Insync: Google Drive und OneDrive unter Linux (Preise, Alternativen)

5 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Insync bringt Google Drive, OneDrive und Dropbox als echten Sync-Client auf den Linux-Desktop. Google selbst bietet sein Programm Drive for Desktop nur für Windows und macOS an. Insync kostet einmalig pro Cloud-Konto und lässt sich sieben Tage testen. Wer nichts zahlen will, greift zu rclone, zu KIO GDrive unter KDE oder zu einer eigenen Nextcloud.

Was ist Insync?

Ja, Insync ist eine proprietäre Software, die allerdings unter Linux läuft. Tatsächlich ist Insync eine gute Client-Lösung für Linux-Anwender, die mit Google Drive hantieren. Für Windows und macOS gibt es Insync ebenfalls.

Neben Google Drive samt geteilten Ablagen unterstützt Insync heute OneDrive, OneDrive for Business und SharePoint sowie Dropbox mit Team-Ordnern. Mehrere Konten laufen parallel. Die wichtigsten Funktionen:

  • Selektive Synchronisierung: Du wählst, welche Cloud-Ordner auf die Platte kommen und welche lokalen Ordner in die Cloud gehen.
  • Ein- oder Zwei-Wege-Sync, auch für beliebige Ordner, USB-Laufwerke und das NAS.
  • Umwandlung von Google Docs in Microsoft-Office- oder OpenDocument-Dateien (nur bei Google Drive).
  • Einbindung in die Dateimanager Nautilus, Nemo, Caja, Dolphin und Thunar.

Google Drive selbst ist kostenlos. Jedes Google-Konto bietet bis zu 15 GB Speicherplatz, den sich Gmail, Drive und Google Fotos teilen. Mehr Platz kostet ein Google-One-Abo. Unter Linux zahlst Du also nur für den bequemen Client.

Was kostet Insync?

Für Privatleute verkauft Insync kein Abo, sondern eine Einmallizenz pro Cloud-Konto. Nutzt Du mit derselben Adresse Google Drive und OneDrive, zählt das als zwei Konten. Die Lizenz gilt auf beliebig vielen Rechnern, lässt sich aber nicht übertragen.

Im Oktober 2026 nannte die Preisseite von Insync 49,99 US-Dollar pro Cloud-Konto, als befristetes Angebot 39,99 US-Dollar. Auf Wunsch zeigt sie die Preise in Euro. Ein Jahr Support (Insync Care) ist enthalten, danach kostet die Verlängerung 19,99 US-Dollar pro Jahr. Sie ist freiwillig: Insync läuft ohne Care weiter, nur ohne technische Hilfe.

Für Firmen mit eigener Domain gibt es Insync Office für 159,99 US-Dollar pro Jahr, ein Rechner ist enthalten. Die normale Version testest Du sieben Tage kostenlos, Insync Office 15 Tage.

Insync unter Linux installieren

Insync gibt es nur für 64-Bit-Systeme mit Intel- oder AMD-Prozessor. ARM-Rechner wie der Raspberry Pi bleiben außen vor. Auf der Download-Seite für Linux liegen fertige Pakete für Ubuntu, Debian, Linux Mint, Fedora, CentOS/RHEL und openSUSE.

  1. Lade das Paket für Deine Distribution und Version herunter.
  2. Installiere es unter Ubuntu, Linux Mint oder Debian mit dem Befehl unten. Unter Fedora nimmst Du das RPM-Paket und sudo dnf install.
  3. Starte Insync aus dem Anwendungsmenü oder im Terminal mit insync start.
  4. Melde Dich im Browser bei Google, Microsoft oder Dropbox an.
  5. Lege den Sync-Ordner fest und wähle, welche Ordner abgeglichen werden.
cd ~/Downloads
sudo apt install ./insync_*.deb

Das Paket trägt die Paketquelle von Insync automatisch ein. Updates kommen danach mit den normalen Systemaktualisierungen. Die Integration in den Dateimanager richtet Insync beim ersten Start ein. Fehlt sie, installierst Du das Zusatzpaket nach, etwa insync-nemo für Cinnamon oder insync-nautilus für GNOME:

sudo apt install insync-nemo

Kostenlose Alternativen zu Insync

rclone: Google Drive als Ordner einhängen

rclone ist freie Software für die Kommandozeile und spricht Google Drive, OneDrive, Dropbox und Dutzende weitere Dienste an. Die Pakete der Distributionen sind oft älter, aktuelle Pakete nennt die Installationsanleitung von rclone.

sudo apt install rclone
rclone config

Wichtig für Google Drive: Die gemeinsame Client-ID von rclone wird im Lauf des Jahres 2026 abgeschaltet, Du brauchst eine eigene. Dafür aktivierst Du in der Google API Console die Google Drive API und erstellst einen OAuth-Client vom Typ „Desktop-App“. Client-ID und Secret trägst Du in rclone config ein.

