Computer oder Gehirn? Macht uns das Internet immer dümmer?

4 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Im heutigen Zeitalter muss man sich wirklich langsam die Frage stellen: Macht uns das Internet immer dümmer? Im Prinzip übernehmen mittlerweile die Computer das Denken und künstliche Intelligenzen kompetieren mit den menschlichen Gehirnen. Kein Wunder also, dass wir immer mehr der virtuellen Realität verfallen.

Computer oder Gehirn, eine schwierige Frage, noch dazu, da die Roboter von Jahr zu Jahr immer menschlicher werden. Geht es bei der angeblichen Verdummung nur um reine Panikmache oder können wir uns wirklich gegen künstliche Intelligenz noch durchsetzen?

Die virtuelle Welt – ist das wirklich eine ernsthafte Konkurrenz?

Virtuelle Welten sind verlockend und faszinierend. Aufgrund der menschlichen Wahrnehmungsfähigkeit werden uns dabei so richtig intensive Eindrücke vermittelt, wie das beispielsweise bei den virtuellen Brillen der Fall ist. Mit den VR-Brillen können wir die neuesten Automodelle nach Herzenslust ausprobieren und Häuser von allen Winkeln betrachten, ohne dabei körperlich anwesend zu sein. Vor allem leidenschaftliche Gamer kennen diese Sensation schon lange, wenn sie sich beim Spielen mitten in einem blutigen Schlachtfeld befinden. Grenzen zwischen der eigentlichen Realität und der virtuellen Welt können also schon durch die einfachsten Mittel wie Brillen verschwinden.

Wissen steht heute wirklich jedem durch das Internet zur Verfügung. Nur alleine bei Wikipedia werden täglich tausende von neuen Beiträgen in diesem Online-Lexikon hinzugeführt. Aber wird man durch diese nützlichen Informationen auch wirklich viel dümmer?

Kann vorhandenes Wissen auch zu einer digitalen Demenz führen?

Diese Frage wird bis jetzt von den Wissenschaftlern noch heiß diskutiert. Fest steht auf jeden Fall, dass auch Genies wie beispielsweise Einstein für seine Forschungsarbeiten auf die Fakten von anderen zurückgreifen musste. Klar, dass das früher in gedruckter Form der Fall war. Heutzutage haben wir dafür das Internet. Warum soll das also zu Verdummung führen?

Im Prinzip geht man davon aus, dass die sofortige Verfügbarkeit ohne großen Aufwand zu Nachlässigkeit führt. Auch kommt es dabei auf die richtige Dosierung der Daten an. Je mehr Infos innerhalb eines bestimmten Zeitraums verarbeitet werden müssen, desto länger ist selbstverständlich auch die benötigte Reaktionszeit. Dies ist auch bei Profis in bestimmten Aufgabengebieten der häufigste Fehler. Langfristige Lösungen lassen sich nur dann erzielen, wenn man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann. Wer aufmerksam bleibt, braucht also auch keine Angst vor einer virtuellen Demenz zu haben.

Warum haben wir Angst zu Verdummen?

Die Angst durch Computer zu verdummen, ist nicht nur alleine auf die Konkurrenz der künstlichen Intelligenz zurückzuführen. Forscher in Gedächtnisleistung führen die Angst auf eine einfache Überforderung oder gegebenenfalls auch auf eine Unterforderung der Intelligenz zurück. Stress auf der Arbeit beispielsweise, zu viele Termine und auch das ständige Klingeln vom Telefon tragen deutlich zu einem chronischen Stress bei. Demenzforscher gehen davon aus, das solche Personen geistig bereits schon im Alter von 40 Jahren gewaltig abbauen werden. Wer also auch nach einigen Jahren noch viel leisten will, sollte lernen mit seinen Energien besser umzugehen. Pausen nach rund 100 Minuten Arbeit sind deshalb unbedingt notwendig, wenn man geistig nicht auf der Strecke bleiben möchte.

