Ubuntu 26.04 LTS: Was neu ist und wie das Upgrade klappt
Ubuntu 26.04 LTS „Resolute Raccoon“ ist seit dem 23. April 2026 verfügbar und wird regulär bis April 2031 gepflegt. Wenn auf Deinem Rechner Ubuntu 24.04 LTS läuft, steht Dir der offizielle Weg offen: Seit dem 29. September 2026 bietet Canonical den Wechsel auf die erste Punktversion Ubuntu 26.04.1 schrittweise in der Aktualisierungsverwaltung an.
Erzwingen musst Du also nichts. Wichtiger als der Befehl ist die Frage, ob Dein Rechner schon bereit für den Wechsel ist. Danach bekommst Du eine saubere Checkliste, den offiziellen Upgrade-Weg und Hilfe für den Fall, dass der Vorgang unterbrochen wird.
Die kurze Empfehlung:
- Ubuntu 24.04 LTS: Das Upgrade ist freigegeben. Backup anlegen, alle Updates installieren, dann den Upgrade-Hinweis der Aktualisierungsverwaltung oder
do-release-upgradeverwenden. - Ubuntu 25.10: bekommt seit dem 9. Juli 2026 keine Updates mehr. Sofort auf 26.04 LTS aktualisieren, nachdem Backup und alle normalen Updates erledigt sind.
- Ubuntu 22.04 oder älter: nicht direkt springen. Zuerst auf 24.04 LTS aktualisieren oder sauber neu installieren.
- Neuer Rechner: 26.04 LTS kann direkt frisch installiert werden.
Ubuntu 26.04 LTS im Überblick
| Bereich | Ubuntu 26.04 LTS | Was das für Dich bedeutet |
|---|---|---|
| Support | regulär bis April 2031 | Fünf Jahre Sicherheits- und Wartungsupdates für das Basissystem |
| Desktop | GNOME 50 | modernisierte Oberfläche, bessere Barrierefreiheit und überarbeitete Einstellungen |
| Kernel | Linux 7.0 | neuere Hardware-Unterstützung, Treiber und Kernel-Funktionen |
| Grafiksitzung | Wayland als einzige Ubuntu-Desktop-Sitzung | X11-Anwendungen laufen weiter über XWayland, Sonderfälle solltest Du vorher prüfen |
| Upgrade von 24.04 | seit 29. September 2026 freigegeben | Die Aktualisierungsverwaltung bietet den Wechsel auf 26.04.1 schrittweise an |
Die LTS-Ausgabe ist kein Experimentierzweig. Canonical nennt fünf Jahre Standardwartung; mit Ubuntu Pro lässt sich der Sicherheitszeitraum für viele Pakete weiter verlängern. Trotzdem ist „LTS“ kein Versprechen, dass jede alte Erweiterung, jeder proprietäre Treiber und jedes fremde Paketarchiv den Versionssprung ohne Vorbereitung überlebt.
Daneben erscheinen alle sechs Monate Zwischenversionen. Ubuntu 26.10 „Stonking Stingray“ ist am 15. Oktober 2026 erschienen und bringt neuere Pakete wie GNOME 51 und Linux 7.3, bekommt aber wie jede Zwischenversion nur neun Monate lang Updates, also bis Juli 2027. Wer nicht zweimal im Jahr upgraden möchte, bleibt bei 26.04 LTS. Von 24.04 führt der reguläre Pfad ohnehin direkt dorthin.
Die wichtigsten Neuerungen von Ubuntu 26.04
GNOME 50 und neue Standardprogramme
Auf dem Desktop fällt zuerst GNOME 50 auf. Der Dateimanager, die Systemeinstellungen und zahlreiche Details der Bedienung wurden überarbeitet. Variable Bildwiederholraten und fraktionale Skalierung sind besser in den normalen Desktop-Alltag integriert. Wer einen hochauflösenden Monitor mit 125 oder 150 Prozent Skalierung nutzt, profitiert davon eher als jemand mit einem klassischen Full-HD-Bildschirm.