Danach hängst Du Drive als Ordner ein. gdrive ist der Name, den Du in rclone config vergeben hast. --vfs-cache-mode writes puffert Schreibzugriffe, damit Programme normal speichern können.

mkdir -p ~/GoogleDrive
rclone mount gdrive: ~/GoogleDrive --vfs-cache-mode writes --daemon

Mit fusermount -u ~/GoogleDrive hängst Du den Ordner wieder aus. Ein Mount ist keine Synchronisierung: Ohne Netz kommst Du nicht an die Dateien. Zudem drosselt Google den Zugriff, rclone schafft laut seiner Doku nur etwa zwei Dateien pro Sekunde. Für den Abgleich in beide Richtungen gibt es rclone bisync. Backups mit rclone zeigt der Beitrag rclone als rsync für die Cloud.

GNOME, KDE und Celeste

Früher konntest Du Google Drive über die Online-Konten von GNOME direkt in Nautilus einbinden. Seit GNOME 50, etwa in Fedora 44 und Ubuntu 26.04, wird das nicht mehr unterstützt. Grund ist die seit Jahren verwaiste Bibliothek libgdata.

Unter KDE Plasma gibt es KIO GDrive. Damit öffnen und bearbeiten Dolphin, Kate oder Gwenview Dateien direkt in Google Drive, das Paket heißt meist kio-gdrive.

Die grafische Oberfläche Celeste setzte auf rclone auf. Ihr Entwickler hat das Projekt im November 2025 archiviert, es bekommt keine Updates mehr.

OneDrive mit dem freien Client

Für OneDrive gibt es den freien OneDrive Client for Linux unter der GPL. Er kann private Konten, OneDrive for Business und SharePoint. Die Pakete in Debian, Ubuntu und Linux Mint sind laut Projekt veraltet. Nutze deshalb die Paketquelle aus der Anleitung für Ubuntu und Debian.

Die eigene Cloud mit Nextcloud

Willst Du Deine Daten nicht bei Google oder Microsoft lagern, nimm eine eigene Cloud. Der Desktop-Client von Nextcloud läuft unter Linux als AppImage oder aus den Paketquellen. Ohne eigenen Server hilft der Vergleich der Nextcloud-Hosting-Anbieter. Tipps zum Nextcloud-Client unter Linux Mint und zur Nextcloud als FTP-Client findest Du hier.

Rückblick: die Insync-Aktion von 2016

Im Mai 2016 verschenkte Insync für rund 30 Stunden Plus-Accounts. Normalerweise kostete diese Option einmalig 25 US-Dollar. Das Angebot funktionierte allerdings nur mit einem GMail- oder Googlemail-Konto. Wer Unterstützung für Google Apps (heute Google Workspace) haben wollte, musste sich bei den kostenpflichtigen Optionen umsehen. Die Plus-Lizenz gibt es längst nicht mehr.

Im Test 2016 war die Installation recht simpel. Die Software wollte natürlich einige Informationen aus der Google-Identität lesen. Aber das ist auch nicht schlimmer als bei anderen Apps. Es gab sogar Unterstützung für den Dateimanager Nemo.

Insync fragt nach der Integration in Nemo
Insync bot 2016 beim Start die Integration in Nemo an
Google-Drive-Ordner von Insync im Dateimanager Nemo
Der Google-Drive-Ordner von Insync in Nemo (2016)

Den belegten Speicherplatz zeigte der Linux-Client damals gut versteckt an. Ein Leser wies in den Kommentaren darauf hin: Nach einem Klick auf den Benutzernamen oder das Benutzerbild fand man ihn in der Seitenleiste unter Stats. Genutzt hat der Autor Insync trotzdem nicht. Er setzte auf eigene Lösungen mit ownCloud und Seafile im eigenen Haus, die auch von außen erreichbar waren.

Für wen lohnt sich Insync?

Wer unter Linux viel mit Google Drive oder OneDrive arbeitet und Dateien auch offline braucht, für den ist Insync sicherlich eine Hilfe. Wer lieber Open-Source-Lösungen nutzt, über die er die Kontrolle hat, fährt mit rclone oder einer eigenen Nextcloud gut.

Aktualisiert am 14.10.2026 von Henry. Fakten geprüft.




 Alle Kommentare als Feed abonnieren

5 Kommentare zu “Insync: Google Drive und OneDrive unter Linux (Preise, Alternativen)”

  1. Didi says:

    Ich habe die Software soeben unter Debian 64 Bit und 32 Bit ausprobiert. Sie funktioniert einwandfrei. Wie Du bleibe ich aber ebenfalls bei Open Source. Ich habe daher Insync deinstalliert.

  2. J.Ar says:

    Ein kleiner Hinweis zum Speicherplatz...

    ...wenn man in dem kleinen Programmfenster auf seinen Benutzernamen/seinb Benutzerbild klickt, dann ändert sich die Seitenleiste und dort kann man auf 'Stats' seinen freien oder belegten Speicherplatz anzeigen lassen.

    • jdo says:

      Danke für den Hinweis ... ein bisschen offensichtlicher hätte man es schon machen können ...

Antworten