Was die Unterforderungen angeht, so wirkt sich die Eintönigkeit ebenfalls negativ auf das Gehirn aus. Laut Siegfried Lehrl, einem bekannten Forscher in Bezug auf Gedächtnisleistung und akademischer Direktor der Uniklinik in Erlangen, kann der IQ bei drei Wochen Faulenzen sogar um erschreckende 20 Punkte sinken.

Wer ist intelligenter, Computer oder Gehirn?

Stephen Hawking sagte schon vor zwei Jahren voraus, dass innerhalb von hundert Jahren die Computer mit Sicherheit intelligenter sein werden, als die Menschen. Zum aktuellen Zeitpunkt sind die Menschen noch in der Lage, die Roboter zu steuern, aber wer weiß, wie lange das noch der Fall sein wird.

Die Entscheidung, ob die künstliche Intelligenz gut oder schlecht für die Menschheit ist, hängt vorwiegend vom eigentlichen Nutzen und den dazu notwendigen Entscheidungen ab. Computer sollten in erster Linie dafür da sein, Umweltzerstörungen, Krankheiten und auch die Armut besser zu bewältigen. Bei der Entwicklung der Computer geht es übrigens nicht nur darum, Faktenwissen zu übermitteln, sondern um Kombinationen und mögliche Assoziationen. Damit werden die Roboter immer mehr zu Menschen. Die meisten von ihnen können jetzt schon aus ihren Fehlern lernen. Es ist also mehr als deutlich, dass künstliche Intelligenz als Konkurrenz für das Gehirn auf dem Vormarsch ist.

Fazit

Was die Zukunft noch alles bringen wird, stellt sich mit Sicherheit erst in den nächsten Jahren heraus. Fest steht auf jeden Fall, dass die Forscher auch weiterhin ihr Augenmerk bei der Weiterentwicklung von Computern und Robotern haben. Schon seit einiger Zeit sind die Programmierer erfolgreich damit beschäftigt, das menschliche Gehirn aufgrund von experimentellen Beobachtungen und Messdaten, am Computer bestens simulieren zu können. An diesen mathematischen Modellen können die Forscher dann an den Netzwerken experimentieren und Verhaltenssituationen simulieren. Dadurch lassen sich die Gehirnfunktionen bei den Robotern nachbilden und zur Steuerung effizient einsetzen. Angeblich soll durch solche Computer-Simulationen keine Konkurrenz in Bezug auf Intelligenz geschaffen werden, sondern zu verbesserten Hirnstimulationen beispielsweise bei Patienten mit Alzheimer oder Parkinson beitragen.

Gast-Beitrag von Philipp Egger. Er ist ein professioneller Redakteur und ein erfahrener Content Manager bei Essayhilfe. Sie können auch ihn direkt über Facebook erreichen.

Mein Senf dazu

Unter dem Thema Macht uns das Internet immer dümmer hätte ich mir eigentlich ein bisschen etwas anderes vorgestellt. Der Artikel ist mehr nach dem Motto geschrieben Machen uns Computer immer dümmerVerlieren wir irgendwann in Sachen Intelligenz gegen Computer und Schläft das Gehirn ein, wenn wir faul sind.

Es sind natürlich interessante Aspekte in diesem Artikel. Ich komme sehr viel leichter an Informationen und muss mein Gehirn weniger anstrengen – das ist richtig. Was mir aber komplett fehlt, ist der Bezug auf die Dauerberieselung aus dem Internet. Das geht natürlich in die Richtung mit der nicht mehr ausreichenden Stimulation des Gehirns. Es geht aber nicht nur darum, Informationen schneller finden zu können. Ich persönlich sehe viel mehr mit Sorge, dass die Bildschirme komplett unseren Alltag übernommen haben. Jeder glotzt nur noch auf sein Smartphone und lässt sich mit allem möglichen Schrott zuballern. Schimmer ist noch, dass so viel Mist geglaubt wird.

Leute teilen ungefiltert Beiträge auf sozialen Netzwerken, ohne jemals mehr als die Überschrift zu lesen. Somit macht uns das Internet sehr wohl dümmer, weil immer mehr Menschen anscheinend jeden Scheiß akzeptieren. In diesem Fall hat dümmer zunächst weniger mit Intelligenz zu tun, sondern mit Manipulation und der Faulheit, die alternativen Fakten zu hinterfragen. Jemand hat natürlich auch immer Interesse daran, die Massen so dumm wie möglich zu halten. Welches Mittel dazu verwendet wird, ist zweitrangig.

