Noch 200.000 US-Dollar, dann gibt es Wasteland 2 nativ für Linux

18 März 2012 4 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)
Wasteland 2

Wasteland 2

Ok, wer ist alt genug, sich noch an Wasteland zu erinnern? Was für ein Spiel und ich habe es geliebt. Erschienen ist es im Jahre 1988 und gezockt wurde es auf einem i386. Es war das erste Rollenspiel, das ich auf einem PC spielte und ich konnte stundenlang durch die postapokalyptischen Pixel-Welt streifen. Ein Highlight war natürlich, wenn man endlich die Protonenaxt aus Las Vegas ergattern konnte. Damit waren die üblen Roboter dann recht schnell Altmetall. Das Besondere an Wasteland war, dass man es ganz leicht mehr als einmal spielen konnte. Deine Entscheidungen hatten massiven Einfluss auf das ganze Spiel.

Ebenfalls interessant ist, dass Fallout von Wasteland inspiriert wurde – also zumindest Fallout 1 und 2. Einer der Erschaffer ist Brian Fargo, der auch die Firma Interplay gegründet hatte. Diese Firma ist sehr bekannt, denn sie hat auch Titel wie The Bard’s Tale, Dragon Wars (Arbeitstitel Bard’s Tale VI), Descent, Baldur’s Gate, Fallout 1+2 und Battle Chess ihren Namen aufgestempelt. Nicht alle von Interplay vertriebenen Spiele wurden selbst entwickelt, da die Firma später auch als Publisher auftrat.

Wasteland 2 Konzept

Konzeptgestaltung von Andrée Wallin (Quelle: wasteland.inxile-entertainment.com)

Wasteland 2 soll nun der direkte Nachfolger werden. Initiiert wurde die Sache wieder von Brian Fargo und man geht einen leicht anderen Weg. Zunächst wird Geld via Kickstarter.com gesammelt. Ursprünglich war das Mindestziel 1 Million US-Dollar, um die Entwicklung möglich zu machen. Laut Plan war beim Erreichen von 1,25 Millionen US-Dollar ein Vergrößern der spielbaren Welt angedacht. Eine ausgefeiltere Geschichte und mehr Musik gibt es oben drauf. Dieses Limit ist nun auch bereits überschritten. Derzeit ist die Unterstützung bei fast 1,3 Millionen US-Dollar. Im Blog des Projekts ist zu lesen, dass Wasteland 2 in nur 42,5 Stunden zu 100% von Fans gesponsert wurde (1 Million)!

Die Entwickler versprechen, kein Hack&Slay-Fest zu veranstalten und es soll auch kein First Person Shooter werden. Ein gutes altes rundenbasiertes Taktikspiel mit einer tiefen und breiten Geschichte. Ebenso werden Entscheidungen wieder Konsequenzen haben. Natürlich will man sich moderner Technologien bedienen und ich bin mir sicher, dass es auch mehr als 256 Farben geben wird.

Wasteland 1

Wasteland 1 (Quelle: wasteland.inxile-entertainment.com)

Für die Vorbereitungen sind 6 Monaten eingeplant. Die Entwicklungs-Zeit ist dann mit 12 Monaten eingeplant. Während dieser Zeit wollen die Macher Vorschauversionen über eine geschlossene Beta durch Steam vertrieben bereitstellen. Ebenso versprechen die Entwickler, die Wartenden über das Geschehen am Laufenden halten. Ich freu mich gerade wie ein Schnitzel über einen hoffentlich würdigen Nachfolger von Wasteland 2 und habe den RSS-Feed des Blogs gleich in meine Favoriten aufgenommen. Für das grafische Konzept konnte man Andrée Wallin gewinnen.

Und nun gilt es für die Linuxer, einen nativen Client möglich zu machen. Beim Erreichen von 1,5 Millionen US-Dollar wird es sowohl eine native Linux- als auch Mac-OS-X-Version geben. Außerdem will man die Welt mit überschreiten dieser Hürde noch größer machen und es soll noch mehr Goodies geben. Bis 17. April 2012 muss dieses Ziel erreicht sein. Ich trage gleich mal meinen Teil bei, weil ich das Spiel sehr sehr gerne nativ auf Linux sehen würde. Es ist auch wieder eine Chance für die Linuxer zu zeigen, dass der Bedarf für native Clients sehr wohl vorhanden ist.

Die Voraussetzungen für ein echt geiles Spiel sind gegeben – also los Linuxer! Ein Dollar ist die Minimalspende und die paar Eurocent werden doch einige übrig haben, oder? Eine Übersetzung in deutsche Sprache ist im Plan!

Wer sich über die Geschichte von Wasteland interessiert: Wikipedia – wo sonst :)



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4 Kommentare zu “Noch 200.000 US-Dollar, dann gibt es Wasteland 2 nativ für Linux”

  1. Mike sagt:

    Was soll das bedeuten: "nativer Client"?
    [Auf diese Launcher (Steam/Desura) kann ich gern verzichten.]

    • jdo sagt:

      Du musst das Spiel nicht krude via Wine oder so installieren, sondern es wird einen Linux- und Mac-OS-X-Client geben. Das mit Steam ist bisher nur als Verbreitung der Betas bekannt gemacht.

      Da die Software aber nun eh schon 100% von einer Fan-Gemeinde gesponsert ist, wird es wohl kostenfrei irgendwie erhältlich sein.

      Ich hab Desura bei mir am Laufen und finde das gar nicht so schlimm ... beziehungsweise kannst Du die Spiele auch ohne den Desura Launcher starten. Die Downloads liegen bei mir unter /home/bitblokes/Downloads/desura/common/

      • Mike sagt:

        Danke für deine Antwort.
        Ich hab' mich an der Bezeichnung Client aufgehängt (wegen: Client Server).
        Dass Desura Spiele auch ohne Desura gestartet werden können war mir bisher nicht bekannt. Einen Bogen mache ich trotzdem um diese Launcher/Plattformen, weil durch sie eine zusätzliche Instanz (mit Anmeldedaten etc.) generiert und generell auch DRM gebilligt wird. Das passt mir einfach nicht - da wurde ich in der Vergangenheit schon zu oft mit gegängelt.

        • jdo sagt:

          Bitte schön ... sobald das Spiel heruntergeladen ist, könntest Du Desura auch im Offline-Modus starten und musst keine Anmeldung benutzen - funktioniert auch ...

          Ganz glücklich bin ich mit diesen Launchern auch nicht, aber ab und zu gehe ich dann doch gerne den Weg des geringsten Widerstandes ...

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