Auch mehrere Standardprogramme ändern sich. Papers ersetzt Evince als PDF-Betrachter, Loupe übernimmt Bilder, Ptyxis ist das neue Terminal, Resources zeigt die Systemauslastung und Showtime spielt Videos ab. Das bedeutet nicht, dass Deine bisherigen Anwendungen sofort verschwinden müssen. Es ändert aber, welches Programm Ubuntu nach einer frischen Installation standardmäßig öffnet.
Bei den großen Desktop-Anwendungen liefert Ubuntu unter anderem Firefox 150, Thunderbird 140, LibreOffice 25.8 und GIMP 3.2 aus. Falls Du Anwendungen als Flatpak installiert hast, aktualisierst Du sie getrennt vom Basissystem. Unsere Flatpak-Befehlsübersicht zeigt Dir dafür Update, Bereinigung und Fehlersuche.
Wayland ist jetzt der einzige Ubuntu-Desktop-Modus
Ubuntu 26.04 bietet für die normale Ubuntu-Sitzung keinen separaten Xorg-Login mehr an. X11-Programme funktionieren weiterhin über XWayland. Für die meisten Nutzer ist das unauffällig. Relevant wird die Änderung bei Spezialsoftware: ältere Fernwartungsprogramme, bestimmte Bildschirmaufnahme-Tools, exotische Grafiktabletts oder selbst gebaute Desktop-Automatisierung können von Xorg abhängen.
Prüfe solche Werkzeuge vor dem Upgrade auf einer Live-Umgebung, einem Zweitrechner oder anhand der Herstellerdokumentation. „Die Anwendung startet“ reicht als Test nicht immer. Kontrolliere auch Bildschirmfreigabe, globale Tastenkürzel, Zwischenablage und Mehrmonitorbetrieb.
Kernel 7.0, Dracut und mehr Sicherheit
Unter der Oberfläche arbeitet Linux 7.0. Davon profitieren vor allem neuere Prozessoren, Grafikkarten und andere aktuelle Hardware. Beim Startsystem setzt Ubuntu nun standardmäßig auf Dracut zum Erzeugen des Initramfs. Das bisherige initramfs-tools bleibt laut Canonical unterstützt, was eigene oder ältere Spezialkonfigurationen etwas weniger riskant macht.
Der Sicherheitsbereich wurde ebenfalls ausgebaut. Ubuntu bündelt mehr Einstellungen in der Security Center App. Die TPM-gestützte Festplattenverschlüsselung ist mit 26.04 LTS nicht mehr experimentell, bleibt aber eine Option für eine Neuinstallation und kein Schalter, den Du bei einem bestehenden unverschlüsselten System einfach nachträglich umlegst. Vor einem Upgrade solltest Du Wiederherstellungsschlüssel vorhandener Verschlüsselung griffbereit haben.
Solltest Du jetzt upgraden?
| Deine Situation | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| 24.04 LTS, produktiver PC | upgraden, sobald Backup und Checkliste stehen | Seit 26.04.1 ist das der von Canonical vorgesehene LTS-zu-LTS-Pfad. |
| 24.04 LTS, Testgerät | zuerst upgraden, mit vollständigem Backup | Du kannst Fehler verkraften und wichtige Programme vor dem Arbeitsrechner prüfen. |
| 25.10 | sofort upgraden | Die Zwischenversion bekommt seit dem 9. Juli 2026 keine Updates mehr. |
| 22.04 LTS oder älter | erst 24.04 oder Neuinstallation | Ein direkter Sprung auf 26.04 wird nicht unterstützt. |
| viele PPAs, Spezialtreiber oder Xorg-Abhängigkeiten | erst Kompatibilität testen | Fremdquellen werden beim Upgrade deaktiviert und können den Vorgang blockieren. |

Der Schalter --devel-release ist keine Abkürzung für Ungeduldige. Canonical weist ausdrücklich darauf hin, dass damit ein Upgrade auf eine Entwicklungsversion gestartet werden kann und dieser Weg nicht unterstützt wird. Auf einem Arbeitsrechner lässt Du das besser. Für den Wechsel auf 26.04 brauchst Du ihn ohnehin nicht, denn der reguläre Weg ist freigegeben.