Macht uns das Internet immer dümmer? Wenn wir jeden Mist glauben, dann schon ...

Macht uns das Internet immer dümmer? Wenn wir jeden Mist glauben, dann schon …

Ich habe in einer Studie gelesen, dass dem Deutschen Urlauber Wi-Fi wichtiger ist als eine saubere Dusche! Ich selbst habe Touristen erlebt, die in der wunderschönen Stadt Edinburgh auf den McDonald’s gedeutet haben und denen dabei noch ein „boah Free Wi-Fi“ entflohen ist. Wozu fährt der Depp eigentlich in den Urlaub?, habe ich mir gedacht.

Macht uns das Internet immer dümmer? Ich befürchte fast, ja.

Ab und zu selber denken kann wirklich nicht schaden. Das doofe Smartphone ab und zu einfach nicht mitzunehmen, ist tatsächlich befreiend.

Swift ist ein bedingungsloses Krypto-Einkommen - ich hole mir jeden Tag meine 100 ab.

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4 Kommentare zu “Computer oder Gehirn? Macht uns das Internet immer dümmer?”

  1. Ich glaube, dass diese Tatsache nicht genug bestätigt ist. Es gibt natürlich auch die Mutter, die nicht zulassen, dass ihre Kinder am Computer für längere Zeit sitzen, wie sie sagen, dass Kinder tupeyut viele Stunden am Computer verbringen. Darüber hinaus sind die Materialien, die wir im Internet sehen benötigen auch Filterung, da kann man nicht vertrauen, was wir im Internet sehen und nicht alle Materialien sind geeignet für Online-Display-Kinder. Daher glaube ich, dass die Zeit, das wahre Gesicht des Internet zeigen, aber es ist hilfreich, den Kopf auf den Schultern zu haben, verwenden Sie das Internet selektiv und ihre eigenen Schlüsse zu ziehen.

  2. Ich glaube, Computer erweitert Horizonte und entwickelt eigentlich das Gehirn. Außerdem wurde mithilfe des Internets sehr viel zugänglich. Man kann sich alles von zu Hause kaufen und bestellen. Die Welt ist seit langem ein Globales Village und das ist nicht zu bestreiten. Das Internet bedeutet Kommunikation, Entwicklung, Unterstützung, Geschäft u.a.m. Meiner Meinung nach sollten wir dagegen nicht kämpfen, sondern zu unserem Nutzen tun. Danke für den Artikel, bringt zum Nachdenken!

  3. Siegfried Marquardt sagt:

    Die Bildung und das Bildungssystem sind entscheidend für die Konstituierung der Intelligenz!

