CrunchBang++ (#!++) haucht #! neues Leben ein

16 Februar 2015 Kein Kommentar Autor: Jürgen (jdo)

Die Distribution CrunchBang Linux (#!) ist noch nicht einmal richtig kalt, da hat das Projekt mit CrunchBang++ schon einen Erben. #!++ will da weitermachen, wo CrunchBang aufgehört hat. Allerdings setzt das Vermächtnis auf Debian GNU/Linux Jessie.

#! soll in CrunchBang++ (#!++) weiterleben (Quelle: crunchbangplusplus.org)

#! soll in CrunchBang++ (#!++) weiterleben (Quelle: crunchbangplusplus.org)

CrunchBang++

Die Entickler von CrunchBang++ sind also nicht der Meinung des #!-Entwicklers, dass CrunchBang Linux nicht mehr notwendig sei. Auf der neuen Website ist zu lesen, dass CrunchBang eine Lücke füllte, bei der Effizienz auf Schönheit traf. Genau an dieser Stelle will man weitermachen und das UI ebenso geschmackvoll gestalten. Darüber hinaus soll es aktualisierte Abhängigkeiten und aktuellere Pakete geben.

Eine Beta-Version steht bereits zum Download bereit und ein Veröffentlichungs-Kandidat soll bald folgen. Man solle beachten, dass die Distribution derzeit auf Debian netinst basiert und man deswegenen eine Internet-Verbindung benötigt. Das Produkt ist laut eigenen Angaben alles andere als fertig. Die Beta sei mehr als Proof-of-Concept anzusehen. Somit sollen Interessierte mit Ecken und Kanten rechnen. Die Entwickler raten sogar zur Verwendung virtueller Maschinen (VM), um bei den Tests auf Nummer Sicher zu gehen.

Die Beta-Version gibt es derzeit nur als 32-Bit. 64-Bit-Versionen kommen noch:

Auf GitHub ist zu lesen, dass man derzeit das Jessie-Proofing für das #!-Metapackage poliert. Man will die Distribution im Prinzip genauso lassen, wie das bisher auch der Fall war. Beachtenswert ist allerdings, dass CrunchBang++ ein neues gtk-Theme mit sich bringen wird und auch einen Satz neuer Symbole – man verwendet das faenza-crunchbang-icon-theme-Paket aus dem #!-Repository.

Weiterhin bedankt man sich bei Philip Newborough (Corenominal) für die ganzen Mühen der vergangenen Jahre.

Bekannte Bugs

Die Thunar-Kürzel fehlen noch, aber man könne manuell in ~/.gtk-bookmarks nachbessern. Die cb-welcome und cb-pipemenus (Installation von Chromium, LibreOffice und so weiter) sind größtenteils nicht responsive.

Diskussion über Sinn und Unsinn auf reddit

Nun gibt es einen Disput über Sinn und Unsinn dieser Aktion auf reddit. Die erste Frage ist gleich, ob Arch Linux, Gentoo oder Debian Unstable nicht schon erfüllen, was man mit CrunchBang++ erreichen möchte.

Man könne auch einfach OpenBox aus dem Debian-Repository installieren, meint ein anderer. Ein Gegenargument ist, dass es in erster Linie um die Konfiguration gehe. Anwender wollen nicht manuell die Oberfläche erst anpassen müssen. Aus diesem Grund gebe es so viele Debian-Forks, da die Distribution an sich hässlich sei und eine schlechte Anwender-Erfahrung mit sich bringe. Ein Gegenargument hierfür ist, dass man binnen 30 und 60 Minuten seine Debian-Installation anpassen könne, wenn man wisse, was man tut. Dieses Argument finde ich recht schwach, wenn ich ehrlich bin. Ich stelle mich auch auf die Seite, dass ich als Anwender lieber eine hübsche, gut durchdachte Distribution verwende.

TheManThatWasntHere beschreibt CrunchBang als Distribution mit unglaublich gut durchdachten Standard-Einstellungen. Will man das als Anwender replizieren, würde man eine ganze Weile dafür benötigen.

Ein Argument geht mir bei der Diskussion mehr oder weniger komplett ab. Das ist der Grund, warum Newborough nicht mehr weitergemacht hat. Als CrunchBang entstand, füllte es eine Lücke. Heutzutage kann man eine Linux-Distribution inklusive UI auf einem Raspberry Pi laufen lassen. Genau dahin würde ich mir CrunchBang++ wünschen. Wenn es #!++ mit seiner unglaublich guten Vorkonfiguration für das Raspberry Pi gäbe, wäre das womöglich meine erste Wahl auf dem Winzling.

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