Vorbereitung: Diese fünf Punkte müssen sitzen
- Backup erstellen: Sichere mindestens Dein Home-Verzeichnis und alle nicht reproduzierbaren Daten auf ein externes Medium. Prüfe stichprobenartig, ob sich Dateien daraus öffnen lassen.
- Freien Speicher kontrollieren: Canonical nennt 25 GByte freien Speicher als sinnvolle Desktop-Größe. Mit
df -h /siehst Du den Platz auf der Systempartition. Falls es eng wird, hilft Dir unsere Anleitung, unter Linux die größten Ordner zu finden. - Fremdquellen notieren: PPAs und andere Drittanbieter-Repositorys werden während des Upgrades deaktiviert. Erstelle eine Liste, damit Du nur die wirklich benötigten Quellen später in einer für 26.04 geeigneten Version wieder aktivierst.
- Strom und Netzwerk absichern: Schließe ein Notebook ans Netzteil an. Nutze eine stabile Verbindung und plane genug Zeit ohne erzwungenes Ausschalten ein.
- Aktuelles System vollständig aktualisieren: Installiere zuerst alle Updates für Deine vorhandene Ubuntu-Version und starte den Rechner neu.
sudo apt update
sudo apt upgrade
sudo rebootNotiere zusätzlich die aktuelle Version. Das ist banal, verhindert aber Missverständnisse, wenn mehrere Rechner im Haushalt stehen:
lsb_release -ds
df -h /Ubuntu 24.04 auf 26.04 upgraden: der offizielle Weg
Seit Canonical den Upgrade-Pfad freigegeben hat, bietet Ubuntu 24.04 den Versionswechsel in der Aktualisierungsverwaltung an. Öffne die Aktualisierungsverwaltung, installiere alle vorhandenen Updates, starte bei Bedarf neu und öffne sie danach erneut. Der Hinweis auf die neue LTS-Version führt Dich durch den Vorgang.
Auf der Kommandozeile startest Du den normalen Release-Wechsel so:
sudo do-release-upgradeOb eine neue Version gefunden wird, prüfst Du vorab mit do-release-upgrade -c. Meldet das Werkzeug auf einem 24.04-System, dass keine neue LTS-Version verfügbar ist, schau in die Datei /etc/update-manager/release-upgrades: Dort muss Prompt=lts stehen, bei never sucht Ubuntu gar nicht nach neuen Versionen. Hänge nicht --devel-release an, nur um die Meldung zu umgehen; der Schalter ist für Entwicklungsversionen gedacht.
Während des Upgrades fragt Ubuntu möglicherweise, ob geänderte Konfigurationsdateien ersetzt werden sollen. Lies die Unterschiede. Bei einem normalen Desktop ohne manuelle Serverkonfiguration ist die Paketversion oft sinnvoll. Hast Du Dienste wie SSH, Samba, einen Webserver oder eine eigene Netzwerkkonfiguration angepasst, sichere die vorhandene Datei und entscheide gezielt.
Nach dem Upgrade: nicht sofort alles wieder einschalten
Kontrolliere zuerst Version, fehlgeschlagene Dienste und ausstehende Pakete:
lsb_release -ds
systemctl --failed
sudo apt update
sudo apt upgradeTeste danach nacheinander WLAN, Ton, Bluetooth, Drucker, Ruhezustand, externe Monitore und die Programme, mit denen Du arbeitest. Aktiviere PPAs nicht blind gesammelt. Prüfe für jede Quelle, ob der Anbieter Ubuntu 26.04 ausdrücklich unterstützt. Eine Quelle für „noble“ einfach in „resolute“ umzubenennen, ohne dass dort passende Pakete existieren, ist eine hervorragende Methode, APT zu verwirren.
