Free Software Foundation auf einem Kreuzzug, Secure Boot zu stoppen

29 Dezember 2012 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

FSF - Free Software Foundation Logo 150x150Die FSF (Free Software Foundation) befindet sich gerade auf dem Kriegspfad gegen das unsägliche UEFI Secure Boot, das den Hardware-Herstellern aufs Auge gedrückt wurde, wenn sie ein Windows-8-Zertifikat haben möchten. Bekanntlich dürfen PC-Hersteller eine Deaktivierung zulassen, ARM-Hersteller nicht. Nun sammelt die FSF Unterschriften und Spenden, um gegen UEFI Secure Boot oder andere eingeschränkte Boot-Prozesse zu bekämpfen. Ich habe die Kampagne auch gerade unterschrieben – Name, Vorname und E-Mail-Adresse sind notwendig – weil ich UEFI Secure Boot für reine Schikane halte und sonst nichts. Die Aktion läuft unter dem Motto “Stand up for freedom to install free software”.

Die Kampagne läuft seit Donnerstag und laut eigenen Angaben hat man bereits über 40.000 Unterschriften und die Unterstützung von zirka 50 Organisationen erhalten. Man bittet außerdem um Spenden und fragt, ob man nicht 50 US-Dollar für diese Schlacht gegen das Secure-Boot-Übel übrig hat. Für eine einzelne Person mag das etwas viel sein, aber man kann auch weniger Spenden – eine Mitgliedschaft startet mit 10 US-Dollar.

Im neuen Jahr will die Free Software Foundation neue Informationen über eingeschränktes Booten zur Verfügung stellen und die Stimme der Gegner zu Wort kommen lassen. Jeder, der gegen diesen Secure-Boot-Quatsch ist, sollte hier mitmachen.

Man will Informationen, Kaufberater und so weiter zur Verfügung stellen. Man möchte Microsofts Handschellen gegenüber ARM-Herstellern anfechten und will Microsoft auf die Finger sehen. Mit Firmen wie Lemote, Freedom Included, ZaReason, ThinkPenguin, Los Alamos Computers, Garlach44 und InaTux will man weiter zusammenarbeiten.

Was ich gerade nicht ganz kapiere, warum man so auf die ARM-Trommel klopft. Da sind einige Luete so was von entspannt, weil Microsoft im mobilen Bereich einfach keine Rolle spielt. Natürlich wäre es gut, wenn eingeschränktes Booten in das digitale Nirwana verschwinden würde. Aber sollte man den Krieg nicht eher auf PC-Ebene führen – zumindest derzeit? Ich bin kein Anwalt, aber Secure Boot macht das Einspielen eines anderen Betriebssystems auf einem PC definitiv umständlicher und komplizierter. Selbst wenn Ubuntu 12.10 UEFI Secure Boot “Out of the Box” unterstützt, kann es in gewissen Fällen dennoch zu Problemen kommen.

Ich kann schon Linux oder Windows auf meinem Rechner booten – aber nicht mehr als das gewohnte Dual-Boot. Ich muss nun in der Firmware jedes Mal UEFI Secure Boot aktivieren oder deaktivieren. Der Depp ist der Anwender, der Zeit verschwenden muss, nur weil sich Microsoft diesen Quatsch einfallen hat lassen. Für mich riecht dieses “Wenn Du ein Windows-8-Zertifikat haben willst, dann UEFI Secure Boot” weiterhin stark nach Ausnutzen der Marktmacht und hier sollte es schon lange eine auf die Finger geben – wo ist die Regulierungsbehörde, wenn man sie wirklich braucht?. Die Linux Foundation bekommt es ebenfalls am eigenen Leib zu spüren und wegen eines überkomplizierten Verfahrens wartet man immer noch auf einen signierten Bootloader.

Für mich ist das weniger ein Problem, weil ich mich beruflich mit einem Computer auseinandersetze – wie wahrscheinlich viele andere Linuxer auch. Das Problem ist, dass man den Neugierigen, die einfach mal ein Live-Linux booten oder ein PC-BSD ausprobieren möchten, so massiv Steine in den Weg legt, dass er erst gar nicht in den Genuss des Vergleichs kommt.



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