Martin “DoctorMo” Owens: Die Ubuntu Community ist nicht mehr existent

8 März 2013 5 Kommentare Autor: Jürgen (jdo)

Ubuntu Logo 150x150Noch ein sehr frustrierter Entwickler. Nachdem Martin Owens von Launchpad gefragt wurde, ob er weiterhin ein Ubuntu-Mitglied sein will, zögerte er nach einen Angaben. Er hat sich entschlossen, nicht weiter dabei zu sein, wobei er es vermissen werden, Beiträge an Planet Ubuntu zu senden. Allerdings müsse er auch ehrlich sein und geht dabei hart ins Gericht: Es gibt keine Ubuntu Community mehr, schreibt er. Da ist eine Canonical Community, eine ubuntu-users-Schar und ein paar Enthusiasten. Allerdings sei es keine Community mehr, die Entscheidungen treffe, Einigkeit verbreitet, berät oder lehrt. Das alles ist tot und so ist es schon eine ganze Weile.

Er hofft, dass es sein Beitrag noch in den Planeten schafft, bevor seine Mitgliedschaft ausläuft. Er würde Ubuntu zwar weiter benutzen – vielleicht sogar auf einem Smartphone oder Fernseher und Launchpad weiter benutzen und weiter für freie Software plädieren. Allerdings gäbe es keine kollegiale Community mehr, wo man dabei sein müsste.

Dann wendet er sich direkt an Jono Bacon. Er sei oft genug gewarnt worden. Er habe als Überbringer die schlechten Nachrichten gegenüber der nicht einverstandenen Community liefern müssen. Somit hätte man aber die Beziehungen an die Wand gefahren. Owens ist sich sicher, dass Bacon glaubt, die Community ist nicht tot. Aber irgendwann wird die Maske fallen und das gekünstelte Lächeln aufhören – dann wird die Wahrheit ans Licht kommen. Owens wisse nicht, was für eine Community Bacon gerne hätte, aber er sei sich sicher, dass es keine ist, wo DoctorMo Mitglied sein möchte.

Dem Council rät er: Wenn ihr keine Möglichkeit seht, diesen zerstörten Traum zu reanimieren – auflösen. Schenkt Euer hervorragendes Können lieber Debian.

Die Entwickler sollen ihre tolle technische Arbeit weiter leisten. Wer an Ubuntu arbeitet, soll sich vom Tod der Community nicht stören lassen. Man solle das Ganze aussitzen und weil es keine Community außerhalb der Firma gibt, würde das kein Problem sein, weiterhin tolle Software zu machen.

Er selbst wird Apps und Code, sogar wahrscheinlich für Ubuntu programmieren. App-Entwickler würden ihr Verhalten nicht ändern müssen. Als App-Entwickler brauche man keine Community. Allerdings sollten gute Entwickler ein Auge auf alle Distributionen haben. Man soll sich nicht einsperren lassen.

Da spricht jede Menge Frust … einfach nur Frust … Eine ganze Reihe an Kommentatoren stimmen Martin Owens zu – auch wenn zu lesen ist, dass weglaufen auch keine Lösung darstellt.



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5 Kommentare zu “Martin “DoctorMo” Owens: Die Ubuntu Community ist nicht mehr existent”

  1. tux. sagt:

    Ach was; einer Firma, die ihre Kunden verachtet und ihnen immer neue Beglückungsideen aufzwängen will, verliert sie? Na so was.

    • tux. sagt:

      (Hm, Satz richtig angefangen und falsch beendet. Wollte schreiben: "laufen die Kunden weg".)

    • tuxy sagt:

      Die Kunden laufen eher nicht weg, es sind wohl einige freie Entwickler und ein paar User, welche wohl immer gegen jede Firma sind und am liebsten Open Source komplett frei von Firmen halten möchten. Das ist schon ein kleiner Unterschied. ;-)

      Meiner Beobachtung nach passiert gerade folgendes:
      A) Der ganz normale, einfache Anwender merkt von den Streitereien nichts, ihm ist es völlig egal was passiert, Hauptsache ist: ihr Ubuntu läuft ohne Problem, sie können damit arbeiten und wenn es geht auch spielen. Dem Gros der Ubuntu Anwender sind ideologische(*) Bedenken völlig wurscht.
      B) Innerhalb der zweiten Gruppe: Man stachelt sich gegenseitig in der Ablehnung von Canonical immer mehr hoch. Hier sind wir an einem Punkt, an dem Canonical nichts mehr richtig machen kann.

      Die Frage ist nun, welche der beiden Gruppen ist für Canonical die Wichtigere? ;-)

      Und nein, ich bin kein Ubuntu Fan-Boy ;-) Es sind nur meine subjektiven Eindrücke der jetzigen Situation.

      (*) "ideologische" ist hier Wertneutral zu verstehen!

      • jdo sagt:

        Jein ... Ubuntu laufend wichtige Entwickler weg ... es geht nicht darum, was einige Anwender oder Ubuntu-User quäken oder für Durchhalteparolen in den Äther blasen - die Eckpfeiler bröckeln. Sollte Canonical das nicht kompensieren können, wird der Anwender über kurz oder lang etwas merken ...

  2. greendevil sagt:

    Is doch egal wer brauch schon Ubuntu. Es gibt unzaehlige von distribution die gute arbeit machen mit oder ohne grossen firmen dahinter. wen was stoert kann ja wechseln. aubuntu basiert auf debian, als warum nicht gleich die unterstuetzen.

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