Automatische Sicherheitsupdates bleiben auch nach einem Versionswechsel sinnvoll. Wenn Du zusätzlich einen Raspberry Pi betreibst, findest Du bei uns eine getrennte Anleitung für unattended-upgrades unter Raspberry Pi OS. Die Paketnamen ähneln sich, der Artikel ersetzt aber keine Ubuntu-Upgrade-Anleitung.

Was tun, wenn das Upgrade unterbrochen wurde?
Nach einem Stromausfall oder abgebrochenen Paketlauf kann Ubuntu in einem halb konfigurierten Zustand landen. Wenn das System noch startet und Du ein Terminal erreichst, empfiehlt Canonical zunächst diese beiden Reparaturschritte:
sudo dpkg --configure -a
sudo apt --fix-broken installDanach führst Du sudo apt update und sudo apt upgrade aus. Startet der Rechner nicht mehr, nutze den Wiederherstellungsmodus oder ein Ubuntu-Live-Medium, um zuerst Deine Daten zu sichern. Ein Downgrade von 26.04 auf 24.04 wird nicht unterstützt. Dafür ist eine Neuinstallation nötig. Genau deshalb gehört ein überprüftes Backup vor den ersten Upgrade-Klick.
Häufige Fragen zu Ubuntu 26.04 LTS
Warum sehe ich das Upgrade auf 26.04 noch nicht?
Ubuntu 26.04.1 ist am 27. August 2026 erschienen, das Upgrade von 24.04 hat Canonical am 29. September 2026 freigegeben und den Hinweis in der Aktualisierungsverwaltung schrittweise verteilt. Auf den Hinweis musst Du nicht warten: sudo do-release-upgrade startet den Wechsel auch so. Findet das Werkzeug keine neue Version, prüfe, ob in /etc/update-manager/release-upgrades die Zeile Prompt=lts steht. Einen Schalter für Entwicklungsversionen brauchst Du nicht.
Kann ich direkt von Ubuntu 22.04 auf 26.04 wechseln?
Nein. Canonical unterstützt den direkten Sprung nicht. Aktualisiere zuerst auf Ubuntu 24.04 LTS oder erwäge eine frische Installation von 26.04, wenn Du ohnehin aufräumen möchtest.
Brauche ich für Ubuntu 26.04 neue Hardware?
Nicht zwingend. Canonical nennt für einen komfortablen Desktop einen 2-GHz-Dual-Core-Prozessor, mindestens 6 GByte RAM und 25 GByte freien Speicher. Entscheidend sind außerdem passende Treiber und Deine Anwendungen. Teste ältere oder ungewöhnliche Hardware vorab mit einem Live-System; welche Punkte Du dabei prüfst, zeigt die Checkliste in unserem Umstiegsplan von Windows 10 auf Linux Mint.
Funktionieren X11-Programme noch?
Viele klassische X11-Anwendungen laufen über XWayland weiter. Die separate Ubuntu-Xorg-Sitzung gibt es jedoch nicht mehr. Prüfe deshalb Programme, die tief in Bildschirmaufnahme, Eingabegeräte oder Fernzugriff eingreifen.
Verliere ich beim Upgrade meine Daten?
Ein normales Upgrade soll persönliche Daten erhalten. Fehler, Stromausfälle, volle Datenträger oder defekte Fremdpakete können trotzdem Schäden verursachen. Ein externes und getestetes Backup ist deshalb Pflicht, nicht Kür.
Fazit: Das beste Ubuntu-Upgrade ist ein langweiliges
Ubuntu 26.04 LTS ist mit GNOME 50, Kernel 7.0, neuen Standardprogrammen und dem klaren Wayland-Schnitt ein großes Desktop-Update. Von Ubuntu 24.04 musst Du trotzdem nicht am ersten möglichen Tag wechseln. Sichere Deine Daten, entferne Platzprobleme und prüfe Spezialsoftware. Danach ist der offizielle Upgrade-Hinweis oder do-release-upgrade der richtige Weg und kein Schalter für Entwicklungsversionen.

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