es nur kostenlos nutzen können? Man muss an dieser Stelle noch etwas Geduld haben. Laut Huawei unterstützt LiteOS Zero Configuration, Auto-Discover und Auto-Networking.

Man möchte die Verbindung und nicht die Geräte bereitstellen, kündigte die Firma an. Weiterhin sei LiteOS kein Versuch, Android und iOS Konkurrenz zu machen. (Was allerdings beeindruckend wäre, wenn man mit 10 KByte das selbe erreichen könnte – reiner Maschinencode in einer Zip-Datei oder was? 🙂 ). Stattdessen wolle man damit eine ganze Reihe an Gadgets antreiben. Das gelte sowohl für Geschäfte als auch Verbraucher.

Als Beispiel nannte man eine elektrische Zahnbürste. Eine Online-Version davon könnte überprüfen und mitteilen, wie oft und wirkungsvoll man sich die Zähne geputzt hat. Außerdem könnte die Bürste Vorschläge zur Verbesserung machen.

Wenn das mal keine tollen Aussichten sind. Dann vernetze ich meine Kloschüssel auch gleich und implemenitere eine Waage. Die misst dann, wie viel Kilo ich geschissen habe und gibt mir Tipps zur gesünderen Ernährung. Wir werden jetzt schon von Nachrichten überflutet, da kann ich persönlich echt auf ein geschwätziges Scheißhaus verzichten. Das soll jetzt nicht gezielt gegen Huawei sein, sondern gegen alle, die uns bis zum Erbrechen vernetzen wollen. Ich bin ja wirklich ein Fan von Technologie und Technik, aber irgendwo kann man es echt übertreiben.

Ich bin ja nicht grundsätzlich gegen das IoT oder Internet der Dinge, aber manche Sachen sind einfach sinnlos. Toll ist natürlich, wenn man Lastwagen schnell umleiten kann, weil die Lieferung gerade woanders mehr gebraucht wird und so weiter. Man muss aber echt nicht alles mit dem Internet verbinden.

In meinen Tagen als Systemadministrator haben wir immer gepredigt: „Deaktiviere alle Services und jeden Port, den Du auf dem Linux Server nicht brauchst. Eine grafische Oberfläche hat auf dem Server auch nichts verloren. Jedes unnötige Extra ist eine potenzielle Schwachstelle.“

Das gilt nicht nur für Linux. Haben wir beim Tauchen auch. Je mehr Schnickschnack man hat, desto mehr kann kaputt gehen. Je mehr Gadgets mit dem Internet verbunden sind, desto größer wird die Angriffsfläche. Eigentlich sollte man für das IoT ein extra Internet aufsetzen, das komplett getrennt vom eigentlichen Internet läuft – ein Internet-der-Dinge-Internet – IoTI.

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Ein Kommentar zu “LiteOS: 10 KByte Betriebssystem für das IoT (Internet der Dinge)”

  1. Freiheit stirbt sagt:

    Da muss ich dir leider Recht geben. Einerseits sind die Möglichkeiten faszinierend und toll, andererseits steigt damit auch das Missbrauchsrisiko enorm. Eine totale und automatische rundum Kontrolle und Bevormundung der Menschen wird immer wahrscheinlicher. Was ist wenn dein vernetzter Kühlschrank zu viele als nicht so gesund gebrandmarkte Lebensmittel einkauft? Sind wir dann noch wirklich frei in unseren Entscheidungen oder sind wir dann Borg?

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