    Es stimmt schon, dass sich die allgemeine Intelligenz mit höherer Bildung (Bildungssystem, Bildung der Eltern, Bücher,…) und optimalen Umweltbedingungen, wie ein positives Reiz- und Informationsangebot und vor allen Dingen mit einer guten Ernährung (Stichwort: Proteine/Eiweisangebot) gut und rasant entwickelt – dies ist schon zu einer Binsenweisheit geworden. Einfache Beobachtungen von Babys und Kleinkindern lassen bereits erkennen, dass die einzelnen Entwicklungsstufen der kognitiven und sensomotorischen Entwicklung und des Spracherwerbs bei optimalen Förderbedingungen immer früher einsetzen! – da braucht man kein Entwicklungs- bzw. Kinderpsychologe zu sein. Dies ist eben den optimalen Rahmenbedingungen, wie Kitas mit qualifizierten Pädagogen, guter und effektiver Frühförderung mit viel Spiel und Spaß und optimalen Ernährungsbedingungen geschuldet. So nimmt es nicht Wunder, dass James Flynn 1984 prinzipiell konstatieren konnte, dass ein signifikanter Unterschied im IQ der Soldaten des I. Weltkrieges (Anwendung des Army Alpha/Beta-Tests 1917) und der Rekruten des II. Weltkriegs (Anwendung des Army Classification-Test 1941) bestand (wobei der Vergleich ein wenig problematisch ist, weil die Testanforderungen stark differierten/variierten). Übrigens konnte in beiden Fälle keine Bestätigung dafür gefunden werden, dass intelligentere Kandidaten/Soldaten im Krieg erfolgreicher waren. Welche Rolle die Bildung bzw. das Bildungssystem für den IQ spielt, wurde in den siebziger Jahren durch prominente europäischer Psychologen /Pädagogen in einer internationalen Untersuchung eruiert [siehe „Zwillingsforschung international“, Walter Friedrich, Svenn Torgersen (Oslo), Steven G. Vandenberg (Boulder), Renè Zazzo (Paris), VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, 1986)]. Dabei stellte sich beispielsweise heraus, dass das Polytechnische Bildungssystem der DDR dem Bildungssystem der damaligen Bundesrepublik Deutschland überlegen war, weil die Schüler der Klassenstufen 6 bis 10 im Mittel einen um 10 Punkte höheren IQ hatten (Anwendung des Leistungsprüfsystem von Horn und der Positiven Matrizen nach Raven - diese Differenz ist signifikant bei einem Signifikanzniveau von 5 Prozent). Dies weist dann auch drauf hin, dass genetische Faktoren an diesem Geschehen eine absolut untergeordnete Rolle spielten! Die Bildung und das Bildungssystem sind entscheidend bei der Konstituierung der Intelligenz eines Kindes/Jugendlichen und nur 5 Prozent genetische Einflüsse sind hier nach niederländischen Hirnforschern entscheidend (siehe Posthuma, D. et.al. 2017). Der „Hirnkasten“ muss ja schließlich irgendwie anatomisch und physiologisch „konstruiert“ werden. Die Grafik vom RND (Quelle: Frisch Centre der Uni Oslo) zur Entwicklung des IQ von norwegischen Rekruten von 1962 bis 1991 muss durchaus kritisch hinterfragt werden! Eine Differenz von ca. 3 IQ-Punkten (1962→ 99,4 – 1975→102,3 = 2,9) ist eigentlich nichtssagend nach Erkenntnissen der Psychometrie – ob diese Differenz wirklich signifikant ist, steht in den Sternen! (hier müsste zur Prüfung der t-Test für unabhängige Stichproben mit belastbarem Datenmaterial zur Anwendung gelangen). Es soll noch folgende Episode angeführt werden, die sehr interessant ist: Nach dreijährigem Wehrdienst bei den Fallschirmjägereinheiten der NVA sank der IQ der Armeeangehörigen um mehrere IQ-Punkte signifikant ab! Dies belegten militärpsychologische Untersuchungen Mitte der sechziger Jahre eindrucksvoll. Anderseits: Mit der Ausbildung/Beschulung von lernbeeinträchtigten Jugendlichen um ein weiteres Jahr nach drei Jahren regulärer Ausbildung, konnte ein IQ-Zuwachs von 10 Punkten konstatiert werden. Zum Schluss: Man kann durchaus optimistisch sein – der Nachwuchs wird in der Regel immer intelligenter, und nicht dümmer, wenn keine Erkrankungen, genetische Defekte, oder Chromosomenaberrationen bzw. andere widrigen Umstände auftreten!

    Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen

  4. Siegfried Marquardt sagt:

    Die Kombination/Interaktion von Mensch und Computer erzeugt eine völlig neue Qualität!

    Ja, und die Kombination und Interaktion von Mensch und Computer erzeugt eine völlig neue Qualität in der Informationsverarbeitung! Da nun ganz intelligente Programme zur Verfügung stehen, wie beispielsweise das Excel-Programm mit dem Grafikassistenten, können sehr schnell neue Informationen generiert werden. Beispielsweise können so nichtlineare Regressionsanalysen vorgenommen werden und ad hoc Differenzialgleichungen gelöst werden. Damit ist widerlegt, dass es keine Universalgenies mehr geben kann - Mensch und Computer mit den intelligenten Programmen der Computern und ihrer großen Speicherkapazität machen dies möglich!

    Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen

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